Plant Knowledge
Rote Johannisbeeren sind robuste, mehrjährige Beerensträucher. Anders als Himbeeren erneuern sie sich nicht jährlich durch vollständig neue Fruchtruten. Ihr Ertrag entsteht vor allem an kurzen Seitentrieben und Fruchtspießen auf zwei- und mehrjährigem Holz.
Das Ziel der Pflege ist daher kein radikaler Rückschnitt, sondern ein dauerhaftes, luftiges Grundgerüst aus jungen, mittleren und älteren Hauptästen.
Diese Seite behandelt rote und grundsätzlich auch weiße Johannisbeeren. Schwarze Johannisbeeren werden anders geschnitten und sollten nicht nach diesem Schema behandelt werden.
Schnellübersicht
| Bereich | Empfehlung |
|---|---|
| Standort | Sonnig bis halbschattig, luftig und möglichst vor starkem Wind sowie Spätfrost geschützt. |
| Boden | Humos, nährstoffreich, gleichmäßig feucht und gut drainiert. Keine dauerhafte Staunässe. |
| pH-Wert | Schwach sauer bis neutral, ideal ungefähr pH 6,0–6,5. |
| Wasser | Während Blüte, Fruchtbildung und Reife nicht austrocknen lassen. Topfpflanzen regelmäßig kontrollieren. |
| Düngung | Im Beet meist Kompost oder eine maßvolle Frühjahrsdüngung. Im Topf regelmäßig, aber nicht stickstofflastig düngen. |
| Blüte | Meist April bis Mai. Offene Blüten sind empfindlich gegenüber Spätfrost. |
| Ernte | Je nach Sorte und Lage meist von Ende Juni bis August. |
| Fruchtholz | Früchte entstehen an der Basis vorjähriger Triebe sowie an kurzen Fruchtspießen auf älterem Holz. |
| Schnitt | Im Spätwinter auslichten und verjüngen. Kurze Seitentriebe erhalten beziehungsweise gezielt einkürzen, nicht wahllos entfernen. |
| Topfkultur | Gefäß mit mindestens etwa 45 cm Durchmesser, standfest und mit freiem Wasserabzug. |
Inhalt
- Wuchsform und Fruchtholz
- Rote, weiße und schwarze Johannisbeeren
- Lage, Sonne und Klima
- Erde und Pflanzung
- Gießen und Mulchen
- Nährstoffe und Düngung
- Richtig zurückschneiden
- Blüte und Bestäubung
- Ernte und Lagerung
- Ribisel im Topf
- Krankheiten und Schädlinge
- Pflegekalender
- Probleme erkennen
- Vermehrung
- Kurzcheck
1. Wuchsform und Fruchtholz verstehen
Rote Johannisbeeren wachsen als mehrjährige, laubabwerfende Sträucher. Sie bilden ein dauerhaftes Gerüst aus mehreren Hauptästen, die sich über Jahre verzweigen.
Die Blütenknospen entstehen vor allem an der Basis der Triebe, die im vorhergehenden Jahr gewachsen sind, sowie an kurzen, langsam wachsenden Seitentrieben auf älterem Holz. Diese kurzen Triebe werden als Fruchtspieße bezeichnet.
Ein gut aufgebauter Strauch besteht daher aus einer Mischung aus jungen, mittleren und älteren Ästen. Wird sämtliches älteres Holz entfernt, fehlen viele der bereits angelegten Fruchtstellen.
Kurze Seitentriebe sind bei roten Ribiseln kein nutzloses Gestrüpp. Sie sind häufig genau jene Stellen, an denen im folgenden Jahr die Früchte hängen.
2. Rote, weiße und schwarze Johannisbeeren
Rote Johannisbeeren
Rote Johannisbeeren bilden lange Fruchttrauben mit meist säuerlichen, durchscheinenden Beeren. Sie tragen vor allem an kurzen Seitentrieben und Fruchtspießen auf älterem Holz.
Weiße Johannisbeeren
Weiße Johannisbeeren sind eng mit roten Johannisbeeren verwandt und werden im Wesentlichen gleich gepflegt und geschnitten. Ihre Früchte sind meist milder und weniger säuerlich.
Schwarze Johannisbeeren
Schwarze Johannisbeeren gehören zwar ebenfalls zur Gattung Ribes, tragen aber bevorzugt an kräftigem, jungem Holz. Bei ihnen wird wesentlich stärker auf die laufende Erneuerung aus der Basis gesetzt.
Das Schnittschema dieser Seite ist für rote und weiße Johannisbeeren gedacht. Bei einer schwarzen Johannisbeere wäre es zu zurückhaltend.
3. Lage, Sonne und Klima
Sonne
Rote Johannisbeeren wachsen sowohl in voller Sonne als auch im Halbschatten. An einem sonnigen Standort reifen die Früchte meist früher, werden süßer und der Ertrag fällt höher aus.
Lichter Halbschatten wird besser vertragen als bei vielen anderen Beerenarten. Die Früchte reifen dort jedoch meist etwas später und bleiben säuerlicher.
Hitze
Johannisbeeren stammen aus eher gemäßigten Klimazonen. Extreme, stehende Hitze vor südseitigen Mauern oder auf aufgeheizten Balkonen kann Blätter, Früchte und Wurzeln belasten.
In sehr heißen Lagen ist ein Platz mit Morgensonne und leichtem Schatten am späten Nachmittag oft günstiger als ganztägige, ungebremste Sonneneinstrahlung.
Wind
Ein luftiger Standort hilft, Blätter nach Regen rasch abtrocknen zu lassen. Starker Wind kann jedoch Triebe abbrechen, Blüten schädigen und den Wasserverbrauch von Topfpflanzen stark erhöhen.
Spätfrost
Der Strauch selbst ist gut winterhart. Empfindlich sind jedoch die bereits geöffneten Blüten. Ein Spätfrost im April oder Mai kann einen erheblichen Teil der späteren Ernte vernichten.
Bei angekündigtem Nachtfrost kann der Strauch locker mit Gartenvlies geschützt werden. Die Abdeckung sollte tagsüber entfernt werden, damit bestäubende Insekten die Blüten erreichen.
Winterkälte ist für eine ruhende Ribisel selten das Problem. Gefährlich ist Frost dann, wenn die Pflanze bereits glaubt, der Frühling habe endgültig gewonnen.
4. Erde und Pflanzung
Geeigneter Boden
Johannisbeeren bevorzugen einen humosen, nährstoffreichen und gleichmäßig feuchten Boden. Gleichzeitig muss überschüssiges Wasser zuverlässig ablaufen können.
Mittelschwere, lehmig-humose Gartenböden sind meist sehr gut geeignet. Sehr sandige Böden trocknen schnell aus, schwere und verdichtete Böden neigen zu Staunässe.
pH-Wert
Ein schwach saurer bis neutraler Boden ist ideal. Ein Bereich von ungefähr pH 6,0–6,5 bietet eine gute Verfügbarkeit der wichtigsten Nährstoffe.
Bodenverbesserung
- reife Komposterde oberflächlich einarbeiten
- verdichtete Erde vor der Pflanzung gründlich lockern
- bei schwerem Boden für besseren Wasserabfluss sorgen
- bei sandigem Boden Humus und strukturstabile Erde ergänzen
- mehrjährige Wurzelunkräuter vor der Pflanzung entfernen
Pflanzzeit
Wurzelnackte Johannisbeeren werden während der Ruhezeit vom Spätherbst bis zum zeitigen Frühjahr gepflanzt, sofern der Boden frostfrei und nicht vernässt ist.
Containerpflanzen können grundsätzlich während der gesamten frostfreien Zeit gesetzt werden. Frühjahr und Herbst sind günstiger als eine Pflanzung während sommerlicher Hitze.
Pflanzabstand
Frei wachsende Sträucher benötigen je nach Sorte ungefähr 1,2–1,5 m Abstand. Enger gesetzte Pflanzen wachsen rasch ineinander, was Belüftung, Schnitt und Ernte erschwert.
Nach der Pflanzung
- Wurzeln vor der Pflanzung nicht austrocknen lassen
- Pflanzloch deutlich breiter als den Wurzelballen ausheben
- Erde vorsichtig antreten, nicht betonieren
- gründlich einschlämmen
- eine Mulchschicht aufbringen
- schwache, beschädigte Triebe entfernen
Mineraldünger gehört nicht konzentriert in das Pflanzloch. Junge Wurzeln reagieren auf hohe Salzkonzentrationen ungefähr so begeistert wie eine Schnecke auf einen Salzstreuer.
5. Gießen und Mulchen
Frisch gepflanzte Ribisel benötigen während der ersten ein bis zwei Jahre eine verlässliche Wasserversorgung. Später kommen ausgepflanzte, gut eingewurzelte Sträucher meist mit normalen Niederschlägen zurecht.
Während längerer Trockenperioden sowie während Blüte, Fruchtbildung und Reife sollte der Boden jedoch nicht vollständig austrocknen.
Richtig gießen
- gründlich und direkt auf den Wurzelbereich gießen
- lieber seltener und durchdringend als täglich oberflächlich
- möglichst morgens oder am frühen Abend gießen
- Blätter und Früchte nicht regelmäßig nass spritzen
- Topfuntersetzer nach dem Gießen entleeren
- bei Hitze Topfpflanzen täglich kontrollieren
Mulchen
Eine mindestens 5 cm starke Mulchschicht aus reifem Kompost, Laubkompost, gut verrottetem Mist oder anderem organischem Material hält die Erde feucht, schützt die flachen Wurzeln und unterdrückt konkurrierende Beikräuter.
Rund um die Basis des Strauches bleibt ein kleiner Bereich frei. Liegt dauerhaft feuchter Mulch direkt an den Stämmen, können Rinde und Wurzelhals faulen.
Mulch schützt die Wurzeln. Er ersetzt aber weder das Gießen noch einen funktionierenden Wasserabzug.
6. Nährstoffe und Düngung
Johannisbeeren sind keine extremen Starkzehrer. Ein regelmäßig gemulchter Strauch in humoser Gartenerde benötigt häufig weniger Dünger, als man ihm aus Fürsorge angedeihen lassen möchte.
Düngung im Beet
Im Frühjahr wird eine Schicht reifer Kompost rund um den Strauch verteilt. Bei gutem Wachstum und normalem Ertrag ist meist keine zusätzliche Düngung notwendig.
Bleibt das Wachstum schwach oder zeigt eine Bodenanalyse einen Nährstoffmangel, kann im zeitigen Frühjahr ein organischer Beerendünger oder ein ausgewogener, granulierter Volldünger nach Herstellerangabe gegeben werden.
Düngung im Topf
Im begrenzten Erdvolumen werden Nährstoffe schneller verbraucht und teilweise mit dem Gießwasser ausgewaschen.
Für Topfpflanzen eignen sich zwei grundsätzliche Methoden:
- im Frühjahr einen geeigneten organischen oder mineralischen Langzeitdünger in die obere Erdschicht einarbeiten
- während der Wachstumszeit etwa alle zwei Wochen einen kaliumbetonten Flüssigdünger in schwacher Dosierung geben
Beide Methoden sollten nicht ohne Anpassung gleichzeitig in voller Dosierung angewendet werden.
Wichtige Nährstoffe
- Stickstoff: fördert Blätter und Triebe. Zu viel Stickstoff führt zu weichem Wachstum und kann Blüte sowie Fruchtreife verschlechtern.
- Kalium: unterstützt Blütenbildung, Fruchtentwicklung, Wasserhaushalt und die Ausreifung des Holzes.
- Magnesium: ist für die Chlorophyllbildung wichtig. Ein Mangel zeigt sich häufig zuerst an älteren Blättern.
- Eisen: kann bei hohem pH-Wert oder geschädigten Wurzeln trotz vorhandener Vorräte schlecht aufgenommen werden.
Überdüngung erkennen
- auffallend lange, weiche und dunkelgrüne Triebe
- wenige Blüten trotz üppigem Wachstum
- braune Blattspitzen oder Blattränder
- weiße Salzablagerungen auf der Erdoberfläche
- schlaffe Blätter trotz feuchter Erde
Gelbe Blätter sind kein eindeutiger Ruf nach Dünger. Staunässe, falscher pH-Wert, Wurzelschäden und Schädlinge können dieselben Symptome verursachen.
7. Richtig zurückschneiden
Das Ziel ist ein lockerer, becherförmiger Strauch mit offenem Zentrum. Licht und Luft sollen alle wichtigen Bereiche erreichen, ohne dass das wertvolle Fruchtholz vollständig entfernt wird.
Rote Johannisbeeren tragen an vorjährigem und älterem Holz. Ein radikaler bodennaher Rückschnitt wie bei Herbsthimbeeren würde die Ernte auf absehbare Zeit gründlich entsorgen.
Der ideale Aufbau
Ein ausgewachsener Strauch besitzt ungefähr acht bis zehn gut verteilte Hauptäste. Diese wachsen von einem kurzen Stamm oder einer lockeren Basis nach außen.
Das Zentrum bleibt möglichst frei. Nach innen wachsende, scheuernde oder sich kreuzende Äste werden entfernt.
Junge Pflanzen
In den ersten Jahren steht der Aufbau eines stabilen Gerüstes im Vordergrund. Kräftige, sinnvoll angeordnete Haupttriebe bleiben erhalten. Entfernt werden vor allem:
- abgestorbene oder beschädigte Triebe
- sehr schwaches Holz
- nach innen wachsende Äste
- sich kreuzende oder scheuernde Triebe
- sehr tief liegende Äste, die später den Boden berühren
Winterschnitt bei etablierten Sträuchern
Der Hauptschnitt erfolgt im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr, solange der Strauch noch ruht und bevor die Knospen deutlich austreiben.
- Totes, krankes und beschädigtes Holz vollständig entfernen.
- Nach innen wachsende, sich kreuzende und zu dicht stehende Triebe entfernen.
- Sehr tief hängende Äste entfernen, deren Früchte später den Boden berühren würden.
- Den Zuwachs des Vorjahres an den Hauptästen um ungefähr ein Viertel bis höchstens die Hälfte einkürzen.
- Seitentriebe am älteren Gerüst auf ein bis zwei kräftige Knospen zurückschneiden.
- An ausgewachsenen Sträuchern jährlich oder alle zwei Jahre ein bis zwei sehr alte, wenig produktive Hauptäste entfernen.
- Einen kräftigen jungen Trieb als Ersatz für jeden entfernten Hauptast stehen lassen.
Warum auf eine äußere Knospe schneiden?
Der neue Trieb wächst meist in jene Richtung, in die die oberste verbleibende Knospe zeigt. Ein Schnitt knapp über einer nach außen gerichteten Knospe hilft deshalb, das Zentrum des Strauches offen zu halten.
Sommerschnitt
Ein Sommerschnitt ist bei frei wachsenden Sträuchern nicht immer notwendig. Bei sehr starkem Wachstum können neue Seitentriebe im Juni oder Juli auf ungefähr fünf Blätter eingekürzt werden.
Kräftige junge Triebe, die später einen alten Hauptast ersetzen sollen, dürfen dabei nicht gekürzt werden.
Alte, vernachlässigte Sträucher
Ein über Jahre nicht geschnittener Strauch sollte nicht vollständig auf einmal verjüngt werden. Besser ist es, über zwei bis drei Winter hinweg jährlich einen Teil der ältesten Äste bodennah zu entfernen.
So bleibt ausreichend Fruchtholz erhalten, während gleichzeitig junge Ersatztriebe aufgebaut werden.
Werkzeughygiene
- scharfe, saubere Gartenschere verwenden
- glatte Schnitte ohne gequetschte Rinde setzen
- kranke Triebe zuletzt schneiden
- Werkzeug danach reinigen und desinfizieren
- stark krankes Schnittgut nicht unter dem Strauch liegen lassen
8. Blüte und Bestäubung
Die unscheinbaren gelblich-grünen Blüten erscheinen meist im April oder Mai in herabhängenden Trauben.
Rote Johannisbeeren sind grundsätzlich selbstfruchtbar. Eine einzelne Pflanze kann daher Früchte bilden. Eine zweite Sorte in der Nähe kann dennoch die Bestäubung und den Ertrag verbessern.
Die Blüten werden von Insekten besucht. Während der Blüte sollten keine bienengefährlichen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
Unvollständig entwickelte Trauben
Bleiben einzelne Stellen einer Fruchttraube leer, können mehrere Ursachen infrage kommen:
- Spätfrost während der Blüte
- kaltes oder dauerhaft nasses Blühwetter
- zu wenige bestäubende Insekten
- Trockenstress
- geschwächte Pflanze
9. Ernte und Lagerung
Wann sind Ribisel reif?
Reife rote Johannisbeeren sind vollständig ausgefärbt, durchscheinend, prall und deutlich weicher als unreife Früchte. Sie bleiben auch vollreif charakteristisch säuerlich.
Je nach Sorte und Witterung liegt die Erntezeit meist zwischen Ende Juni und August.
Wie wird geerntet?
Die empfindlichen Früchte werden nicht einzeln abgerissen. Stattdessen wird die gesamte Fruchttraube vorsichtig abgeschnitten oder am Stiel abgezupft.
Die einzelnen Beeren werden erst unmittelbar vor der Verwendung mit einer Gabel oder den Fingern von der Traube gelöst.
Frischverzehr
Für den Frischverzehr sollten die Trauben möglichst vollständig reif sein. Dann sind die Beeren aromatischer und etwas weniger sauer.
Marmelade und Gelee
Für Gelee oder Marmelade können die Früchte knapp vor der vollständigen Reife geerntet werden. Zu diesem Zeitpunkt ist ihr natürlicher Pektingehalt höher.
Lagerung
- Früchte möglichst trocken ernten
- ungewaschen und an den Trauben lagern
- rasch nach der Ernte kühlen
- beschädigte oder schimmelige Beeren aussortieren
- erst unmittelbar vor der Verwendung waschen
- für längere Lagerung portionsweise einfrieren
Johannisbeeren sind keine Äpfel. Nach der Ernte werden sie nicht wesentlich reifer, nur älter.
10. Ribisel im Topf und auf dem Balkon
Rote Johannisbeeren lassen sich gut im Kübel kultivieren. Der begrenzte Wurzelraum verlangt jedoch regelmäßigeres Gießen, Düngen und gelegentliches Umtopfen.
Topfgröße
Der Topf sollte mindestens etwa 45 cm breit und tief sein. Ein größeres Gefäß ist langfristig günstiger, weil es Wasser und Nährstoffe gleichmäßiger bereitstellt und weniger rasch überhitzt.
Geeignetes Substrat
Empfehlenswert ist eine strukturstabile, humose und lehmhaltige Pflanzerde für mehrjährige Kübelpflanzen.
Reine, sehr leichte Blumenerde sackt mit der Zeit zusammen und trocknet häufig ungleichmäßig aus. Mineralische Bestandteile wie Bims, Lava oder Perlit können Struktur und Wasserabzug verbessern.
Drainage
- mehrere ausreichend große Abzugslöcher
- Topf leicht erhöht auf Füße stellen
- kein dauerhaft gefüllter Untersetzer
- Abzugslöcher regelmäßig kontrollieren
Gießen im Topf
Während warmer und windiger Perioden muss die Erde täglich kontrolliert werden. Sie sollte gleichmäßig feucht bleiben, aber nicht dauerhaft nass sein.
Düngen im Topf
Im Frühjahr wird entweder ein Langzeitdünger eingearbeitet oder während der Wachstumszeit regelmäßig schwach flüssig gedüngt. Kaliumbetonte Dünger unterstützen Blüten- und Fruchtbildung.
Umtopfen
Kübelpflanzen sollten alle zwei bis vier Jahre im Frühjahr umgetopft werden. Ist kein größeres Gefäß mehr möglich, wird ein Teil der alten Erde ersetzt und der Wurzelballen vorsichtig gelockert.
In den Jahren dazwischen kann die obere Erdschicht entfernt und durch frisches Substrat oder Kompost ersetzt werden.
Überwinterung
- Topf an eine geschützte Hauswand stellen
- Gefäß mit Jute, Vlies oder Dämmmaterial umwickeln
- nicht direkt auf eiskaltem Steinboden stehen lassen
- an frostfreien Tagen die Erdfeuchte kontrollieren
- nicht in einen warmen Wohnraum bringen
Eine Ribisel ist winterhart. Ein kleiner, vollständig durchgefrorener Wurzelballen ist es deutlich weniger.
11. Krankheiten und Schädlinge
Johannisbeerblasenlaus
Auffällige rote oder gelbliche Blasen auf der Blattoberseite entstehen häufig durch Johannisbeerblasenläuse, die auf der Blattunterseite saugen.
Ein leichter Befall ist meist eher kosmetisch. Stark befallene Blätter und Triebspitzen können entfernt werden. Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen leisten häufig den größeren Teil der Arbeit.
Andere Blattläuse
Blattläuse sitzen vor allem an jungen Triebspitzen. Sie können eingerollte Blätter, klebrigen Honigtau und verkrüppeltes Wachstum verursachen.
Spinnmilben
Feine helle Sprenkel, bronzefarbene Blätter und zarte Gespinste auf den Blattunterseiten deuten auf Spinnmilben hin. Sie treten besonders bei Hitze, trockener Luft und geschwächten Topfpflanzen auf.
Mehltau
Ein weißlicher, mehlartiger Belag auf Blättern und jungen Trieben kann auf Echten Mehltau hinweisen.
Vorbeugend helfen ein luftiger Standort, ein offener Strauchaufbau, ausreichende Wasserversorgung und das Entfernen befallener Pflanzenteile.
Blattfleckenkrankheiten
Braune oder graue Flecken mit klarer Begrenzung können auf pilzliche Blattfleckenkrankheiten hindeuten. Befallenes Falllaub sollte im Herbst entfernt werden, damit weniger Pilzsporen am Standort überwintern.
Gallmilben
Ungewöhnlich verdickte oder deformierte Knospen können durch Gallmilben verursacht werden. Stark betroffene Knospen oder Triebe werden entfernt.
Vögel
Sobald sich die Früchte färben, werden sie für Vögel interessant. Ein Schutznetz muss straff gespannt sein und regelmäßig kontrolliert werden, damit sich keine Tiere darin verfangen.
Eine stabile Obstkäfig-Konstruktion ist sicherer als lose über den Strauch geworfene Netze.
Vorbeugung
- luftigen Standort wählen
- Strauch regelmäßig auslichten
- gleichmäßig, aber nicht übermäßig gießen
- befallene Pflanzenteile entfernen
- Falllaub und Fruchtreste im Herbst beseitigen
- nicht übermäßig stickstoffbetont düngen
- Blattunterseiten regelmäßig kontrollieren
12. Pflegekalender
| Zeitraum | Arbeiten |
|---|---|
| Jänner | Ruhephase. Winterschutz von Topfpflanzen und Feuchtigkeit kontrollieren. |
| Februar | Winterschnitt an frostfreien Tagen durchführen: auslichten, Fruchtholz ordnen und alte Äste verjüngen. |
| März | Schnitt abschließen, bevor der Austrieb beginnt. Kompost oder bei Bedarf Frühjahrsdünger ausbringen. |
| April | Austrieb und Blüte beobachten. Bei angekündigtem Spätfrost zeitweise mit Vlies schützen. |
| Mai | Auf Blattläuse, Blasenläuse und Mehltau kontrollieren. Während trockener Perioden ausreichend gießen. |
| Juni | Fruchtbildung beobachten, Wassermangel vermeiden und bei Bedarf Vogelschutz anbringen. |
| Juli | Hauptsaison vieler Sorten. Ganze Trauben ernten. Bei starkem Wachstum optional Sommerschnitt durchführen. |
| August | Späte Sorten ernten. Kranke oder beschädigte Früchte entfernen. Keine starke Stickstoffdüngung mehr. |
| September | Pflanze ausreifen lassen. Nur abgestorbene oder eindeutig kranke Triebe entfernen. |
| Oktober | Falllaub und Fruchtreste entfernen. Günstige Pflanzzeit für neue, wurzelnackte Sträucher beginnt. |
| November | Kompost oder gut verrottetes organisches Material aufbringen und Topfpflanzen auf den Winter vorbereiten. |
| Dezember | Ruhephase. An frostfreien Tagen bei Topfpflanzen gelegentlich die Erdfeuchte prüfen. |
13. Häufige Probleme erkennen
| Beobachtung | Mögliche Ursache und Maßnahme |
|---|---|
| Rote, blasige Blattwölbungen | Wahrscheinlich Johannisbeerblasenlaus. Blattunterseiten kontrollieren, Nützlinge schonen und stark befallene Blätter entfernen. |
| Eingerollte junge Blätter | Blattläuse, Trockenstress oder kalter Wind. Triebspitzen und Blattunterseiten untersuchen. |
| Feine helle Sprenkel und Gespinste | Wahrscheinlicher Spinnmilbenbefall. Pflanze abduschen, gleichmäßig gießen und Befall frühzeitig behandeln. |
| Weißer, abwischbarer Belag | Möglicher Echter Mehltau. Luftzirkulation verbessern und befallene Teile entfernen. |
| Braune, klar begrenzte Blattflecken | Mögliche Blattfleckenkrankheit. Befallenes Laub entfernen und den Strauch auslichten. |
| Braune, trockene Blattränder | Trockenstress, Hitze, Wind oder Salzschaden. Erdfeuchte, Standort und Düngung kontrollieren. |
| Junge Blätter gelb, Adern grün | Möglicher Eisenmangel durch hohen pH-Wert, Staunässe oder geschädigte Wurzeln. |
| Ältere Blätter zwischen den Adern gelb | Möglicher Magnesium- oder Stickstoffmangel. Boden, Düngung und Wurzelzustand prüfen. |
| Wenige oder unvollständige Fruchttrauben | Spätfrost, schlechte Bestäubung, Trockenstress, zu wenig Licht oder falscher Schnitt. |
| Viel junges Holz, aber wenige Früchte | Zu viel Stickstoff oder zu starker Rückschnitt. Düngung reduzieren und mehr Fruchtholz erhalten. |
| Pflanze welkt trotz nasser Erde | Verdacht auf Sauerstoffmangel oder Wurzelschaden. Staunässe beseitigen und Wasserabzug kontrollieren. |
| Einzelne Äste sterben ab | Verletzung, Pilzbefall, Holzschädling oder Wurzelschaden. Betroffenen Ast bis ins gesunde Holz zurückschneiden. |
14. Vermehrung
Rote Johannisbeeren lassen sich vergleichsweise einfach durch verholzte Stecklinge vermehren.
Steckholz
Zwischen Herbst und Spätwinter wird ein etwa 20 cm langes Stück eines gesunden, jungen Triebes geschnitten.
- Einen gesunden, gut ausgereiften einjährigen Trieb auswählen.
- Steckholz unterhalb einer Knospe gerade abschneiden.
- Oberes Ende knapp oberhalb einer Knospe schräg schneiden.
- Steckholz so tief in lockere Erde setzen, dass nur ein bis zwei Knospen über der Oberfläche bleiben.
- Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass halten.
Stecklinge sollten nur von gesunden, vitalen Pflanzen genommen werden. Krankheiten und Viren würden sonst mitvermehrt.
Alte, sichtbar geschwächte Pflanzen sind keine besonders romantischen Ahnen. Für die Vermehrung zählt Gesundheit mehr als Tradition.
15. Kurzcheck für gesunde Ribisel
- ☐ sonniger bis halbschattiger, luftiger Standort
- ☐ während der Blüte vor starkem Spätfrost geschützt
- ☐ humose, nährstoffreiche und gut drainierte Erde
- ☐ gleichmäßige Feuchtigkeit ohne Staunässe
- ☐ jährlich eine organische Mulchschicht
- ☐ Düngung maßvoll und nicht stickstofflastig
- ☐ offenes Strauchzentrum mit acht bis zehn Hauptästen
- ☐ kurze Fruchttriebe nicht wahllos entfernt
- ☐ alte Äste schrittweise durch junge ersetzt
- ☐ Blattunterseiten regelmäßig kontrolliert
- ☐ Vogelschutz sicher und straff angebracht
- ☐ Fruchttrauben vollständig und behutsam geerntet
Eine gute Ribiselpflege besteht weniger aus Aktionismus als aus kluger Zurückhaltung: feuchte Erde, ein luftiges Gerüst und genügend altes Holz, um überhaupt Früchte tragen zu können.