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Plant Knowledge

🍋 Zitrone · Zitronenbaum · Citrus × limon

Der Zitronenbaum ist ein immergrünes, wärmeliebendes Gehölz, das über viele Jahre gleichzeitig Blüten, unreife Früchte und erntereife Zitronen tragen kann.

Im österreichischen Klima wird die Zitrone am zuverlässigsten als mobile Kübelpflanze kultiviert: vom späten Frühjahr bis zum Herbst an einem sonnigen Platz im Freien und während des Winters hell, kühl und frostfrei.

Eine Zitrone ist keine gewöhnliche Zimmerpflanze. Das Wohnzimmer ist im Winter häufig gleichzeitig zu warm, zu dunkel und zu trocken – eine Kombination, die selbst robuste Pflanzen zu dramatischem Blattfall inspirieren kann.

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Schnellübersicht

Die wichtigsten Anforderungen auf einen Blick

Grundbedingungen für einen gesunden Zitronenbaum
Bereich Empfehlung
Standort Sehr hell, sonnig, warm und vor starkem Wind geschützt. Im Sommer möglichst im Freien.
Sommer Nach langsamer Gewöhnung vollsonnig auf Balkon, Terrasse oder im Garten aufstellen.
Winter Hell, kühl und frostfrei überwintern. Ideal ist ein unbeheizter Wintergarten, ein helles Stiegenhaus oder ein kühler, heller Raum.
Temperatur Während des Wachstums warm. Im Winter möglichst ungefähr 8–12 °C und nicht dauerhaft unter etwa 5 °C.
Substrat Leicht sauer, strukturstabil, luftig und gut drainiert. Geeignet ist hochwertige Zitrus- oder Kübelpflanzenerde.
pH-Wert Leicht sauer, ungefähr pH 5,5–6,5.
Wasser Durchdringend gießen und die obere Erdschicht vor der nächsten Wassergabe leicht abtrocknen lassen.
Gießwasser Möglichst weiches, zimmerwarmes Wasser verwenden. Regenwasser ist bei sehr hartem Leitungswasser günstig.
Düngung Während des Wachstums regelmäßig mit einem Zitrusdünger einschließlich Spurenelementen versorgen.
Schnitt Zurückhaltend im Frühjahr schneiden. Totes, beschädigtes, nach innen wachsendes und zu dichtes Holz entfernen.
Blüte Weiße, stark duftende Blüten können je nach Sorte und Kulturbedingungen mehrmals im Jahr erscheinen.
Bestäubung Zitronen sind grundsätzlich selbstfruchtbar. Im Winterquartier kann vorsichtig von Hand bestäubt werden.
Ernte Früchte benötigen mehrere Monate bis zur Reife. Reife Zitronen sind sortentypisch gefärbt, duften und lassen sich leichter vom Zweig lösen.

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Inhalt

  1. Wuchs und Lebensweise
  2. Sorten und Veredelung
  3. Lage, Licht und Temperatur
  4. Sommerstandort und Eingewöhnung
  5. Erde und Umtopfen
  6. Gießen und Luftfeuchtigkeit
  7. Nährstoffe und Düngung
  8. Richtig zurückschneiden
  9. Blüte und Bestäubung
  10. Fruchtansatz und Fruchtreife
  11. Ernte und Verwendung
  12. Topf und Standortwahl
  13. Überwinterung
  14. Frühjahr und Herbst
  15. Schädlinge und Krankheiten
  16. Pflegebedingte Störungen
  17. Vermehrung
  18. Pflegekalender
  19. Probleme erkennen
  20. Kurzcheck

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1. Wuchs und Lebensweise

Der Zitronenbaum ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum. Unter geeigneten Bedingungen bildet er das gesamte Jahr über neue Blätter, Triebe, Blüten und Früchte.

Im Kübel bleibt die Pflanze meist deutlich kleiner als in subtropischen Anbaugebieten. Ihre endgültige Größe hängt von Sorte, Unterlage, Topfvolumen, Düngung und Schnitt ab.

Blätter

Gesunde Zitronenblätter sind fest, glänzend und dunkelgrün. Sie bleiben mehrere Jahre an der Pflanze, werden aber laufend durch neue Blätter ersetzt.

Einzelne ältere Blätter dürfen daher gelegentlich gelb werden und abfallen. Ein plötzlicher starker Blattverlust ist dagegen meist ein Hinweis auf Stress.

Dornen

Viele Zitronensorten bilden Dornen, besonders an kräftigen jungen Trieben. Stark dornige Triebe unterhalb der Veredelungsstelle können außerdem von der Unterlage stammen.

Wurzeln

Zitruswurzeln benötigen gleichzeitig Feuchtigkeit und viel Sauerstoff. Dauerhaft verdichtete oder nasse Erde führt deshalb rasch zu Wurzelschäden.

Bei Zitronen ist das sichtbare Problem häufig nur das Echo eines unsichtbaren Wurzelproblems. Bevor gedüngt oder geschnitten wird, lohnt sich daher ein Blick auf Feuchtigkeit und Wasserabzug.

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2. Sorten und Veredelung

Klassische Zitronensorten

Häufig angebotene Sorten sind beispielsweise Eureka, Lisbon, Femminello oder die kompakter wachsende Meyer-Zitrone.

Die Meyer-Zitrone gilt botanisch wahrscheinlich als Hybride verschiedener Zitrusarten. Ihre Früchte sind meist dünnschaliger, milder und etwas orangefarbener als klassische Zitronen.

Veredelte Pflanzen

Viele gekaufte Zitronenbäume bestehen aus einer fruchttragenden Edelsorte und einer robusten Wurzelunterlage.

Die Veredelungsstelle ist als leichte Verdickung oder Veränderung der Rinde am unteren Stamm erkennbar.

Austriebe der Unterlage

Triebe, die unterhalb der Veredelungsstelle entstehen, werden möglichst früh direkt am Ansatz entfernt.

Sie gehören genetisch zur Unterlage, wachsen häufig sehr kräftig und würden der veredelten Zitronensorte Licht und Nährstoffe entziehen.

Zitronen aus Samen

Aus einem Zitronenkern kann eine attraktive Pflanze wachsen. Sie entspricht jedoch nicht zwingend der Frucht, aus der der Samen stammt.

Sämlinge benötigen häufig viele Jahre bis zur ersten Blüte und können andere Fruchteigenschaften besitzen als die Mutterpflanze.

Ein Zitronenkern ist ein interessantes Pflanzenprojekt. Für eine planbare Ernte ist eine veredelte, bereits blühfähige Pflanze die deutlich kürzere Route.

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3. Lage, Licht und Temperatur

Licht

Zitronen benötigen sehr viel Licht. Während des Sommers ist ein Platz mit mindestens sechs, besser acht Stunden direkter Sonne ideal.

Im Winter ist der hellste verfügbare Standort notwendig. Mit zunehmender Raumtemperatur steigt auch der Lichtbedarf.

Temperatur

Während des aktiven Wachstums bevorzugt die Zitrone warme Bedingungen. Temperaturen zwischen ungefähr 18 und 28 °C sind für Wachstum und Fruchtentwicklung günstig.

Im Winter sollte sie deutlich kühler stehen. Ein helles Winterquartier mit ungefähr 8–12 °C ermöglicht eine ruhigere Wachstumsphase und reduziert den Lichtbedarf.

Wind

Leichte Luftbewegung ist günstig. Starker Wind kann jedoch Blätter, Blüten und junge Triebe beschädigen und den Wasserverbrauch stark erhöhen.

Standortwechsel

Zitronen reagieren empfindlich auf abrupte Veränderungen von Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Nach einem Standortwechsel kann die Pflanze einzelne Blätter, Blüten oder junge Früchte abwerfen. Langsame Übergänge verringern diesen Stress.

Die Zitrone mag Veränderungen – allerdings bevorzugt sie diese ungefähr im Tempo einer sorgfältigen Verwaltungsvorschrift.

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4. Sommerstandort und Eingewöhnung

Zitronen profitieren stark von einem Sommer im Freien. Dort erhalten sie mehr Licht, bessere Luftbewegung und häufig eine höhere natürliche Luftfeuchtigkeit als im Wohnraum.

Zeitpunkt

Die Pflanze wird erst dauerhaft ins Freie gestellt, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind und die Nächte zuverlässig mild bleiben.

In vielen Regionen Österreichs liegt dieser Zeitpunkt ungefähr zwischen Anfang und Mitte Mai. Entscheidend ist die konkrete Wetterlage, nicht allein der Kalender.

An Sonne gewöhnen

Blätter, die während des Winters hinter Glas entstanden sind, können in direkter Sonne verbrennen.

  1. Pflanze zunächst an einen hellen, schattigen Platz stellen.
  2. Nach einigen Tagen erste Morgen- oder Abendsonne zulassen.
  3. Die tägliche Sonnenzeit über ein bis zwei Wochen steigern.
  4. Erst danach dauerhaft vollsonnig aufstellen.

Geeignete Plätze

Sonnenbrand entsteht nicht, weil die Zitrone Sonne nicht mag. Er entsteht, weil ein Winterblatt ohne Vorbereitung plötzlich einen mediterranen Hochsommer spielen soll.

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5. Erde und Umtopfen

Geeignetes Substrat

Zitronen benötigen eine strukturstabile Erde, die Wasser speichern kann und gleichzeitig viel Luft an die Wurzeln lässt.

Geeignet ist eine hochwertige Zitrus- oder Kübelpflanzenerde. Sie kann mit mineralischen Bestandteilen wie Bims, Lava, Perlit oder grobem Sand verbessert werden.

Ungeeignete Erde

Sehr feine, stark verdichtende Blumenerde hält häufig zu lange Wasser und verliert mit der Zeit ihre Struktur.

Reine Gartenerde ist für einen Kübel meist zu schwer und verdichtet sich beim regelmäßigen Gießen.

Topfgröße

Beim Umtopfen wird ein Gefäß gewählt, dessen Durchmesser nur wenige Zentimeter größer ist als der bisherige Topf.

Ein übermäßig großer Topf enthält viel lange feuchte Erde, die noch nicht durchwurzelt ist. Dadurch steigt das Risiko von Staunässe und Wurzelfäule.

Zeitpunkt des Umtopfens

Der beste Zeitpunkt liegt im Frühjahr, kurz bevor das stärkere Wachstum beginnt.

Junge Pflanzen werden meist alle ein bis zwei Jahre umgetopft. Bei älteren Exemplaren genügt häufig ein Abstand von zwei bis vier Jahren.

Umtopfen Schritt für Schritt

  1. Pflanze vorsichtig aus dem alten Topf heben.
  2. Äußere Wurzeln und alten Substratrand leicht lockern.
  3. Schwarze, weiche oder faulige Wurzeln entfernen.
  4. Abzugslöcher des neuen Topfes kontrollieren.
  5. Pflanze auf derselben Höhe wie zuvor einsetzen.
  6. Mit frischem Substrat auffüllen und leicht andrücken.
  7. Gründlich angießen und überschüssiges Wasser ablaufen lassen.

Tiefer pflanzen ist bei Tomaten hilfreich, bei veredelten Zitronen aber keine gute Idee. Stamm und Veredelungsstelle bleiben oberhalb der Erde.

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6. Gießen und Luftfeuchtigkeit

Der Wasserbedarf einer Zitrone verändert sich stark mit Temperatur, Licht, Wind, Topfgröße, Fruchtbehang und Jahreszeit.

Ein starrer Gießplan ist deshalb weniger zuverlässig als die tatsächliche Kontrolle der Erde.

Wann gießen?

Gegossen wird, sobald die obere Erdschicht einige Zentimeter abgetrocknet ist. Im Inneren des Wurzelballens sollte noch eine leichte Restfeuchtigkeit vorhanden sein.

Das Gewicht des Topfes ist ein guter zusätzlicher Hinweis: Ein trockener Topf ist deutlich leichter als ein frisch gegossener.

Wie gießen?

Gießwasser

Zitronen bevorzugen leicht saures Substrat. Bei sehr hartem, kalkreichem Leitungswasser kann der pH-Wert im Topf mit der Zeit ansteigen.

Regenwasser oder eine Mischung aus Regen- und Leitungswasser ist dann häufig günstiger.

Sommer

An heißen, sonnigen und windigen Tagen kann eine große Kübelzitrone täglich Wasser benötigen.

Dennoch wird vor jeder Wassergabe geprüft, ob die Erde tatsächlich abgetrocknet ist.

Winter

Im kühlen Winterquartier verbraucht die Pflanze deutlich weniger Wasser. Die Erde darf stärker abtrocknen, der Wurzelballen sollte jedoch nicht vollständig austrocknen.

Luftfeuchtigkeit

Sehr trockene Heizungsluft begünstigt Blattfall und Spinnmilben. Ein kühles Winterquartier ist deshalb meist günstiger als ein warmer Wohnraum.

Gelegentliches Besprühen erhöht die Luftfeuchtigkeit nur kurzfristig. Wichtiger sind Standorttemperatur, Abstand zur Heizung und eine regelmäßige Schädlingskontrolle.

Schlaffe Blätter bedeuten nicht automatisch Wassermangel. Auch dauerhaft nasse, geschädigte Wurzeln können kein Wasser mehr zuverlässig aufnehmen.

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7. Nährstoffe und Düngung

Zitronen wachsen, blühen und fruchten häufig gleichzeitig. Im begrenzten Topfvolumen benötigen sie deshalb eine regelmäßige und ausgewogene Nährstoffversorgung.

Geeigneter Dünger

Ein guter Zitrusdünger enthält neben Stickstoff, Phosphor und Kalium auch Magnesium, Eisen und weitere Spurenelemente.

Düngung während des Wachstums

Vom Beginn des Frühjahrswachstums bis zum Spätsommer wird nach Herstellerangabe regelmäßig gedüngt.

Flüssigdünger wird meist alle ein bis zwei Wochen mit dem Gießwasser gegeben. Langzeitdünger werden entsprechend ihrer angegebenen Wirkungsdauer eingesetzt.

Düngung im Winter

Steht die Pflanze kühl und wächst kaum, wird nicht oder nur sehr sparsam gedüngt.

Eine warm und hell überwinterte, sichtbar weiterwachsende Zitrone kann weiterhin schwache Düngergaben benötigen.

Stickstoff

Stickstoff ist für das Blatt- und Triebwachstum wichtig. Ein Überschuss führt jedoch zu sehr weichem Wachstum und kann die Pflanze anfälliger für Schädlinge machen.

Magnesium

Magnesiummangel zeigt sich häufig zuerst an älteren Blättern. Die Bereiche zwischen den Blattadern vergilben, während Teile entlang der Adern grün bleiben.

Eisen

Eisenmangel wird vor allem an jungen Blättern sichtbar. Sie werden gelblich, während die Blattadern deutlich grüner bleiben.

Häufig liegt nicht zu wenig Eisen im Substrat vor. Ein zu hoher pH-Wert, Staunässe oder geschädigte Wurzeln können die Aufnahme blockieren.

Überdüngung

Gelbe Blätter sind kein Düngerbestellformular. Zuerst sollte geklärt werden, ob Wasser, Wurzeln und pH-Wert überhaupt eine Nährstoffaufnahme ermöglichen.

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8. Richtig zurückschneiden

Zitronen benötigen keinen radikalen jährlichen Rückschnitt. Das Ziel ist eine kompakte, stabile und luftige Krone.

Zeitpunkt

Größere Formkorrekturen erfolgen am besten im späten Winter oder frühen Frühjahr, bevor das kräftige Wachstum beginnt.

Kleine abgestorbene oder beschädigte Triebe können jederzeit entfernt werden.

Was wird entfernt?

Zu lange Triebe einkürzen

Lange Triebe werden auf eine nach außen gerichtete Knospe oder einen geeigneten Seitenzweig zurückgeschnitten.

Dadurch verzweigt sich die Pflanze und entwickelt eine kompaktere Krone.

Nicht zu stark schneiden

Blütenknospen können bereits unsichtbar im Holz angelegt sein. Ein starker Schnitt entfernt daher möglicherweise einen Teil der kommenden Blüte.

Zusätzlich reagiert die Pflanze häufig mit starkem, vegetativem Neuaustrieb.

Fruchttragende Äste

Schwere Früchte können dünne Zweige nach unten ziehen. Solche Äste werden bei Bedarf gestützt, statt vorschnell abgeschnitten.

Werkzeug

Beim Zitronenschnitt gilt: korrigieren, nicht rekonstruieren. Eine natürliche Krone lässt sich leichter pflegen als ein jährlich neu erfundener Zitruswürfel.

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9. Blüte und Bestäubung

Zitronenblüten sind weiß, häufig außen leicht violett gefärbt und stark duftend.

Gut gepflegte Pflanzen können mehrmals im Jahr blühen. Deshalb befinden sich an einem Baum manchmal gleichzeitig Knospen, Blüten, kleine grüne Früchte und reife Zitronen.

Selbstfruchtbarkeit

Zitronen sind grundsätzlich selbstfruchtbar. Eine einzelne Pflanze kann daher Früchte bilden.

Bestäubung im Freien

Im Sommer übernehmen Insekten und leichte Luftbewegung die Bestäubung.

Bestäubung im Winterquartier

Blüht die Pflanze in einem geschlossenen Raum, kann die Bestäubung unterstützt werden.

Dazu wird mit einem weichen Pinsel vorsichtig von Blüte zu Blüte gestrichen. Alternativ können blühende Zweige leicht bewegt werden.

Blütenfall

Ein Teil der Blüten fällt natürlicherweise ab. Die Pflanze bildet meist deutlich mehr Blüten, als sie später als Früchte versorgen kann.

Starker Blütenfall kann durch Lichtmangel, Trockenheit, Staunässe, kalte Zugluft, Hitze oder einen plötzlichen Standortwechsel verstärkt werden.

Nicht jede Blüte ist ein unterschriebener Liefervertrag. Der Baum entscheidet später selbst, wie viele Zitronen seine aktuellen Ressourcen tatsächlich zulassen.

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10. Fruchtansatz und Fruchtreife

Nach erfolgreicher Bestäubung verdickt sich der Fruchtknoten und eine kleine grüne Zitrone wird sichtbar.

Natürlicher Fruchtfall

Junge Zitronenbäume werfen häufig einen Teil der kleinen Früchte ab. Das ist bis zu einem gewissen Grad normal.

Besonders junge oder frisch umgetopfte Pflanzen können nicht jeden Fruchtansatz bis zur Reife versorgen.

Entwicklungsdauer

Von der Blüte bis zur reifen Zitrone vergehen je nach Sorte, Jahreszeit und Standort häufig sechs bis zwölf Monate.

Früchte, die im Herbst oder Winter angesetzt werden, wachsen bei geringerem Licht entsprechend langsamer.

Früchte an jungen Pflanzen

Kleine Pflanzen sollten nicht mit einer großen Zahl von Früchten belastet werden.

Entwickelt ein sehr junger Baum viele Zitronen, kann ein Teil entfernt werden, damit genügend Kraft für Wurzeln und Krone verbleibt.

Fruchtfarbe

Eine Zitrone muss nicht vollständig kräftig gelb sein, um reif zu sein. Bei warmen Temperaturen kann die Schale teilweise grün bleiben.

Kühlere Nächte fördern den Abbau des grünen Chlorophylls und damit die typische gelbe Färbung.

Die Farbe ist ein Hinweis, aber kein vollständiger Reifetest. Entscheidend sind auch Größe, Duft, Schalenstruktur und die sortentypische Entwicklungszeit.

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11. Ernte und Verwendung

Reife erkennen

Richtig ernten

Zitronen werden mit einer sauberen Schere und einem kurzen Stück Stiel abgeschnitten.

Starkes Drehen oder Ziehen kann dünne Zweige und die Schale der Frucht beschädigen.

Früchte am Baum

Reife Zitronen können häufig noch einige Zeit am Baum verbleiben. Sie sollten dennoch geerntet werden, bevor sie überreif, trocken oder unnötig schwer für den Zweig werden.

Lagerung

Schale verwenden

Soll die Schale kulinarisch verwendet werden, muss geklärt sein, ob die Pflanze beziehungsweise die Früchte mit dafür ungeeigneten Pflanzenschutz- oder Konservierungsmitteln behandelt wurden.

Eine selbst gezogene Zitrone ist nicht automatisch unbehandelt. Entscheidend ist, was während ihrer Kultur tatsächlich verwendet wurde.

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12. Topf und Standortwahl

Für die Kultur in Österreich ist ein beweglicher Topf meist unverzichtbar. Er muss ausreichend groß, stabil und dennoch transportierbar sein.

Material

Terrakotta ist standfest und atmungsaktiv, trocknet aber schneller aus. Kunststofftöpfe sind leichter und halten Feuchtigkeit länger, können sich in direkter Sonne jedoch stark aufheizen.

Abzugslöcher

Mehrere ausreichend große Abzugslöcher sind zwingend notwendig. Wasser darf sich weder im Topf noch im Übergefäß sammeln.

Standfestigkeit

Eine belaubte Zitrone fängt viel Wind. Ein breiter, schwerer Topf verringert die Gefahr des Umkippens.

Transport

Große Pflanzen lassen sich auf einem stabilen Pflanzenroller leichter zwischen Sommerplatz und Winterquartier bewegen.

Der Roller muss für das Gesamtgewicht aus Topf, nasser Erde, Pflanze und Früchten ausgelegt sein.

Übertopf

Wird ein dekorativer Übertopf verwendet, muss überschüssiges Gieß- und Regenwasser zuverlässig entfernt werden können.

Der schönste Übertopf wird biologisch zweitrangig, sobald er sich unbemerkt in einen kleinen Gartenteich verwandelt.

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13. Überwinterung

Zitronen sind nicht ausreichend frosthart, um einen normalen österreichischen Winter dauerhaft im Freien zu überstehen.

Sie werden deshalb rechtzeitig in ein frostfreies Winterquartier gebracht.

Das ideale Winterquartier

Geeignet sind beispielsweise ein unbeheizter Wintergarten, ein helles Stiegenhaus, ein frostfreies Gewächshaus oder ein kühler Raum mit großen Fenstern.

Temperatur und Licht

Je wärmer die Pflanze überwintert, desto mehr Licht benötigt sie.

Ein warmer, dunkler Standort führt dazu, dass die Pflanze weiter Energie verbraucht, aber nicht ausreichend Photosynthese betreiben kann.

Gießen im Winter

Im kühlen Winterquartier wird deutlich seltener gegossen als im Sommer.

Die obere Erdschicht darf gut abtrocknen. Der gesamte Wurzelballen sollte jedoch nicht über längere Zeit vollständig trocken bleiben.

Düngung

Eine kühl überwinterte, kaum wachsende Zitrone wird im Winter nicht gedüngt.

Blattfall

Blattfall kann durch zu wenig Licht, zu viel Wasser, kalte Zugluft, warme trockene Luft oder starke Temperaturschwankungen ausgelöst werden.

Schädlinge

Im Winterquartier werden besonders Blattunterseiten, Blattachseln und junge Triebe regelmäßig auf Schildläuse, Wollläuse und Spinnmilben kontrolliert.

Kühl und hell ist besser als warm und dunkel. Diese einfache Regel erklärt einen erstaunlich großen Teil erfolgreicher Zitronenüberwinterung.

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14. Frühjahr und Herbst

Im Frühjahr

Sobald die Tage länger werden, steigt der Wasserbedarf. Gleichzeitig kann wieder vorsichtig mit der Düngung begonnen werden.

Die Pflanze wird auf abgestorbene Triebe, Wurzelschäden und überwinternde Schädlinge kontrolliert.

Nach Ende der Frostgefahr wird sie langsam an den Außenstandort und die direkte Sonne gewöhnt.

Im Herbst

Gegen Ende des Sommers wird die Düngung reduziert. Dadurch reifen junge Triebe besser aus.

Vor dem Einräumen werden Topf, Stamm, Zweige und Blattunterseiten gründlich auf Schädlinge kontrolliert.

Abgestorbene Blätter und organisches Material werden von der Erdoberfläche entfernt.

Zeitpunkt des Einräumens

Die Zitrone wird eingeräumt, bevor die ersten Fröste drohen. Sehr kalte Nächte knapp über dem Gefrierpunkt sollten ebenfalls vermieden werden.

Wer Schädlinge im Herbst übersieht, bietet ihnen mit dem Winterquartier nicht nur Unterkunft, sondern gleich ein mehrmonatiges Wellnessprogramm.

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15. Schädlinge und Krankheiten

Spinnmilben

Spinnmilben treten besonders bei warmer, trockener und stehender Luft auf.

Typisch sind feine helle Sprenkel, matte oder bronzefarbene Blätter sowie zarte Gespinste auf den Blattunterseiten.

Schildläuse

Schildläuse sitzen als kleine braune oder graue Schilde an Zweigen, Blattstielen und Blattunterseiten.

Klebriger Honigtau und darauf wachsender schwarzer Rußtau können den Befall zusätzlich sichtbar machen.

Wollläuse

Wollläuse bilden weiße, watteartige Beläge in Blattachseln, Verzweigungen und an jungen Trieben.

Blattläuse

Blattläuse befallen vor allem weiche junge Triebe und Knospen. Sie können Blätter verformen und ebenfalls klebrigen Honigtau verursachen.

Trauermücken

Kleine schwarze Fliegen über der Erde deuten häufig auf Trauermücken hin. Ihre Larven entwickeln sich besonders gut in dauerhaft feuchtem, organischem Substrat.

Rußtau

Schwarze, abwischbare Beläge auf Blättern sind häufig kein eigenständiger Befall, sondern Pilzwachstum auf dem Honigtau saugender Schädlinge.

Die eigentliche Ursache sind daher meist Blattläuse, Schildläuse oder Wollläuse.

Wurzelfäule

Dauerhafte Staunässe führt zu Sauerstoffmangel und geschädigten Wurzeln. Die Pflanze wirkt dann häufig welk, obwohl die Erde nass ist.

Vorbeugung

Ein kleiner Befall lässt sich meist gut kontrollieren. Ein übersehener kleiner Befall hat dagegen mehrere Monate Zeit, seine organisatorischen Strukturen auszubauen.

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16. Pflegebedingte Störungen

Plötzlicher Blattfall

Häufige Ursachen sind ein abrupter Standortwechsel, Lichtmangel, kalte Zugluft, warme Heizungsluft, Trockenheit oder dauerhaft nasse Erde.

Gelbe junge Blätter

Bleiben die Blattadern grün, kann eine Eisenchlorose vorliegen. Häufige Auslöser sind ein zu hoher pH-Wert oder geschädigte Wurzeln.

Gelbe ältere Blätter

Vergilben ältere Blätter zwischen den Adern, kann ein Magnesium- oder Stickstoffmangel vorliegen.

Braune Blattspitzen

Möglich sind Salzstress durch Überdüngung, Trockenheit, Wurzelschäden oder sehr trockene Raumluft.

Eingerollte Blätter

Blattrollen kann durch Trockenstress, Hitze, Wurzelschäden, Schädlinge oder starke Schwankungen der Wasserversorgung entstehen.

Keine Blüten

Junge Pflanzen, Lichtmangel, zu warme Überwinterung, übermäßiger Stickstoff und ein starker Rückschnitt können die Blütenbildung verzögern.

Fruchtfall

Ein Teil des Fruchtfalls ist normal. Starker Fruchtfall kann durch Trockenheit, Staunässe, Lichtmangel, Nährstoffprobleme oder einen Standortwechsel verstärkt werden.

Grüne Früchte

Bleiben ausgewachsene Zitronen teilweise grün, kann dies an dauerhaft warmen Temperaturen liegen. Die innere Reife muss dadurch nicht zwingend beeinträchtigt sein.

Nicht jedes gelbe Blatt ist ein Mangel, nicht jedes grüne Früchtchen unreif und nicht jeder Blattfall das Ende. Entscheidend sind Zeitpunkt, Verteilung und die gesamte Pflegesituation.

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17. Vermehrung

Aussaat

Frische Zitronenkerne können nach dem Entfernen des Fruchtfleischs in lockere Anzuchterde gesetzt werden.

Das Substrat wird warm und gleichmäßig feucht gehalten. Die Keimung kann innerhalb weniger Wochen erfolgen.

Sämlinge sind genetisch nicht zwingend identisch mit der Mutterpflanze und benötigen oft viele Jahre bis zur ersten Blüte.

Stecklinge

Halb verholzte Triebe können unter warmen, feuchten Bedingungen bewurzelt werden. Die Bewurzelung ist jedoch nicht bei jeder Sorte gleich zuverlässig.

Stecklingspflanzen wachsen auf eigenen Wurzeln und besitzen nicht die Eigenschaften einer ausgewählten Veredelungsunterlage.

Veredelung

Für eine planbare Fruchtqualität und ein angepasstes Wachstum werden Zitronen häufig auf geeignete Zitrusunterlagen veredelt.

Saatgut eignet sich hervorragend zum Beobachten und Lernen. Für eine möglichst bald fruchtende Pflanze bleibt eine veredelte Zitrone die pragmatischere Entscheidung.

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18. Pflegekalender

Die Zeitpunkte verschieben sich je nach Standort, Winterquartier, Sorte und Witterung.

Zitronen durch das Gartenjahr
Zeitraum Arbeiten
Jänner Hell und kühl überwintern. Sparsam gießen und regelmäßig auf Schildläuse, Wollläuse und Spinnmilben kontrollieren.
Februar Lichtverhältnisse verbessern, Schädlingskontrolle fortsetzen und bei sichtbarem Wachstum Wassermenge langsam erhöhen.
März Bei Bedarf umtopfen, abgestorbene Triebe entfernen und vorsichtig mit der Düngung beginnen.
April Wachstum beobachten, regelmäßig düngen und an milden Tagen kurzzeitig an geschützte Außenbedingungen gewöhnen.
Mai Nach Ende der Frostgefahr langsam an direkte Sonne gewöhnen und dauerhaft ins Freie stellen.
Juni Regelmäßig gießen und düngen, junge Triebe kontrollieren und Austriebe der Unterlage entfernen.
Juli Bei Hitze täglich Erdfeuchte prüfen, Früchte und Zweige gegebenenfalls stützen und Schädlinge kontrollieren.
August Gleichmäßig weiterpflegen. Düngung gegen Monatsende langsam reduzieren.
September Nächtliche Temperaturen beobachten, nicht mehr stark schneiden und auf Schädlinge vor dem Einräumen prüfen.
Oktober Vor kalten Nächten ins helle Winterquartier bringen. Gießmenge an die niedrigere Temperatur anpassen.
November Kühl und hell halten, deutlich sparsamer gießen und nicht düngen, sofern die Pflanze kaum wächst.
Dezember Winterruhe. Blattfall, Erdfeuchtigkeit und Schädlinge kontrollieren. Standort möglichst stabil halten.

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19. Häufige Probleme erkennen

Symptome, mögliche Ursachen und erste Maßnahmen
Beobachtung Mögliche Ursache und Maßnahme
Viele Blätter fallen plötzlich ab Standortwechsel, Lichtmangel, Zugluft, Überwässerung, Trockenheit oder zu warme Überwinterung. Bedingungen stabilisieren und Wurzelballen prüfen.
Junge Blätter gelb, Adern grün Mögliche Eisenchlorose. pH-Wert, Wasserhärte, Staunässe und Wurzelgesundheit kontrollieren.
Ältere Blätter zwischen den Adern gelb Möglicher Magnesium- oder Stickstoffmangel. Düngung und Wurzelzustand prüfen.
Braune Blattspitzen Salzstress, Trockenheit, Wurzelschaden oder trockene Heizungsluft. Düngung, Wasser und Standort kontrollieren.
Blätter hängen bei nasser Erde Verdacht auf Sauerstoffmangel oder Wurzelfäule. Wasserabzug prüfen und gegebenenfalls umtopfen.
Feine helle Sprenkel und Gespinste Wahrscheinlicher Spinnmilbenbefall. Blattunterseiten kontrollieren und frühzeitig behandeln.
Braune Schilde und klebrige Blätter Wahrscheinlicher Schildlausbefall. Pflanze isolieren und Schädlinge konsequent entfernen.
Weiße, watteartige Nester Wahrscheinliche Wollläuse. Besonders Blattachseln und Verzweigungen kontrollieren.
Viele Blüten, aber keine Früchte Standortstress, schlechte Bestäubung, Lichtmangel, Trockenheit oder ungeeignete Temperaturbedingungen.
Kleine Früchte fallen ab Teilweise natürliche Auslese. Bei starkem Fall Wasser, Licht, Nährstoffe und Wurzeln prüfen.
Früchte bleiben lange grün Warme Temperaturen, langsame Entwicklung oder noch fehlende Reife. Größe, Duft und Festigkeit mitbeurteilen.
Sehr kräftiger Trieb aus dem unteren Stamm Möglicherweise Austrieb der Unterlage. Lage zur Veredelungsstelle prüfen und Trieb entfernen.
Helle, trockene Flecken nach dem Ausräumen Wahrscheinlicher Sonnenbrand. Pflanze künftig langsamer an direkte Sonne gewöhnen.

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20. Kurzcheck für gesunde Zitronen

Eine gesunde Zitrone braucht keine mediterrane Magie: sehr viel Licht, luftige Wurzeln, kontrolliertes Wasser, regelmäßige Nährstoffe und einen kühlen Winter. Schwierig wird es meist erst dann, wenn einzelne gut gemeinte Maßnahmen nicht mehr zueinander passen.

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Sources & further reading

General cultivation, container care and overwintering references

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