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Plant Knowledge

🌺 Große Kapuzinerkresse · Tropaeolum majus

Die Kapuzinerkresse ist eine schnell wachsende, frostempfindliche Sommerblume mit runden, schildförmigen Blättern und leuchtenden Blüten in Gelb, Orange, Rot, Creme und verschiedenen Zwischentönen.

Je nach Sorte wächst sie kompakt und buschig oder bildet lange, kriechende beziehungsweise kletternde Triebe. Sie eignet sich deshalb für Beete, Balkonkästen, große Töpfe, Hochbeete, Mauerkronen, Hängeampeln und Rankgerüste.

Blätter, Blüten, Knospen und junge Samenstände sind essbar und besitzen einen deutlich pfeffrigen, an Kresse erinnernden Geschmack.

Kapuzinerkresse ist pflegeleicht, aber nicht völlig anspruchslos. Zu viel Dünger erzeugt vor allem Blätter, zu wenig Wasser beendet bei Sommerhitze überraschend rasch die dekorative Unbeschwertheit.

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Schnellübersicht

Die wichtigsten Anforderungen auf einen Blick

Grundbedingungen für gesunde und blühende Kapuzinerkresse
Bereich Empfehlung
Standort Sonnig bis leicht halbschattig, warm und möglichst vor starkem Wind geschützt.
Licht In voller Sonne besonders blühfreudig. Im Halbschatten meist mehr Blätter und weniger Blüten.
Boden Locker, gut drainiert und mäßig nährstoffreich. Sehr fetter Boden fördert Blattwachstum auf Kosten der Blüte.
Aussaat Nach Ende der Frostgefahr direkt ins Freiland oder wenige Wochen zuvor in einzelnen Töpfen vorziehen.
Saattiefe Ungefähr 2 cm tief säen und gleichmäßig feucht halten.
Pflanzabstand Kompakte Sorten ungefähr 25–30 cm, stark rankende Sorten entsprechend weiter auseinander.
Wasser Gleichmäßig, aber nicht übermäßig gießen. Topfpflanzen während heißer Perioden täglich prüfen.
Düngung Im Beet meist kaum notwendig. Im Topf nur schwach und zurückhaltend düngen.
Blüte Je nach Aussaat und Wetter meist von Frühsommer bis zum ersten Frost.
Schnitt Verblühtes und zu lange Triebe bei Bedarf entfernen. Regelmäßiges Ausputzen kann die weitere Blüte fördern.
Essbare Teile Blätter, Blüten, Knospen und junge grüne Samenstände. Nur korrekt bestimmte und unbehandelte Pflanzen nutzen.
Winter Frostempfindlich und meist einjährig kultiviert. Reife Samen können für die nächste Saison gesammelt werden.

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Inhalt

  1. Wuchs und Lebensweise
  2. Kompakte und rankende Sorten
  3. Aussaat und Keimung
  4. Jungpflanzen und Auspflanzen
  5. Lage, Sonne und Wärme
  6. Erde und Nährstoffe
  7. Gießen und Mulchen
  8. Düngung
  9. Rankhilfe und Wuchsführung
  10. Blüte und Ausputzen
  11. Essbare Blätter und Blüten
  12. Knospen und Samenstände
  13. Kapuzinerkresse im Topf
  14. Begleitpflanze im Garten
  15. Schädlinge und Krankheiten
  16. Pflegebedingte Probleme
  17. Saatgut gewinnen
  18. Pflegekalender
  19. Probleme erkennen
  20. Kurzcheck

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1. Wuchs und Lebensweise

Die Große Kapuzinerkresse gehört zur Familie der Kapuzinerkressengewächse. Sie ist nicht näher mit der Garten-, Brunnen- oder Winterkresse verwandt.

Der deutsche Name bezieht sich auf die Form der Blüten, deren langer Sporn an die Kapuze eines Mönchs erinnern kann.

Blätter

Die nahezu kreisrunden Blätter sitzen an langen Stielen. Der Blattstiel setzt ungefähr in der Mitte der Blattfläche an, wodurch das Blatt wie ein kleiner grüner Schirm wirkt.

Aufgrund ihrer wasserabweisenden Oberfläche sammeln sich Regentropfen häufig als glänzende Kugeln auf den Blättern.

Triebe

Die fleischigen Triebe sind weich, saftig und leicht verletzlich. Kompakte Sorten bilden niedrige Polster, rankende Sorten können mehrere Meter lange Triebe entwickeln.

Blüten

Die auffälligen Blüten besitzen fünf Blütenblätter und einen charakteristischen Sporn. Sie erscheinen in warmen Gelb-, Orange- und Rottönen, bei manchen Sorten auch cremefarben, rosa, burgunderrot oder mehrfarbig.

Lebensdauer

In frostfreien Klimazonen kann Kapuzinerkresse länger leben. In Österreich wird sie wegen ihrer Frostempfindlichkeit normalerweise einjährig kultiviert.

Kapuzinerkresse wächst schnell genug, um innerhalb einer Saison überzeugend so zu wirken, als hätte sie den Standort bereits langfristig übernommen.

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2. Kompakte und rankende Sorten

Kompakte Kapuzinerkresse

Kompakte Sorten bilden buschige oder leicht überhängende Pflanzen. Sie eignen sich besonders für Balkonkästen, kleinere Kübel, Beetkanten und niedrige Pflanzungen.

Ihre Triebe bleiben meist deutlich kürzer und benötigen keine eigentliche Rankhilfe.

Rankende Kapuzinerkresse

Rankende Sorten bilden lange, flexible Triebe. Sie können über Mauern, Hochbeete und Hängeampeln wachsen oder an einem Gerüst nach oben geführt werden.

Die Pflanzen besitzen keine Haftwurzeln und keine kräftigen Rankorgane. Sie müssen deshalb teilweise durch ein Gitter, Schnüre oder vorsichtiges Anbinden unterstützt werden.

Buntlaubige Sorten

Einige Sorten besitzen cremefarben oder gelblich marmorierte Blätter. Diese Zeichnung ist sortentypisch und kein Nährstoffmangel.

Gefüllte Sorten

Gefüllte Blüten besitzen zusätzliche Blütenblätter und wirken besonders üppig. Manche gefüllten Sorten setzen weniger oder keine Samen an und werden vegetativ vermehrt.

Sortenwahl

Vor der Aussaat sollte entschieden werden, ob die Pflanze einen Balkonkasten schmücken oder eine halbe Pergola besiedeln soll. Beides heißt Kapuzinerkresse, aber nicht dasselbe Platzproblem.

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3. Aussaat und Keimung

Kapuzinerkresse besitzt große, leicht zu handhabende Samen. Sie kann direkt am endgültigen Standort ausgesät oder wenige Wochen im Haus vorgezogen werden.

Direktsaat

Die Direktsaat erfolgt nach Ende der Frostgefahr in ausreichend erwärmte Erde.

In vielen Regionen Österreichs ist dies ungefähr ab Mitte Mai möglich. In geschützten, milden Lagen kann die Aussaat etwas früher erfolgen, sofern die Keimlinge vor Frost geschützt werden.

Saattiefe

Die Samen werden ungefähr 2 cm tief in die Erde gelegt und anschließend gleichmäßig feucht gehalten.

Abstand

Kompakte Sorten werden nach dem Auflaufen auf ungefähr 25–30 cm Abstand vereinzelt.

Rankende Sorten benötigen je nach gewünschter Wuchsrichtung und Platzangebot größere Abstände.

Vorkultur

Für eine frühere Blüte kann Kapuzinerkresse ungefähr drei bis vier Wochen vor dem Auspflanzen in einzelnen Töpfen vorgezogen werden.

Pro Topf wird ein Samen verwendet. Dadurch muss die empfindliche Jungpflanze später nicht pikiert werden.

Keimbedingungen

Bei ungefähr 18–22 °C keimen die Samen meist innerhalb von ein bis zwei Wochen.

Nach dem Auflaufen werden die Pflanzen sehr hell und etwas kühler gestellt, damit sie kompakt wachsen.

Samen einweichen?

Die Samen können vor der Aussaat für einige Stunden in zimmerwarmem Wasser eingeweicht werden. Notwendig ist dies bei frischem, keimfähigem Saatgut jedoch nicht.

Kapuzinerkresse besitzt große Samen und wächst schnell. Eine Aussaat im Februar erzeugt deshalb meist keinen Vorsprung, sondern eine lange Beziehung zu mehreren zunehmend ungeduldigen Fensterbankpflanzen.

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4. Jungpflanzen und Auspflanzen

Kapuzinerkresse entwickelt empfindliche, fleischige Triebe und reagiert nicht begeistert auf häufiges Umpflanzen.

Vorgezogene Pflanzen werden deshalb möglichst jung und mit ungestörtem Wurzelballen an ihren endgültigen Standort gesetzt.

Abhärten

Vor dem Auspflanzen werden die Jungpflanzen über ungefähr eine Woche schrittweise an Sonne, Wind und kühlere Temperaturen gewöhnt.

Auspflanzen

Kapuzinerkresse wird ungefähr so tief gepflanzt, wie sie zuvor im Anzuchttopf stand.

Der Wurzelballen wird vorsichtig eingesetzt, die Erde leicht angedrückt und anschließend gründlich angegossen.

Frost

Bereits leichter Frost kann Blätter und Triebe stark schädigen. Bei angekündigten kalten Nächten werden junge Pflanzen mit Vlies geschützt oder ihre Gefäße vorübergehend hereingeholt.

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5. Lage, Sonne und Wärme

Sonne

Kapuzinerkresse blüht an einem sonnigen Standort besonders reich. Mindestens sechs Stunden direktes Licht sind für eine intensive Blüte günstig.

Halbschatten

Leichter Halbschatten wird vertragen. Die Pflanzen bilden dort häufig größere und zahlreichere Blätter, aber weniger Blüten.

In sehr heißen Lagen kann leichter Schatten während der intensivsten Nachmittagssonne helfen, Hitzestress zu reduzieren.

Wärme

Kapuzinerkresse wächst bei mildem bis warmem Sommerwetter besonders schnell.

Sehr hohe Temperaturen in Verbindung mit trockenem Boden können das Wachstum und die Blüte zeitweise bremsen.

Wind

Die saftigen Triebe und langen Blattstiele können bei starkem Wind knicken oder abreißen.

Rankende Pflanzen an exponierten Standorten sollten deshalb an einem durchlässigen Gerüst locker befestigt werden.

Sonne fördert die Blüte, Wind verteilt die Triebe und Sturm verteilt im ungünstigen Fall die gesamte Pflanze.

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6. Erde und Nährstoffe

Kapuzinerkresse bevorzugt lockere, gut drainierte und eher mäßig nährstoffreiche Erde.

Sie wächst auch in vergleichsweise mageren Böden und blüht dort häufig reicher als in stark gedüngter Erde.

Zu nährstoffreicher Boden

Ein hoher Stickstoffgehalt führt zu großen, sattgrünen Blättern und langen Trieben. Die Blütenzahl kann dabei deutlich zurückgehen.

Geeignete Erde im Beet

Geeignetes Substrat im Topf

Eine hochwertige, torffreie Balkon- oder Kübelpflanzenerde ist meist ausreichend.

Mineralische Bestandteile wie Bims, Perlit oder grober Sand können Wasserabzug und Struktur verbessern.

Kapuzinerkresse ist eine jener Pflanzen, bei denen großzügige Düngung durchaus Erfolg hat – sofern das Ziel eine möglichst große Menge grüner Blätter ist.

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7. Gießen und Mulchen

Kapuzinerkresse verträgt kurze trockene Phasen, wächst und blüht aber am zuverlässigsten bei gleichmäßiger Bodenfeuchtigkeit.

Richtig gießen

Trockenheit

Bei Wassermangel hängen Blätter und Triebe sichtbar herab. Hält die Trockenheit länger an, wirft die Pflanze Knospen und Blüten ab.

Zu viel Wasser

Dauerhaft nasse Erde verdrängt Sauerstoff aus dem Wurzelraum. Die Pflanze kann trotz feuchter Erde welken und beginnt an der Basis zu faulen.

Mulchen

Eine dünne Mulchschicht kann im Beet die Verdunstung reduzieren. Direkt rund um die Stängelbasis bleibt ein kleiner Bereich frei.

Kapuzinerkresse kann Trockenheit erstaunlich lange kommentarlos hinnehmen. Ihr anschließendes Zusammenfallen ist dafür ausgesprochen deutlich formuliert.

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8. Düngung

Im normalen Gartenboden benötigt Kapuzinerkresse meist keine zusätzliche Düngung.

Eine kleine Menge reifen Komposts vor der Aussaat genügt in der Regel für die gesamte Saison.

Düngung im Topf

In Gefäßen werden Nährstoffe mit dem Gießwasser ausgewaschen. Zeigt die Pflanze nach längerer Kultur deutlich blasses, schwaches Wachstum, kann sehr sparsam gedüngt werden.

Geeignet ist ein niedrig dosierter Blühpflanzen- oder Balkondünger. Stickstoffreiche Dünger sollten vermieden werden.

Wann nicht düngen?

Eine blütenarme Kapuzinerkresse braucht nicht automatisch mehr Dünger. Sehr häufig hat sie bereits deutlich mehr davon erhalten, als ihrer Blütenmotivation zuträglich war.

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9. Rankhilfe und Wuchsführung

Rankende Kapuzinerkresse kann lange Triebe bilden, haftet aber nicht selbstständig an glatten Wänden.

Geeignete Rankhilfen

Anbinden

Junge Triebe werden vorsichtig durch das Gitter geführt oder mit weichem Material locker befestigt.

Die Bindung darf den weichen Trieb nicht einschnüren.

Überhängender Wuchs

In Balkonkästen, Hängeampeln und auf Mauerkronen dürfen die Triebe frei nach unten wachsen.

Dabei muss darauf geachtet werden, dass sie nicht in Türen, Gehwege oder bewegliche Fenster geraten.

Zu lange Triebe

Werden einzelne Triebe zu lang oder zu dicht, können sie mit einer sauberen Schere eingekürzt werden.

Die Pflanze verzweigt sich anschließend häufig stärker.

Kapuzinerkresse klettert mit Begeisterung, aber ohne technische Ausbildung. Ein wenig Wegweisung verhindert, dass sie ihr Rankgerüst zugunsten des nächstgelegenen Gartenstuhls ignoriert.

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10. Blüte und Ausputzen

Bei geeigneten Bedingungen blüht Kapuzinerkresse vom Frühsommer bis zum ersten stärkeren Frost.

Blüten fördern

Verblühtes entfernen

Werden verwelkte Blüten mitsamt dem kurzen Stiel entfernt, investiert die Pflanze weniger Energie in Samen und kann weitere Knospen bilden.

Samen zulassen

Soll Saatgut gewonnen werden, bleiben ausgewählte Blütenstände nach dem Verblühen an der Pflanze.

Es genügt, nur einen Teil der Samenstände ausreifen zu lassen. Die übrigen verblühten Blüten können weiterhin entfernt werden.

Blüten für Insekten

Die Blüten werden von verschiedenen Insekten besucht. Ungefüllte Blüten bieten einen leichteren Zugang zu Pollen und Nektar als stark gefüllte Sorten.

Wer jede Blüte isst, bekommt keine Samen. Wer jede Blüte zu Samen werden lässt, bekommt weniger neue Blüten. Auch Kapuzinerkresse verlangt gelegentlich strategische Prioritäten.

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11. Essbare Blätter und Blüten

Blätter und Blüten besitzen einen würzigen, leicht scharfen und pfeffrigen Geschmack.

Blätter

Junge, zarte Blätter können fein geschnitten in Salaten, Kräuteraufstrichen, Sandwiches, Pesto oder als würzige Garnitur verwendet werden.

Ältere Blätter schmecken meist kräftiger und können eine faserigere Struktur besitzen.

Blüten

Ganze Blüten oder einzelne Blütenblätter eignen sich für Salate, kalte Speisen und dekorative Garnituren.

Der Sporn und die inneren Blütenteile können kräftiger schmecken als die Blütenblätter.

Erntezeitpunkt

Blätter und Blüten werden bevorzugt am Vormittag geerntet, nachdem der Tau abgetrocknet ist.

Sicher verwenden

Pflanzen aus dem Zierpflanzenhandel können mit Mitteln behandelt worden sein, die nicht für essbare Kulturen vorgesehen sind. Für die Küche sind selbst ausgesäte oder ausdrücklich als essbar angebotene Pflanzen sicherer.

Essbar bedeutet nicht automatisch unbehandelt. Das Etikett „Zierpflanze“ sagt wenig über die Art, aber mitunter sehr viel über die bisherige Kulturführung.

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12. Knospen und Samenstände

Blütenknospen

Ungeöffnete Blütenknospen sind ebenfalls essbar und besitzen einen kräftig-würzigen Geschmack.

Junge grüne Samenstände

Nach der Blüte entstehen meist drei miteinander verbundene, rundliche Samenanlagen.

Solange sie jung, grün und weich sind, können sie in Essig oder Salzlake eingelegt und ähnlich wie Kapern verwendet werden.

Reife Samen

Mit zunehmender Reife werden die Samen größer, heller und härter. Vollständig ausgereifte Samen dienen vor allem der Aussaat im folgenden Jahr.

Regelmäßig ernten

Wer junge Samenstände kulinarisch verwenden möchte, kontrolliert die Pflanzen regelmäßig. Zwischen weich und überraschend hart liegen im Sommer nur wenige Tage.

Der Begriff „falsche Kapern“ beschreibt die Verwendung, nicht die Pflanze. Kapuzinerkressesamen bleiben botanisch vollständig überzeugt davon, Kapuzinerkresse zu sein.

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13. Kapuzinerkresse im Topf und auf dem Balkon

Kapuzinerkresse eignet sich sehr gut für Balkonkästen, Kübel und Hängeampeln.

Gefäßgröße

Kompakte Sorten wachsen bereits in normalen Balkonkästen. Rankende Sorten benötigen größere und tiefere Gefäße mit entsprechendem Wasservorrat.

Abzugslöcher

Jedes Gefäß braucht ausreichend große Abzugslöcher. Überschüssiges Wasser darf nicht dauerhaft im Untersetzer oder Übertopf stehen.

Pflanzabstand im Kasten

Je nach Sortengröße werden die Pflanzen ungefähr 20–30 cm voneinander entfernt gesetzt.

Zu dicht gesetzte Pflanzen konkurrieren um Wasser und bilden ein schlecht belüftetes Blätterdach.

Wasserbedarf

Balkonkästen trocknen bei Sonne und Wind rasch aus. Während heißer Perioden wird die Erdfeuchtigkeit täglich geprüft.

Düngung

Frische Balkonerde enthält meist ausreichend Nährstoffe für die ersten Wochen.

Später wird nur schwach gedüngt, wenn Wachstum und Blattfarbe deutlich nachlassen.

Rankende Sorten

Ein Gitter, gespannte Schnüre oder ein Geländer ermöglichen eine vertikale Führung.

Alternativ dürfen die Triebe frei über den Rand des Gefäßes hängen.

Kleine Töpfe funktionieren, solange Wetter und Gießkanne zuverlässig kooperieren. Im Hochsommer wird aus einem zu kleinen Gefäß schnell ein täglicher Bewässerungsvertrag.

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14. Begleitpflanze im Garten

Kapuzinerkresse wird häufig zwischen Gemüse, an Hochbeeträndern oder unter Obstgehölzen angebaut.

Bodenbedeckung

Lange Triebe können offene Bodenflächen bedecken und dadurch Verdunstung sowie das Wachstum mancher Beikräuter reduzieren.

Blütenangebot

Die lange Blütezeit ergänzt das Nahrungsangebot für blütenbesuchende Insekten.

Blattläuse

Kapuzinerkresse wird häufig stark von Blattläusen besiedelt. Sie wird deshalb gelegentlich gezielt als Fang- oder Beobachtungspflanze verwendet.

Das bedeutet jedoch nicht, dass benachbarte Kulturen automatisch frei von Blattläusen bleiben.

Stark befallene Triebspitzen können entfernt werden, bevor sich die Läuse weiter ausbreiten.

Kohlweißlingsraupen

Auch verschiedene Schmetterlingsraupen können Kapuzinerkresse als Futterpflanze nutzen.

Die Pflanze kann dadurch Fraßschäden zeigen und sollte nicht als garantierter Schutzschild für benachbarte Gemüsearten betrachtet werden.

Platz berücksichtigen

Rankende Sorten dürfen kleinere Nachbarpflanzen nicht vollständig überwachsen oder beschatten.

Eine Begleitpflanze ist Teil eines Gartensystems und kein biologischer Sicherheitsdienst. Kapuzinerkresse kann Schädlinge sichtbar machen – sie unterschreibt aber keine Schutzgarantie.

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15. Schädlinge und Krankheiten

Blattläuse

Blattläuse sitzen häufig an jungen Triebspitzen, Blattunterseiten und Knospen.

Sie verursachen eingerollte Blätter, klebrigen Honigtau und geschwächtes Wachstum.

Kohlweißlingsraupen

Gelbgrüne oder grünlich gefärbte Raupen können große Löcher in Blätter fressen.

Pflanzen werden regelmäßig kontrolliert und Raupen bei Bedarf abgesammelt.

Schnecken

Schnecken fressen vor allem junge Keimlinge, zarte Blätter und bodennahe Triebe.

Besonders gefährdet sind frisch ausgesäte oder ausgepflanzte Kapuzinerkressen.

Weiße Fliege

An sehr geschützten Standorten und im Gewächshaus können kleine weiße Fliegen an den Blattunterseiten auftreten.

Spinnmilben

Feine helle Sprenkel, matte Blätter und zarte Gespinste deuten auf Spinnmilben hin.

Sie treten besonders bei warmer, trockener und stehender Luft auf.

Minierfliegen

Helle, gewundene Fraßgänge im Blatt entstehen durch Larven, die zwischen den Blattschichten fressen.

Stark betroffene Blätter können entfernt werden.

Mehltau

Ein weißlicher, mehlartiger Belag kann bei trockenem Stress, dichtem Wuchs und gegen Ende der Saison auftreten.

Stark befallene Blätter werden entfernt. Gleichmäßiges Gießen und gute Luftzirkulation helfen bei der Vorbeugung.

Fäulnis

Dauerhaft nasse Erde, schlecht belüftete Bestände und verletzte Stängel können zu Fäulnis an Wurzeln und Pflanzenbasis führen.

Vorbeugung

Kapuzinerkresse zieht Blattläuse nicht aus einem Paralleluniversum an. Sie macht einen vorhandenen Befall durch ihre gut einsehbaren Triebspitzen nur besonders eindrucksvoll sichtbar.

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16. Pflegebedingte Probleme

Viele Blätter, wenige Blüten

Häufige Ursachen sind zu nährstoffreiche Erde, stickstoffbetonte Düngung oder ein zu schattiger Standort.

Gelbe Blätter

Einzelne ältere Blätter vergilben natürlicherweise. Zahlreiche gelbe Blätter können auf Staunässe, Wurzelschäden, starken Nährstoffmangel oder Schädlingsbefall hinweisen.

Hängende Blätter

Hängen die Blätter bei trockener Erde, benötigt die Pflanze Wasser.

Hängen sie trotz dauerhaft nasser Erde, können Wurzeln durch Sauerstoffmangel geschädigt sein.

Blattränder vertrocknen

Mögliche Ursachen sind Trockenheit, starker Wind, Salzstress durch Überdüngung oder ein überhitzter Wurzelballen.

Keine Keimung

Zu kalte oder dauerhaft nasse Erde kann die Keimung verzögern und Samenfäulnis fördern.

Auch altes, beschädigtes oder zu tief gesätes Saatgut kann schlecht auflaufen.

Wenig Wachstum

Kalte Temperaturen, ein zu kleiner Topf, verdichtete Erde, Wurzelschäden oder ein sehr schattiger Standort können das Wachstum bremsen.

Sonnenbrand

Vorgezogene Pflanzen können nach einem abrupten Wechsel in volle Sonne helle, trockene Blattflecken entwickeln.

Blattfarbe allein ist noch keine Diagnose. Entscheidend sind Erdfeuchtigkeit, Standort, Verteilung der Symptome und die Frage, ob die Pflanze gleichzeitig wächst.

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17. Saatgut gewinnen

Kapuzinerkresse lässt sich leicht aus eigenem Saatgut vermehren. Dafür bleiben ausgewählte Blüten nach dem Verblühen an der Pflanze.

Samenentwicklung

Aus jeder erfolgreich bestäubten Blüte entstehen meist drei rundliche Samen.

Sie sind zunächst grün und weich, später heller, trockener und deutlich härter.

Erntezeitpunkt

Reife Samen lösen sich häufig bereits bei leichter Berührung oder fallen von selbst zu Boden.

Sie werden regelmäßig eingesammelt, bevor sie durch Regen dauerhaft nass werden oder unkontrolliert keimen.

Nachtrocknen

  1. gesunde Samen einsammeln
  2. Erde und Pflanzenreste entfernen
  3. flach auf Papier oder einem Gitter ausbreiten
  4. mehrere Wochen luftig und trocken lagern
  5. regelmäßig wenden und kontrollieren

Lagerung

Vollständig trockene Samen werden beschriftet, dunkel, kühl und trocken gelagert.

Selbstaussaat

Herabgefallene Samen können im folgenden Frühjahr keimen. Nach kalten oder sehr nassen Wintern ist diese Selbstaussaat jedoch nicht immer zuverlässig.

Kapuzinerkresse sammelt ihre Samen nicht für den Gärtner. Wer zu lange wartet, darf sie später einzeln zwischen Pflasterfugen und Nachbarpflanzen suchen.

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18. Pflegekalender

Die Zeitpunkte verschieben sich je nach Witterung, Höhenlage und gewünschter Anbaumethode.

Kapuzinerkresse durch das Gartenjahr
Zeitraum Arbeiten
Jänner Sorten auswählen und entscheiden, ob kompakter, rankender oder überhängender Wuchs gewünscht ist.
Februar Saatgut prüfen, Gefäße vorbereiten und Rankhilfen planen. Noch nicht aussäen.
März Beet beziehungsweise Balkonkästen vorbereiten. Auf gute Drainage achten.
April Gegen Monatsende bei Bedarf mit kurzer Vorkultur in einzelnen Töpfen beginnen.
Mai Jungpflanzen abhärten und nach Ende der Frostgefahr auspflanzen. Alternativ direkt säen.
Juni Gleichmäßig gießen, rankende Triebe führen und auf Blattläuse sowie Schnecken kontrollieren.
Juli Blätter und Blüten ernten, Verblühtes entfernen und Topfpflanzen bei Hitze regelmäßig gießen.
August Weiter ernten und ausputzen. Erste ausgewählte Samenstände für die Saatgutgewinnung stehen lassen.
September Reife Samen sammeln, lange Triebe bei Bedarf kürzen und auf Mehltau achten.
Oktober Blüte bis zum Frost nutzen, weitere Samen sammeln und frostgeschädigte Pflanzen anschließend entfernen.
November Gesunde Pflanzenreste kompostieren und gesammelte Samen weiter nachtrocknen.
Dezember Vollständig trockene Samen beschriften und kühl, trocken sowie dunkel lagern.

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19. Häufige Probleme erkennen

Symptome, mögliche Ursachen und erste Maßnahmen
Beobachtung Mögliche Ursache und Maßnahme
Viele Blätter, kaum Blüten Zu viel Stickstoff oder zu wenig Sonne. Düngung pausieren und Standort prüfen.
Pflanze wächst lang und dünn Zu wenig Licht oder sehr dichter Stand. Heller stellen und bei Bedarf auslichten.
Blätter hängen bei trockener Erde Wassermangel. Gründlich gießen und anschließend gleichmäßig feucht halten.
Blätter hängen bei nasser Erde Mögliche Staunässe oder Wurzelschäden. Wasserabzug kontrollieren.
Gelbe untere Blätter Natürliche Alterung, Staunässe, Nährstoffmangel oder Lichtmangel. Gesamtzustand prüfen.
Triebspitzen voller schwarzer Läuse Blattlausbefall. Befallene Spitzen entfernen, Pflanze abspülen und Nützlinge schonen.
Große Löcher in den Blättern Raupen oder Schnecken. Pflanze besonders morgens und abends kontrollieren.
Helle gewundene Linien im Blatt Mögliche Minierfliegenlarven. Stark befallene Blätter entfernen.
Weißer, mehlartiger Belag Möglicher Echter Mehltau. Luftzirkulation verbessern und stark befallene Blätter entfernen.
Triebe faulen an der Basis Staunässe, Verletzung oder dauerhaft feuchte Erde. Betroffene Teile entfernen und Wasserabzug verbessern.
Helle trockene Flecken nach dem Auspflanzen Möglicher Sonnenbrand. Jungpflanzen künftig schrittweise an Sonne gewöhnen.
Bunt gemusterte Blätter Bei entsprechenden Sorten normale Panaschierung. Sortenbeschreibung und gleichmäßiges Muster prüfen.
Pflanze stirbt nach kalter Nacht ab Frostschaden. Kapuzinerkresse ist nicht frosthart. Gesunde Samen für die nächste Saison sammeln.

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20. Kurzcheck für gesunde Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse verlangt wenig: Sonne, durchlässige Erde, ausreichend Wasser und Zurückhaltung beim Dünger. Dafür liefert sie Blätter, Blüten, lange Triebe, essbare Samenstände und gelegentlich eine erstaunlich gut organisierte Blattlauskolonie.

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Sources & further reading

General cultivation, edible use and plant-health references

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