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Plant Knowledge

🌱 Rote Johannisbeere · Ribisel · Ribes rubrum

Rote Johannisbeeren sind robuste, mehrjährige Beerensträucher. Anders als Himbeeren erneuern sie sich nicht jährlich durch vollständig neue Fruchtruten. Ihr Ertrag entsteht vor allem an kurzen Seitentrieben und Fruchtspießen auf zwei- und mehrjährigem Holz.

Das Ziel der Pflege ist daher kein radikaler Rückschnitt, sondern ein dauerhaftes, luftiges Grundgerüst aus jungen, mittleren und älteren Hauptästen.

Diese Seite behandelt rote und grundsätzlich auch weiße Johannisbeeren. Schwarze Johannisbeeren werden anders geschnitten und sollten nicht nach diesem Schema behandelt werden.

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Schnellübersicht

Die wichtigsten Anforderungen auf einen Blick

Grundbedingungen für gesunde und ertragreiche Ribisel
Bereich Empfehlung
Standort Sonnig bis halbschattig, luftig und möglichst vor starkem Wind sowie Spätfrost geschützt.
Boden Humos, nährstoffreich, gleichmäßig feucht und gut drainiert. Keine dauerhafte Staunässe.
pH-Wert Schwach sauer bis neutral, ideal ungefähr pH 6,0–6,5.
Wasser Während Blüte, Fruchtbildung und Reife nicht austrocknen lassen. Topfpflanzen regelmäßig kontrollieren.
Düngung Im Beet meist Kompost oder eine maßvolle Frühjahrsdüngung. Im Topf regelmäßig, aber nicht stickstofflastig düngen.
Blüte Meist April bis Mai. Offene Blüten sind empfindlich gegenüber Spätfrost.
Ernte Je nach Sorte und Lage meist von Ende Juni bis August.
Fruchtholz Früchte entstehen an der Basis vorjähriger Triebe sowie an kurzen Fruchtspießen auf älterem Holz.
Schnitt Im Spätwinter auslichten und verjüngen. Kurze Seitentriebe erhalten beziehungsweise gezielt einkürzen, nicht wahllos entfernen.
Topfkultur Gefäß mit mindestens etwa 45 cm Durchmesser, standfest und mit freiem Wasserabzug.

Inhalt

1. Wuchsform und Fruchtholz verstehen

Rote Johannisbeeren wachsen als mehrjährige, laubabwerfende Sträucher. Sie bilden ein dauerhaftes Gerüst aus mehreren Hauptästen, die sich über Jahre verzweigen.

Die Blütenknospen entstehen vor allem an der Basis der Triebe, die im vorhergehenden Jahr gewachsen sind, sowie an kurzen, langsam wachsenden Seitentrieben auf älterem Holz. Diese kurzen Triebe werden als Fruchtspieße bezeichnet.

Ein gut aufgebauter Strauch besteht daher aus einer Mischung aus jungen, mittleren und älteren Ästen. Wird sämtliches älteres Holz entfernt, fehlen viele der bereits angelegten Fruchtstellen.

Kurze Seitentriebe sind bei roten Ribiseln kein nutzloses Gestrüpp. Sie sind häufig genau jene Stellen, an denen im folgenden Jahr die Früchte hängen.

2. Rote, weiße und schwarze Johannisbeeren

Rote Johannisbeeren

Rote Johannisbeeren bilden lange Fruchttrauben mit meist säuerlichen, durchscheinenden Beeren. Sie tragen vor allem an kurzen Seitentrieben und Fruchtspießen auf älterem Holz.

Weiße Johannisbeeren

Weiße Johannisbeeren sind eng mit roten Johannisbeeren verwandt und werden im Wesentlichen gleich gepflegt und geschnitten. Ihre Früchte sind meist milder und weniger säuerlich.

Schwarze Johannisbeeren

Schwarze Johannisbeeren gehören zwar ebenfalls zur Gattung Ribes, tragen aber bevorzugt an kräftigem, jungem Holz. Bei ihnen wird wesentlich stärker auf die laufende Erneuerung aus der Basis gesetzt.

Das Schnittschema dieser Seite ist für rote und weiße Johannisbeeren gedacht. Bei einer schwarzen Johannisbeere wäre es zu zurückhaltend.

3. Lage, Sonne und Klima

Sonne

Rote Johannisbeeren wachsen sowohl in voller Sonne als auch im Halbschatten. An einem sonnigen Standort reifen die Früchte meist früher, werden süßer und der Ertrag fällt höher aus.

Lichter Halbschatten wird besser vertragen als bei vielen anderen Beerenarten. Die Früchte reifen dort jedoch meist etwas später und bleiben säuerlicher.

Hitze

Johannisbeeren stammen aus eher gemäßigten Klimazonen. Extreme, stehende Hitze vor südseitigen Mauern oder auf aufgeheizten Balkonen kann Blätter, Früchte und Wurzeln belasten.

In sehr heißen Lagen ist ein Platz mit Morgensonne und leichtem Schatten am späten Nachmittag oft günstiger als ganztägige, ungebremste Sonneneinstrahlung.

Wind

Ein luftiger Standort hilft, Blätter nach Regen rasch abtrocknen zu lassen. Starker Wind kann jedoch Triebe abbrechen, Blüten schädigen und den Wasserverbrauch von Topfpflanzen stark erhöhen.

Spätfrost

Der Strauch selbst ist gut winterhart. Empfindlich sind jedoch die bereits geöffneten Blüten. Ein Spätfrost im April oder Mai kann einen erheblichen Teil der späteren Ernte vernichten.

Bei angekündigtem Nachtfrost kann der Strauch locker mit Gartenvlies geschützt werden. Die Abdeckung sollte tagsüber entfernt werden, damit bestäubende Insekten die Blüten erreichen.

Winterkälte ist für eine ruhende Ribisel selten das Problem. Gefährlich ist Frost dann, wenn die Pflanze bereits glaubt, der Frühling habe endgültig gewonnen.

4. Erde und Pflanzung

Geeigneter Boden

Johannisbeeren bevorzugen einen humosen, nährstoffreichen und gleichmäßig feuchten Boden. Gleichzeitig muss überschüssiges Wasser zuverlässig ablaufen können.

Mittelschwere, lehmig-humose Gartenböden sind meist sehr gut geeignet. Sehr sandige Böden trocknen schnell aus, schwere und verdichtete Böden neigen zu Staunässe.

pH-Wert

Ein schwach saurer bis neutraler Boden ist ideal. Ein Bereich von ungefähr pH 6,0–6,5 bietet eine gute Verfügbarkeit der wichtigsten Nährstoffe.

Bodenverbesserung

Pflanzzeit

Wurzelnackte Johannisbeeren werden während der Ruhezeit vom Spätherbst bis zum zeitigen Frühjahr gepflanzt, sofern der Boden frostfrei und nicht vernässt ist.

Containerpflanzen können grundsätzlich während der gesamten frostfreien Zeit gesetzt werden. Frühjahr und Herbst sind günstiger als eine Pflanzung während sommerlicher Hitze.

Pflanzabstand

Frei wachsende Sträucher benötigen je nach Sorte ungefähr 1,2–1,5 m Abstand. Enger gesetzte Pflanzen wachsen rasch ineinander, was Belüftung, Schnitt und Ernte erschwert.

Nach der Pflanzung

Mineraldünger gehört nicht konzentriert in das Pflanzloch. Junge Wurzeln reagieren auf hohe Salzkonzentrationen ungefähr so begeistert wie eine Schnecke auf einen Salzstreuer.

5. Gießen und Mulchen

Frisch gepflanzte Ribisel benötigen während der ersten ein bis zwei Jahre eine verlässliche Wasserversorgung. Später kommen ausgepflanzte, gut eingewurzelte Sträucher meist mit normalen Niederschlägen zurecht.

Während längerer Trockenperioden sowie während Blüte, Fruchtbildung und Reife sollte der Boden jedoch nicht vollständig austrocknen.

Richtig gießen

Mulchen

Eine mindestens 5 cm starke Mulchschicht aus reifem Kompost, Laubkompost, gut verrottetem Mist oder anderem organischem Material hält die Erde feucht, schützt die flachen Wurzeln und unterdrückt konkurrierende Beikräuter.

Rund um die Basis des Strauches bleibt ein kleiner Bereich frei. Liegt dauerhaft feuchter Mulch direkt an den Stämmen, können Rinde und Wurzelhals faulen.

Mulch schützt die Wurzeln. Er ersetzt aber weder das Gießen noch einen funktionierenden Wasserabzug.

6. Nährstoffe und Düngung

Johannisbeeren sind keine extremen Starkzehrer. Ein regelmäßig gemulchter Strauch in humoser Gartenerde benötigt häufig weniger Dünger, als man ihm aus Fürsorge angedeihen lassen möchte.

Düngung im Beet

Im Frühjahr wird eine Schicht reifer Kompost rund um den Strauch verteilt. Bei gutem Wachstum und normalem Ertrag ist meist keine zusätzliche Düngung notwendig.

Bleibt das Wachstum schwach oder zeigt eine Bodenanalyse einen Nährstoffmangel, kann im zeitigen Frühjahr ein organischer Beerendünger oder ein ausgewogener, granulierter Volldünger nach Herstellerangabe gegeben werden.

Düngung im Topf

Im begrenzten Erdvolumen werden Nährstoffe schneller verbraucht und teilweise mit dem Gießwasser ausgewaschen.

Für Topfpflanzen eignen sich zwei grundsätzliche Methoden:

Beide Methoden sollten nicht ohne Anpassung gleichzeitig in voller Dosierung angewendet werden.

Wichtige Nährstoffe

Überdüngung erkennen

Gelbe Blätter sind kein eindeutiger Ruf nach Dünger. Staunässe, falscher pH-Wert, Wurzelschäden und Schädlinge können dieselben Symptome verursachen.

7. Richtig zurückschneiden

Das Ziel ist ein lockerer, becherförmiger Strauch mit offenem Zentrum. Licht und Luft sollen alle wichtigen Bereiche erreichen, ohne dass das wertvolle Fruchtholz vollständig entfernt wird.

Rote Johannisbeeren tragen an vorjährigem und älterem Holz. Ein radikaler bodennaher Rückschnitt wie bei Herbsthimbeeren würde die Ernte auf absehbare Zeit gründlich entsorgen.

Der ideale Aufbau

Ein ausgewachsener Strauch besitzt ungefähr acht bis zehn gut verteilte Hauptäste. Diese wachsen von einem kurzen Stamm oder einer lockeren Basis nach außen.

Das Zentrum bleibt möglichst frei. Nach innen wachsende, scheuernde oder sich kreuzende Äste werden entfernt.

Junge Pflanzen

In den ersten Jahren steht der Aufbau eines stabilen Gerüstes im Vordergrund. Kräftige, sinnvoll angeordnete Haupttriebe bleiben erhalten. Entfernt werden vor allem:

Winterschnitt bei etablierten Sträuchern

Der Hauptschnitt erfolgt im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr, solange der Strauch noch ruht und bevor die Knospen deutlich austreiben.

  1. Totes, krankes und beschädigtes Holz vollständig entfernen.
  2. Nach innen wachsende, sich kreuzende und zu dicht stehende Triebe entfernen.
  3. Sehr tief hängende Äste entfernen, deren Früchte später den Boden berühren würden.
  4. Den Zuwachs des Vorjahres an den Hauptästen um ungefähr ein Viertel bis höchstens die Hälfte einkürzen.
  5. Seitentriebe am älteren Gerüst auf ein bis zwei kräftige Knospen zurückschneiden.
  6. An ausgewachsenen Sträuchern jährlich oder alle zwei Jahre ein bis zwei sehr alte, wenig produktive Hauptäste entfernen.
  7. Einen kräftigen jungen Trieb als Ersatz für jeden entfernten Hauptast stehen lassen.

Warum auf eine äußere Knospe schneiden?

Der neue Trieb wächst meist in jene Richtung, in die die oberste verbleibende Knospe zeigt. Ein Schnitt knapp über einer nach außen gerichteten Knospe hilft deshalb, das Zentrum des Strauches offen zu halten.

Sommerschnitt

Ein Sommerschnitt ist bei frei wachsenden Sträuchern nicht immer notwendig. Bei sehr starkem Wachstum können neue Seitentriebe im Juni oder Juli auf ungefähr fünf Blätter eingekürzt werden.

Kräftige junge Triebe, die später einen alten Hauptast ersetzen sollen, dürfen dabei nicht gekürzt werden.

Alte, vernachlässigte Sträucher

Ein über Jahre nicht geschnittener Strauch sollte nicht vollständig auf einmal verjüngt werden. Besser ist es, über zwei bis drei Winter hinweg jährlich einen Teil der ältesten Äste bodennah zu entfernen.

So bleibt ausreichend Fruchtholz erhalten, während gleichzeitig junge Ersatztriebe aufgebaut werden.

Werkzeughygiene

8. Blüte und Bestäubung

Die unscheinbaren gelblich-grünen Blüten erscheinen meist im April oder Mai in herabhängenden Trauben.

Rote Johannisbeeren sind grundsätzlich selbstfruchtbar. Eine einzelne Pflanze kann daher Früchte bilden. Eine zweite Sorte in der Nähe kann dennoch die Bestäubung und den Ertrag verbessern.

Die Blüten werden von Insekten besucht. Während der Blüte sollten keine bienengefährlichen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Unvollständig entwickelte Trauben

Bleiben einzelne Stellen einer Fruchttraube leer, können mehrere Ursachen infrage kommen:

9. Ernte und Lagerung

Wann sind Ribisel reif?

Reife rote Johannisbeeren sind vollständig ausgefärbt, durchscheinend, prall und deutlich weicher als unreife Früchte. Sie bleiben auch vollreif charakteristisch säuerlich.

Je nach Sorte und Witterung liegt die Erntezeit meist zwischen Ende Juni und August.

Wie wird geerntet?

Die empfindlichen Früchte werden nicht einzeln abgerissen. Stattdessen wird die gesamte Fruchttraube vorsichtig abgeschnitten oder am Stiel abgezupft.

Die einzelnen Beeren werden erst unmittelbar vor der Verwendung mit einer Gabel oder den Fingern von der Traube gelöst.

Frischverzehr

Für den Frischverzehr sollten die Trauben möglichst vollständig reif sein. Dann sind die Beeren aromatischer und etwas weniger sauer.

Marmelade und Gelee

Für Gelee oder Marmelade können die Früchte knapp vor der vollständigen Reife geerntet werden. Zu diesem Zeitpunkt ist ihr natürlicher Pektingehalt höher.

Lagerung

Johannisbeeren sind keine Äpfel. Nach der Ernte werden sie nicht wesentlich reifer, nur älter.

10. Ribisel im Topf und auf dem Balkon

Rote Johannisbeeren lassen sich gut im Kübel kultivieren. Der begrenzte Wurzelraum verlangt jedoch regelmäßigeres Gießen, Düngen und gelegentliches Umtopfen.

Topfgröße

Der Topf sollte mindestens etwa 45 cm breit und tief sein. Ein größeres Gefäß ist langfristig günstiger, weil es Wasser und Nährstoffe gleichmäßiger bereitstellt und weniger rasch überhitzt.

Geeignetes Substrat

Empfehlenswert ist eine strukturstabile, humose und lehmhaltige Pflanzerde für mehrjährige Kübelpflanzen.

Reine, sehr leichte Blumenerde sackt mit der Zeit zusammen und trocknet häufig ungleichmäßig aus. Mineralische Bestandteile wie Bims, Lava oder Perlit können Struktur und Wasserabzug verbessern.

Drainage

Gießen im Topf

Während warmer und windiger Perioden muss die Erde täglich kontrolliert werden. Sie sollte gleichmäßig feucht bleiben, aber nicht dauerhaft nass sein.

Düngen im Topf

Im Frühjahr wird entweder ein Langzeitdünger eingearbeitet oder während der Wachstumszeit regelmäßig schwach flüssig gedüngt. Kaliumbetonte Dünger unterstützen Blüten- und Fruchtbildung.

Umtopfen

Kübelpflanzen sollten alle zwei bis vier Jahre im Frühjahr umgetopft werden. Ist kein größeres Gefäß mehr möglich, wird ein Teil der alten Erde ersetzt und der Wurzelballen vorsichtig gelockert.

In den Jahren dazwischen kann die obere Erdschicht entfernt und durch frisches Substrat oder Kompost ersetzt werden.

Überwinterung

Eine Ribisel ist winterhart. Ein kleiner, vollständig durchgefrorener Wurzelballen ist es deutlich weniger.

11. Krankheiten und Schädlinge

Johannisbeerblasenlaus

Auffällige rote oder gelbliche Blasen auf der Blattoberseite entstehen häufig durch Johannisbeerblasenläuse, die auf der Blattunterseite saugen.

Ein leichter Befall ist meist eher kosmetisch. Stark befallene Blätter und Triebspitzen können entfernt werden. Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen leisten häufig den größeren Teil der Arbeit.

Andere Blattläuse

Blattläuse sitzen vor allem an jungen Triebspitzen. Sie können eingerollte Blätter, klebrigen Honigtau und verkrüppeltes Wachstum verursachen.

Spinnmilben

Feine helle Sprenkel, bronzefarbene Blätter und zarte Gespinste auf den Blattunterseiten deuten auf Spinnmilben hin. Sie treten besonders bei Hitze, trockener Luft und geschwächten Topfpflanzen auf.

Mehltau

Ein weißlicher, mehlartiger Belag auf Blättern und jungen Trieben kann auf Echten Mehltau hinweisen.

Vorbeugend helfen ein luftiger Standort, ein offener Strauchaufbau, ausreichende Wasserversorgung und das Entfernen befallener Pflanzenteile.

Blattfleckenkrankheiten

Braune oder graue Flecken mit klarer Begrenzung können auf pilzliche Blattfleckenkrankheiten hindeuten. Befallenes Falllaub sollte im Herbst entfernt werden, damit weniger Pilzsporen am Standort überwintern.

Gallmilben

Ungewöhnlich verdickte oder deformierte Knospen können durch Gallmilben verursacht werden. Stark betroffene Knospen oder Triebe werden entfernt.

Vögel

Sobald sich die Früchte färben, werden sie für Vögel interessant. Ein Schutznetz muss straff gespannt sein und regelmäßig kontrolliert werden, damit sich keine Tiere darin verfangen.

Eine stabile Obstkäfig-Konstruktion ist sicherer als lose über den Strauch geworfene Netze.

Vorbeugung

12. Pflegekalender

Die Zeitpunkte verschieben sich je nach Wetter, Höhenlage und Sorte.

Ribisel durch das Gartenjahr
Zeitraum Arbeiten
Jänner Ruhephase. Winterschutz von Topfpflanzen und Feuchtigkeit kontrollieren.
Februar Winterschnitt an frostfreien Tagen durchführen: auslichten, Fruchtholz ordnen und alte Äste verjüngen.
März Schnitt abschließen, bevor der Austrieb beginnt. Kompost oder bei Bedarf Frühjahrsdünger ausbringen.
April Austrieb und Blüte beobachten. Bei angekündigtem Spätfrost zeitweise mit Vlies schützen.
Mai Auf Blattläuse, Blasenläuse und Mehltau kontrollieren. Während trockener Perioden ausreichend gießen.
Juni Fruchtbildung beobachten, Wassermangel vermeiden und bei Bedarf Vogelschutz anbringen.
Juli Hauptsaison vieler Sorten. Ganze Trauben ernten. Bei starkem Wachstum optional Sommerschnitt durchführen.
August Späte Sorten ernten. Kranke oder beschädigte Früchte entfernen. Keine starke Stickstoffdüngung mehr.
September Pflanze ausreifen lassen. Nur abgestorbene oder eindeutig kranke Triebe entfernen.
Oktober Falllaub und Fruchtreste entfernen. Günstige Pflanzzeit für neue, wurzelnackte Sträucher beginnt.
November Kompost oder gut verrottetes organisches Material aufbringen und Topfpflanzen auf den Winter vorbereiten.
Dezember Ruhephase. An frostfreien Tagen bei Topfpflanzen gelegentlich die Erdfeuchte prüfen.

13. Häufige Probleme erkennen

Symptome, mögliche Ursachen und erste Maßnahmen
Beobachtung Mögliche Ursache und Maßnahme
Rote, blasige Blattwölbungen Wahrscheinlich Johannisbeerblasenlaus. Blattunterseiten kontrollieren, Nützlinge schonen und stark befallene Blätter entfernen.
Eingerollte junge Blätter Blattläuse, Trockenstress oder kalter Wind. Triebspitzen und Blattunterseiten untersuchen.
Feine helle Sprenkel und Gespinste Wahrscheinlicher Spinnmilbenbefall. Pflanze abduschen, gleichmäßig gießen und Befall frühzeitig behandeln.
Weißer, abwischbarer Belag Möglicher Echter Mehltau. Luftzirkulation verbessern und befallene Teile entfernen.
Braune, klar begrenzte Blattflecken Mögliche Blattfleckenkrankheit. Befallenes Laub entfernen und den Strauch auslichten.
Braune, trockene Blattränder Trockenstress, Hitze, Wind oder Salzschaden. Erdfeuchte, Standort und Düngung kontrollieren.
Junge Blätter gelb, Adern grün Möglicher Eisenmangel durch hohen pH-Wert, Staunässe oder geschädigte Wurzeln.
Ältere Blätter zwischen den Adern gelb Möglicher Magnesium- oder Stickstoffmangel. Boden, Düngung und Wurzelzustand prüfen.
Wenige oder unvollständige Fruchttrauben Spätfrost, schlechte Bestäubung, Trockenstress, zu wenig Licht oder falscher Schnitt.
Viel junges Holz, aber wenige Früchte Zu viel Stickstoff oder zu starker Rückschnitt. Düngung reduzieren und mehr Fruchtholz erhalten.
Pflanze welkt trotz nasser Erde Verdacht auf Sauerstoffmangel oder Wurzelschaden. Staunässe beseitigen und Wasserabzug kontrollieren.
Einzelne Äste sterben ab Verletzung, Pilzbefall, Holzschädling oder Wurzelschaden. Betroffenen Ast bis ins gesunde Holz zurückschneiden.

14. Vermehrung

Rote Johannisbeeren lassen sich vergleichsweise einfach durch verholzte Stecklinge vermehren.

Steckholz

Zwischen Herbst und Spätwinter wird ein etwa 20 cm langes Stück eines gesunden, jungen Triebes geschnitten.

  1. Einen gesunden, gut ausgereiften einjährigen Trieb auswählen.
  2. Steckholz unterhalb einer Knospe gerade abschneiden.
  3. Oberes Ende knapp oberhalb einer Knospe schräg schneiden.
  4. Steckholz so tief in lockere Erde setzen, dass nur ein bis zwei Knospen über der Oberfläche bleiben.
  5. Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass halten.

Stecklinge sollten nur von gesunden, vitalen Pflanzen genommen werden. Krankheiten und Viren würden sonst mitvermehrt.

Alte, sichtbar geschwächte Pflanzen sind keine besonders romantischen Ahnen. Für die Vermehrung zählt Gesundheit mehr als Tradition.

15. Kurzcheck für gesunde Ribisel

Eine gute Ribiselpflege besteht weniger aus Aktionismus als aus kluger Zurückhaltung: feuchte Erde, ein luftiges Gerüst und genügend altes Holz, um überhaupt Früchte tragen zu können.

Sources & further reading

General cultivation and pruning references

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