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Segelglossar

Kurze Erklärungen zentraler Segelbegriffe. Jeder Begriff besitzt eine eigene ID und kann direkt verlinkt werden, zum Beispiel: #term-abdrift.

Segelbegriffe und Erklärungen
Begriff Erklärung
7/8-Takelung # Eine fraktionelle Takelung, bei der das Vorstag nicht am Masttopp, sondern ungefähr bei sieben Achteln der Masthöhe angreift. Dadurch lässt sich der Mast gezielter biegen, was vor allem den Trimm des Großsegels beeinflusst.
Abdrift # Das seitliche Versetzen eines Bootes durch Wind, Wellen oder Strömung. Die tatsächlich gefahrene Bahn weicht dabei vom gesteuerten Kurs ab — unsichtbar, aber nautisch sehr real.
Achterholer # Beim Spinnaker die Leine auf der Luvseite, mit der das Luvschothorn und der Spinnakerbaum nach achtern getrimmt werden. Der Achterholer bestimmt wesentlich, wie der Spinnaker im Wind steht.
Achterliek # Die hintere Kante eines Segels, also die Kante zwischen Kopf und Schothorn. Am Achterliek erkennt man oft sehr gut, ob ein Segel sauber steht, flattert oder zu stark geschlossen ist.
Achterstag # Ein Teil des stehenden Guts: ein Draht- oder Fasertau, das vom Masttopp zum Achterschiff führt. Über das Achterstag wird der Mast nach hinten abgestützt; bei vielen Yachten lässt sich damit auch der Segeltrimm beeinflussen.
Achterstagspanner # Eine mechanische, hydraulische oder taljenartige Einrichtung, mit der die Spannung des Achterstags verändert wird. Mehr Spannung kann den Mast biegen und das Vorstag straffen — beides wirkt sich unmittelbar auf den Segeltrimm aus.
Amwindkurs # Ein Kurs, bei dem der Wind schräg von vorn einfällt und die Segel dicht geholt werden. Das Boot segelt dabei möglichst hoch gegen den Wind, ohne dass die Segel einfallen.
Anluven # Den Bug näher in Richtung Wind drehen. Das Gegenteil davon ist Abfallen, also vom Wind wegdrehen.
Aufschießen # Tauwerk ordentlich in Buchten legen, damit es ohne Kinken gelagert und bei Bedarf sofort klar auslaufen kann. Eine kleine Kunstform gegen das Chaos — und gegen peinliche Leinenknäuel im falschen Moment.
Aus dem Ruder laufen # Wenn das Boot wegen starker Luvgierigkeit oder Überlastung des Ruders unbeabsichtigt in den Wind dreht. Besonders bei viel Wind und zu viel Segelfläche kann das abrupt passieren.
Babystag # Eine zusätzliche Verstagung an der Vorderseite des Mastes, meist etwa auf Höhe der Salings, die zum Vordeck führt. Sie stabilisiert den Mast im unteren bis mittleren Bereich und kann vordere Unterwanten ersetzen oder ergänzen.
Backstagen # Verstellbare Stagen, die etwa auf Höhe des Vorstags am Mast angreifen und nach achtern zu beiden Seiten des Decks geführt werden. Sie stützen den Mast und müssen bei Manövern oft aktiv bedient werden.
Barberholer # Auch Schotbeiholer genannt. Ein zusätzliches Leinensystem, mit dem der Zugwinkel einer Schot verändert wird, etwa um den Holepunkt der Genua seitlich oder nach unten zu verlagern.
Baumniederholer # Eine Talje oder Vorrichtung zwischen Mastfuß und Großbaum, mit der der Baum nach unten gezogen wird. Sie kontrolliert vor allem auf raumen Kursen die Öffnung des Achterlieks und damit den Twist des Großsegels.
Biegeeigenschaften # Beschreibt, wie stark und in welcher Form ein Mast gebogen werden kann. Diese Eigenschaft ist entscheidend, weil Mastbiegung das Profil des Großsegels verändert und damit Leistung, Druckpunkt und Kontrolle beeinflusst.
Block # Ein Gehäuse mit einer oder mehreren Rollen, über die Leinen laufen. Blöcke ändern die Zugrichtung und können in Taljen die notwendige Handkraft verringern — zum Preis von mehr Leinenweg.
Bugspriet # Eine nach vorn aus dem Bug ragende Spiere. Sie dient als Anschlagpunkt oder Träger für Vorsegel, Klüver, Gennaker oder ähnliche Segel und verlagert deren Angriffspunkt vor den Bug.
Bullenstander # Eine Sicherungsleine vom Großbaum zu einem festen Punkt an Deck. Sie verhindert, dass der Baum bei einer Patenthalse unkontrolliert auf die andere Seite schlägt — ein unscheinbares Teil mit sehr ernstem Auftrag.
Checkstays # Zusätzliche, meist verstellbare Trimmstagen, die vor allem bei langen Masten und fraktioneller Takelung eingesetzt werden. Sie helfen, Mastbiegung und Vorstagspannung genauer zu kontrollieren.
Cunningham-Strecker # Auch Vorliekstrecker genannt. Eine Trimmeinrichtung, mit der das Vorliek des Großsegels von unten gespannt wird. Dadurch wandert das Profil nach vorn und das Segel wird flacher und kontrollierter.
Drucksalings # Nach vorn gepfeilte Salings, über die die Oberwanten geführt werden. Wird die Wantenspannung erhöht, drücken sie den Mast auf Höhe der Salings nach vorn und beeinflussen damit Mastbiegung und Segelprofil.
Ein Reff stecken # Die wirksame Segelfläche verkleinern, indem ein Teil des Segels weggenommen und gesichert wird. Gerefft wird, wenn Wind und Druck im Rigg zunehmen — also bevor das Boot zur übermütigen Badewanne wird.
Fall # Eine Leine, mit der ein Segel, eine Flagge oder ein anderes Ausrüstungsteil nach oben gezogen wird. Typische Beispiele sind Großfall, Genuafall oder Spinnakerfall.
Formstabilität # Stabilität, die ein Boot aus seiner Rumpfform gewinnt, nicht primär aus tief liegendem Ballast. Breite Rümpfe oder mehrere Rümpfe erzeugen durch ihre Geometrie ein starkes aufrichtendes Moment.
Gennaker # Ein großes, leichtes Vorsegel für raume Kurse, das Eigenschaften von Genua und Spinnaker verbindet. Der Hals wird meist an einem Bugspriet oder Gennakerbaum gefahren, wodurch das Segel frei vor dem Boot arbeiten kann.
Genua, Rollreff # Eine Genua, die um das Vorstag ein- und ausgerollt werden kann. Dadurch lässt sich die Segelfläche bequem vom Cockpit aus verkleinern oder ganz bergen.
Genua # Ein großes Vorsegel, dessen Achterliek hinter den Mast reicht. Die Genua liefert viel Vortrieb, verlangt aber sauberen Trimm, besonders bei wechselnden Windwinkeln.
Genuaschot # Die Leine am Schothorn der Genua, mit der das Segel dichter geholt oder gefiert wird. Über die Genuaschot wird der Anstellwinkel des Vorsegels zum Wind eingestellt.
Gleiten # Ein Zustand, bei dem ein Boot so viel Geschwindigkeit erreicht, dass es teilweise auf seiner eigenen Bugwelle fährt und das normale Verdränger-Wellensystem verlässt. Besonders leichte, offene Boote können dadurch deutlich schneller werden als klassische Verdränger.
Großsegel, durchgelattet # Ein Großsegel, dessen Latten vom Achterliek bis zum Vorliek durchlaufen. Diese Bauweise stabilisiert das Profil, verbessert die Formtreue und kann das Segel besonders bei wenig Wind ruhiger stehen lassen.
Großsegel # Das Hauptsegel einer Yacht, das an der Rückseite des Mastes gesetzt wird. Es arbeitet zusammen mit dem Vorsegel und ist zentral für Balance, Druckverteilung und Steuerverhalten des Bootes.
Großsegelfall # Das Fall, mit dem das Großsegel gesetzt wird. Über seine Spannung wird zugleich das Vorliek des Großsegels beeinflusst, was wiederum das Segelprofil verändert.
Stehendes Gut # Sammelbegriff für alle festen Verstagungen, die den Mast halten und stabilisieren. Dazu gehören unter anderem Wanten, Vorstag, Achterstag und je nach Rigg weitere Stagen.
Halbwinder # Ein leichtes Vorwind- oder Raumwindsegel, das Vortrieb ähnlich einem Spinnaker bietet, aber einfacher zu handhaben ist. Heute wird diese Segelart meist als Blister oder Gennaker bezeichnet.
Hoch steuern # Einen Kurs möglichst weit in Richtung Wind fahren, ohne dass die Segel einfallen. Man bewegt sich also an der oberen Grenze dessen, was das Boot am Wind noch sauber segeln kann.
Holepunkt # Die Leitöse oder der Leitblock, durch den eine Schot nach achtern geführt wird. Der Holepunkt bestimmt den Zugwinkel der Schot und beeinflusst dadurch Profil, Twist und Kraftverteilung des Segels.
In den Wind drehen # So weit anluven, bis der Bug direkt in die Richtung zeigt, aus der der Wind kommt. In dieser Stellung verlieren die Segel ihren Druck und beginnen zu flattern.
Karbontuch # Segeltuch mit Kohlenstofffasern, oft kombiniert mit Polyesterfäden oder als Laminat mit Mylarbeschichtung. Karbon sorgt für hohe Formstabilität bei geringem Gewicht, ist aber empfindlicher und teurer als einfache Gewebe.
Mehrrümpfer # Ein Boot mit mehreren Rümpfen, etwa ein Katamaran mit zwei oder ein Trimaran mit drei Rümpfen. Durch den Abstand der Rümpfe entsteht enorme Formstabilität, sodass solche Boote meist keinen schweren Ballastkiel benötigen.
Kardeel # Ein einzelner Strang eines geschlagenen Tauwerks. Mehrere Kardeele werden miteinander verdreht und bilden zusammen die fertige Leine.
Katamaran # Ein Segelboot mit zwei parallelen Rümpfen. Katamarane sind formstabil, oft sehr schnell und krängen deutlich weniger als klassische Einrumpfboote.
Klemme # Ein Beschlag, mit dem eine Leine unter Last festgesetzt werden kann, ohne sie auf einer Klampe belegen zu müssen. Klemmen ermöglichen schnelles Bedienen — vorausgesetzt, die Leine liegt wirklich sauber darin.
Krängung # Die seitliche Neigung eines Bootes unter dem Druck des Windes. Etwas Krängung ist normal; zu viel Krängung kostet Geschwindigkeit, Kontrolle und irgendwann auch die Würde der Cockpitbesatzung.
Lattentasche # Eine auf das Segel aufgenähte Tasche, meist annähernd senkrecht zum Achterliek. In sie wird eine Segellatte eingeschoben, die das Segelprofil stabilisiert und das Achterliek ruhiger stehen lässt.
Laufdeck # Die begehbare Decksfläche seitlich neben den Aufbauten. Über das Laufdeck bewegt man sich vom Cockpit zum Vorschiff — idealerweise sicher, langsam und ohne artistische Ambitionen.
Leegierigkeit # Die Neigung eines Bootes, sich vom Wind wegzudrehen, also abzufallen. Leegierigkeit kann durch Trimm, Segelbalance, Krängung oder Ruderwirkung entstehen.
Leeliek # Die dem Wind abgewandte Seitenkante eines Spinnakers. Sie bildet gemeinsam mit dem Luvliek die beiden seitlichen Begrenzungen des Segels.
Leeschot # Die Schot auf der Leeseite des Spinnakers. Mit ihr wird das freie Schothorn getrimmt und der Segelstand auf raumen Kursen kontrolliert.
Leeseite # Die dem Wind abgewandte Seite eines Bootes oder Segels. Alles, was „in Lee“ liegt, befindet sich also auf der windgeschützten Seite.
Leichtwetterschoten # Besonders dünne und leichte Schoten für schwachen Wind. Sie belasten das Schothorn der Genua kaum und verhindern, dass das Segel bei wenig Druck unnötig nach unten gezogen wird.
Liekleine # Eine verstellbare Leine im Achterliek eines Segels. Sie wird leicht angezogen, um Flattern oder „Killen“ am Achterliek zu verhindern — zu viel Spannung erzeugt allerdings unschöne Falten.
Luvgierig # Ein Boot ist luvgierig, wenn es die Tendenz hat, von selbst in den Wind zu drehen. Eine leichte Luvgierigkeit ist normal und oft erwünscht; zu viel davon macht das Steuern mühsam.
Luvliek # Die dem Wind zugewandte Seitenkante eines Spinnakers. Über das Luvliek und den zugehörigen Trimm wird stark beeinflusst, wie ruhig und effizient der Spinnaker steht.
Luvseite # Die dem Wind zugewandte Seite eines Bootes oder Segels. Von dort kommt der Wind; dort sitzt bei Krängung oft auch die Crew, wenn sie Gewicht sinnvoll einsetzen will.
Marlowbraid # Ein häufig verwendetes, umflochtenes Tauwerk aus Synthetikfasern. Der Name stammt ursprünglich von einer Marke, wird aber oft als Bezeichnung für robustes, handliches Yacht-Tauwerk verwendet.
Mast, durchgehender # Ein Mast, der nicht auf dem Deck endet, sondern durch das Deck hindurch bis auf den Kiel oder eine tieferliegende Mastaufnahme geführt wird. Diese Bauweise verteilt Kräfte anders und gilt als besonders steif und belastbar.
Mast, verjüngter # Ein Mast, der zum Topp hin schmaler wird. Durch diese konische Form lässt er sich leichter längsschiffs biegen, was den Trimm des Großsegels verfeinert.
Mastbiegung # Die gezielte Krümmung des Mastes, meist durch Achterstagspannung, Wanten- oder Trimmeinrichtungen beeinflusst. Mehr Mastbiegung macht das Großsegel flacher, öffnet das Achterliek und reduziert den Druck im Segel.
Mastfall # Die Neigung des Mastes in Längsschiffsrichtung, meist leicht nach achtern. Der Mast steht dabei nicht exakt rechtwinklig zum Deck. Der Mastfall beeinflusst unter anderem Balance, Luvgierigkeit und Segeltrimm.
Mastfuß # Das untere Ende des Mastes. Es steht in oder auf einem passenden Beschlag, der die Kräfte aufnimmt und den Mast in seiner Position hält.
Mastkontroller # Eine Trimmeinrichtung, die ungewollte Mastbiegung ausgleicht oder gezielt begrenzt. Besonders Baumniederholer und Großschot können zusätzliche Biegung erzeugen, die mit dem Mastkontroller kontrolliert wird.
Mastspur # Der Beschlag, auf dem der Mastfuß steht. Häufig ist die Mastspur so gestaltet, dass der Mastfuß in Längsschiffsrichtung leicht verschoben werden kann, um Riggtrimm und Maststellung anzupassen.
Materialermüdung # Das Nachlassen der Belastbarkeit eines Materials durch wiederholte oder zu starke Beanspruchung. Bei Metallteilen wie Mast, Beschlägen oder Wanten kann Materialermüdung zu Rissen und im schlimmsten Fall zu Brüchen führen.
Mylar # Eine Kunststofffolie, die im Segelbau häufig als Schicht in Laminatsegeln verwendet wird. Mylar sorgt für geringe Dehnung und gute Formstabilität, ist aber empfindlicher gegenüber Knicken und Alterung als einfaches Gewebetuch.
Laminatsegel # Ein Segel aus mehreren miteinander verklebten Schichten, oft aus Gewebe, Folie und belastungsorientierten Fasern. Laminatsegel halten ihr Profil sehr gut, verlangen aber sorgfältigen Umgang und altern anders als klassische Tuchsegel.
Lattentasche # Eine auf das Segel aufgenähte Tasche, meist annähernd senkrecht zum Achterliek. In sie wird eine Segellatte eingeschoben, die das Segelprofil stabilisiert und das Achterliek ruhiger stehen lässt.
Laufdeck # Die begehbare Decksfläche seitlich neben den Aufbauten. Über das Laufdeck bewegt man sich vom Cockpit zum Vorschiff — idealerweise sicher, langsam und ohne artistische Ambitionen.
Leegierigkeit # Die Neigung eines Bootes, sich vom Wind wegzudrehen, also abzufallen. Leegierigkeit kann durch Trimm, Segelbalance, Krängung oder Ruderwirkung entstehen.
Leeliek # Die dem Wind abgewandte Seitenkante eines Spinnakers. Sie bildet gemeinsam mit dem Luvliek die beiden seitlichen Begrenzungen des Segels.
Leeschot # Die Schot auf der Leeseite des Spinnakers. Mit ihr wird das freie Schothorn getrimmt und der Segelstand auf raumen Kursen kontrolliert.
Leeseite # Die dem Wind abgewandte Seite eines Bootes oder Segels. Alles, was „in Lee“ liegt, befindet sich also auf der windgeschützten Seite.
Leichtwetterschoten # Besonders dünne und leichte Schoten für schwachen Wind. Sie belasten das Schothorn der Genua kaum und verhindern, dass das Segel bei wenig Druck unnötig nach unten gezogen wird.
Liekleine # Eine verstellbare Leine im Achterliek eines Segels. Sie wird leicht angezogen, um Flattern oder „Killen“ am Achterliek zu verhindern — zu viel Spannung erzeugt allerdings unschöne Falten.
Luvgierig # Ein Boot ist luvgierig, wenn es die Tendenz hat, von selbst in den Wind zu drehen. Eine leichte Luvgierigkeit ist normal und oft erwünscht; zu viel davon macht das Steuern mühsam.
Luvliek # Die dem Wind zugewandte Seitenkante eines Spinnakers. Über das Luvliek und den zugehörigen Trimm wird stark beeinflusst, wie ruhig und effizient der Spinnaker steht.
Luvseite # Die dem Wind zugewandte Seite eines Bootes oder Segels. Von dort kommt der Wind; dort sitzt bei Krängung oft auch die Crew, wenn sie Gewicht sinnvoll einsetzen will.
Marlowbraid # Ein häufig verwendetes, umflochtenes Tauwerk aus Synthetikfasern. Der Name stammt ursprünglich von einer Marke, wird aber oft als Bezeichnung für robustes, handliches Yacht-Tauwerk verwendet.
Mast, durchgehender # Ein Mast, der nicht auf dem Deck endet, sondern durch das Deck hindurch bis auf den Kiel oder eine tieferliegende Mastaufnahme geführt wird. Diese Bauweise verteilt Kräfte anders und gilt als besonders steif und belastbar.
Mast, verjüngter # Ein Mast, der zum Topp hin schmaler wird. Durch diese konische Form lässt er sich leichter längsschiffs biegen, was den Trimm des Großsegels verfeinert.
Mastbiegung # Die gezielte Krümmung des Mastes, meist durch Achterstagspannung, Wanten- oder Trimmeinrichtungen beeinflusst. Mehr Mastbiegung macht das Großsegel flacher, öffnet das Achterliek und reduziert den Druck im Segel.
Mastfall # Die Neigung des Mastes in Längsschiffsrichtung, meist leicht nach achtern. Der Mast steht dabei nicht exakt rechtwinklig zum Deck. Der Mastfall beeinflusst unter anderem Balance, Luvgierigkeit und Segeltrimm.
Mastfuß # Das untere Ende des Mastes. Es steht in oder auf einem passenden Beschlag, der die Kräfte aufnimmt und den Mast in seiner Position hält.
Mastkontroller # Eine Trimmeinrichtung, die ungewollte Mastbiegung ausgleicht oder gezielt begrenzt. Besonders Baumniederholer und Großschot können zusätzliche Biegung erzeugen, die mit dem Mastkontroller kontrolliert wird.
Mastspur # Der Beschlag, auf dem der Mastfuß steht. Häufig ist die Mastspur so gestaltet, dass der Mastfuß in Längsschiffsrichtung leicht verschoben werden kann, um Riggtrimm und Maststellung anzupassen.
Materialermüdung # Das Nachlassen der Belastbarkeit eines Materials durch wiederholte oder zu starke Beanspruchung. Bei Metallteilen wie Mast, Beschlägen oder Wanten kann Materialermüdung zu Rissen und im schlimmsten Fall zu Brüchen führen.
Mylar # Eine Kunststofffolie, die im Segelbau häufig als Schicht in Laminatsegeln verwendet wird. Mylar sorgt für geringe Dehnung und gute Formstabilität, ist aber empfindlicher gegenüber Knicken und Alterung als einfaches Gewebetuch.
Laminatsegel # Ein Segel aus mehreren miteinander verklebten Schichten, oft aus Gewebe, Folie und belastungsorientierten Fasern. Laminatsegel halten ihr Profil sehr gut, verlangen aber sorgfältigen Umgang und altern anders als klassische Tuchsegel.
Oberwanten # Wanten auf Steuerbord und Backbord, die vom Masttopp oder oberen Mastbereich zu den seitlichen Befestigungspunkten am Deck führen. Sie stabilisieren den Mast seitlich und sind ein zentraler Bestandteil des stehenden Guts.
Holende Part # Bei einer Talje das freie, nicht festgesetzte Ende der Leine. An dieser Part wird gezogen, um die Talje zu bedienen und die Last zu verstellen.
Patenthalse # Eine unbeabsichtigte Halse, bei der der Großbaum plötzlich und oft heftig auf die andere Seite schlägt. Sie entsteht meist auf Vorwindkursen, wenn das Heck versehentlich durch den Wind läuft oder Wellen das Boot stark rollen lassen.
Platt vor dem Laken # Auch „platt vor dem Wind“ genannt: ein Kurs, bei dem der Wind genau von achtern einfällt. Schnell klingt das romantisch, praktisch verlangt es aber Aufmerksamkeit, weil Patenthalsen hier besonders leicht passieren.
Polyester # Klassisches Segeltuch aus synthetischen Fasern. Polyester ist robust, vergleichsweise langlebig und pflegeleicht, dehnt sich aber stärker als moderne Laminat- oder Hochleistungsfasern.
Prebend # Eine bewusst voreingestellte Mastbiegung. Sie stabilisiert den Mast unter Spannung und hilft zu verhindern, dass er bei Seegang unkontrolliert zu pumpen beginnt.
Pumpen des Mastes # Das wiederholte Biegen und Strecken des Mastes bei Seegang oder ungünstiger Riggspannung. Starkes Pumpen belastet Material und Beschläge erheblich und kann im Extremfall zu Schäden oder Mastbruch führen.
Pütting # Der feste Beschlag am Rumpf oder Deck, an dem Wanten und Stagen angeschlagen werden. Püttinge übertragen hohe Riggkräfte in die Bootsstruktur — kleine Teile, große Verantwortung.
Raumender Wind # Eine günstige Winddrehung bei gleichbleibendem Kurs, bei der der Wind achterlicher einfällt. Das Boot kann dadurch freier segeln oder direkter auf das Ziel zuhalten. Das Gegenteil ist ein schralender Wind.
Reff # Ein vorbereiteter Bereich im Segel, mit dem die Segelfläche verkleinert werden kann. Dazu gehören Reffaugen, Reffleinen oder Reffbändsel, mit denen das Segel tiefer und kleiner gefahren wird.
Reffbändsel # Dünne Leinen im Segel, mit denen der lose, gereffte Teil des Segels zusammengebunden wird. Sie ordnen das Tuch, tragen aber nicht die Hauptlast des Reffs.
Reffen # Das Verkleinern der Segelfläche bei zunehmendem Wind. Richtiges Reffen bringt Ruhe ins Boot, reduziert Krängung und macht aus Kampfsegeln wieder vernünftiges Segeln.
Reffkausch # Ein verstärktes Auge im Segel, meist am Vorliek oder Achterliek. Durch die Reffkausch läuft eine Reffleine, oder sie dient als Anschlagpunkt, um das gereffte Segel sicher am Baum zu fixieren.
Reffleine # Die Leine, mit der das gereffte Segel an den Baum gezogen und dort gesichert wird. Sie übernimmt beim Reffen einen wesentlichen Teil der Last und muss deshalb sauber geführt und ausreichend dimensioniert sein.
Rollreffeinrichtung # Ein System, mit dem ein Segel um ein Profil oder Stag eingerollt und stufenlos verkleinert werden kann. Besonders bei Vorsegeln ist das bequem, verlangt aber sauberen Trimm, damit das teilweise eingerollte Segel noch gut steht.
Ruder, neutrales # Ein Zustand ohne spürbaren Ruderdruck. Das Boot ist dabei weder luvgierig noch leegierig und läuft ausbalanciert auf seinem Kurs.
Ruderdruck # Der Druck, den die steuernde Person an Pinne oder Steuerrad spürt. Ruderdruck zeigt, wie stark das Boot unter den aktuellen Bedingungen zum Anluven oder Abfallen neigt.
Rumpfgeschwindigkeit # Die theoretische Maximalgeschwindigkeit eines verdrängenden Rumpfes. Sie hängt vor allem von der Wasserlinienlänge ab und lässt sich näherungsweise mit 2,43 × √LWL berechnen, wobei LWL die Wasserlinienlänge in Metern ist und das Ergebnis in Knoten angegeben wird.
Salingbeschlag # Der Beschlag, der die Saling mit dem Mast verbindet. Er überträgt die Kräfte zwischen Mast, Saling und Want und ist damit ein kleines, aber sicherheitsrelevantes Bauteil im Rigg.
Salings # Seitlich am Mast angebrachte Stützen, auch Spreizer genannt. Sie halten die Wanten vom Mast weg, verbessern deren Hebelwirkung und stabilisieren den Mast querschiffs.
Schäkel # Ein meist U-förmiger, verschließbarer Bügel aus Metall, der als Verbindungselement dient. Schäkel verbinden Blöcke, Leinen, Ketten, Segel und Beschläge — handlich, stark und gerne genau dann verschwunden, wenn man ihn braucht.
Schothorn # Die hintere untere Ecke eines Segels. Am Schothorn wird die Schot befestigt, mit der das Segel dichtgeholt, gefiert und getrimmt wird.
Segel, biradiales # Ein Segel, dessen Bahnen in zwei Hauptrichtungen verlaufen. Dieser Schnitt wird vor allem bei Vorsegeln und Raumwindsegeln verwendet, um die Lasten besser entlang der wirkenden Kräfte aufzunehmen.
Segel, triradiales # Ein Segel, dessen Bahnen in drei Richtungen verlaufen. Triradiale Schnitte verteilen die Kräfte besonders gezielt und werden häufig bei leistungsorientierten Vorsegeln und Spinnakern eingesetzt.
Segeldruckpunkt # Der gedachte Punkt, an dem die aerodynamischen Kräfte aller Segel zusammenwirken. Seine Lage beeinflusst wesentlich, ob ein Boot luvgierig, leegierig oder gut ausbalanciert läuft.
Lateraldruckpunkt # Der gedachte Punkt, an dem die seitlichen Wasserkräfte am Unterwasserschiff zusammenwirken. Zusammen mit dem Segeldruckpunkt bestimmt er die Balance des Bootes.
Segellatten, verjüngte # Segellatten mit einem dickeren und einem dünneren Ende. Das stärkere Ende gibt Formstabilität, das dünnere Ende erlaubt kontrollierte Biegung und einen weicheren Übergang im Segelprofil.
Segellatten # Meist aus Kunststoff oder Faserverbundmaterial gefertigte Latten, die in Lattentaschen des Segels eingeschoben werden. Sie stützen das Profil, beruhigen das Achterliek und helfen dem Segel, seine Form zu halten.
Segeltrimm # Die gezielte Veränderung der Segelform und des Segelstands, damit das Segel in der jeweiligen Situation möglichst wirksam arbeitet. Es geht immer um das beste Verhältnis zwischen Auftrieb, Vortrieb, Widerstand und Kontrolle.
Sehne # Der horizontale Abstand zwischen Vorliek und Achterliek auf einer bestimmten Höhe des Segels. Die Sehne dient als Bezugsgröße, um Profiltiefe und Segelform genauer zu beschreiben.
Shape Tape # Profilschaum oder Formband am Vorliek einer Rollreff-Genua. Es hilft, das Segelprofil auch dann brauchbar zu erhalten, wenn das Segel teilweise eingerollt oder gerefft gefahren wird.
Spanner # Eine meist metallene Schraubeinrichtung, mit der Stagen und Wanten gespannt oder gelöst werden können. Über Spanner wird die Riggspannung eingestellt — nicht nach Gefühl und Gottvertrauen, sondern mit System.
Spinnaker, asymmetrischer # Ein asymmetrisch geschnittenes Raumwindsegel für höhere, also weniger tiefe Kurse. Durch seine Form kann die Luft länger am Segel entlangströmen, wodurch mehr Auftrieb und ein stabilerer Vortrieb entstehen.
Spinnaker # Ein großes, leichtes Raumwindsegel aus Nylontuch, das vor dem Boot fliegend gefahren wird. Der klassische Spinnaker ist symmetrisch, wird mit Spinnakerbaum und zwei Schoten getrimmt und liefert auf raumen Kursen mächtigen Vortrieb.
Spinnakerbaum # Eine Spiere zwischen Mast und Luvschothorn, die den Spinnaker oder ein Vorsegel auf raumen Kursen nach außen hält. Dadurch bleibt das Segel geöffnet und kann seinen Druck sauber entwickeln.
Stopper # Ein Beschlag, durch den Fallen oder Trimmleinen geführt und unter Last festgesetzt werden können. Stopper erlauben es, Leinen sicher zu belegen und Winschen wieder freizumachen.
Takelage # Das gesamte System aus Masten, Spieren, Stagen, Wanten, Fallen und weiterem laufenden sowie stehenden Gut, das notwendig ist, um Segel zu tragen, zu setzen und die Windenergie nutzbar zu machen.
Takelung, fraktionelle # Eine Takelung, bei der das Vorstag unterhalb der Mastspitze angreift. Dadurch lässt sich der obere Mastbereich leichter nach achtern biegen, was den Trimm des Großsegels und die Vorstagspannung beeinflusst.
Takelung # Die grundsätzliche Anordnung von Mast, Großbaum, Stagen, Wanten und Fallen. Die Takelung beschreibt also, wie ein Boot geriggt ist und wie die Segel am Rigg getragen werden.
Tauwerk, geschlagenes # Tauwerk aus natürlichen oder synthetischen Fasern, die zunächst zu Garnen, dann zu Kardeelen und schließlich zu einer fertigen Leine verdrillt werden. Es ist traditionell, griffig und an seiner spiraligen Struktur gut erkennbar.
Terminal # Ein metallisches Endstück an einem Stag oder Want. Über das Terminal wird das Draht- oder Fasertau sicher mit Mast, Beschlag oder Spanner verbunden.
Tiefe (Wölbung) # Die Profiltiefe eines Segels: Sie beschreibt das Verhältnis zwischen der maximalen Wölbung und der Länge der Sehne auf derselben Höhe. Mehr Tiefe erzeugt mehr Kraft, aber meist auch mehr Widerstand.
Topptakelung # Eine Takelung, bei der Vorstag und Achterstag an der Mastspitze angeschlagen sind. Der Mast wird dadurch sehr direkt zwischen Bug und Heck abgestützt; der Trimm erfolgt anders als bei fraktioneller Takelung.
Trapez # Eine Vorrichtung auf sportlichen Jollen, mit der sich ein Crewmitglied außen an der Luvseite aus dem Boot hängen kann. Dadurch wird das aufrichtende Moment erhöht und das Boot bei stärkerem Wind flacher gesegelt.
Traveller # Ein auf einer Schiene laufender Schlitten, der die Großschot mit dem Boot verbindet. Durch seitliches Verstellen des Travellers lässt sich der Winkel des Großbaums ändern, ohne sofort die Schotspannung zu verändern.
Trimmfäden # Kleine Fäden oder Tuchstreifen am Segel, die die Luftströmung sichtbar machen. Liegen sie ruhig an, strömt die Luft sauber; tanzen sie nervös herum, möchte das Segel freundlich, aber bestimmt besser getrimmt werden.
Trimmleinen # Leinen, mit denen Segelprofil, Spannung oder Stellung verändert werden. Dazu zählen etwa Cunningham, Unterliekstrecker, Baumniederholer, Achterstag oder Reffleinen.
Tuch, hybrides # Segeltuch aus mehreren Materialien, die miteinander kombiniert oder laminiert werden. Ziel ist eine Mischung aus Formstabilität, geringem Gewicht, Haltbarkeit und kontrollierter Dehnung.
Tweaker # Eine etwa mittschiffs angesetzte Talje zwischen Laufdeck und Spinnakerschot. Sie zieht die Schot auf raumen Kursen nach innen und unten und verändert damit den Zugwinkel, ähnlich wie ein Barberholer bei Fock oder Genua.
Übertakelt # Ein Boot ist übertakelt, wenn es für die herrschenden Bedingungen zu viel Segelfläche trägt. Die Folge sind übermäßige Krängung, hoher Ruderdruck und oft weniger Geschwindigkeit statt mehr.
Umflochtenes Tauwerk # Tauwerk mit einem inneren Faserkern und einer geflochtenen Ummantelung. Diese Konstruktion verbindet Festigkeit, angenehme Handhabung und Schutz des tragenden Kerns.
Unterliek # Die untere Kante eines Segels. Beim Großsegel verläuft das Unterliek meist entlang des Baums; seine Spannung beeinflusst die Tiefe des unteren Segelprofils.
Unterwanten # Wanten, die unterhalb der Salings am Mast angreifen und zu den Püttings auf den Laufdecks führen. Sie stabilisieren den unteren Mastbereich und beeinflussen dessen Biegung.
Unterwasserschiff # Alle Teile des Rumpfes, die unterhalb der Wasserlinie liegen oder im Wasser eingetaucht sind. Form und Zustand des Unterwasserschiffs beeinflussen Widerstand, Kursstabilität und Geschwindigkeit erheblich.
Verkeilen # Das Fixieren eines Gegenstands in einer Öffnung mit keilförmigen Stücken aus Holz, Kunststoff oder Metall. Beim Mastdurchbruch kann der Mast so im Decksbereich zentriert und seitlich abgestützt werden.

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