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Plant Knowledge

🌿 Echte Feige · Kulturfeige · Ficus carica

Die Echte Feige ist ein wärmeliebender, laubabwerfender Strauch oder kleiner Baum. In günstigen Lagen kann sie auch in Mitteleuropa dauerhaft ausgepflanzt werden; im Topf lässt sie sich leichter klein halten und im Winter besser schützen.

Für einen guten Ertrag braucht sie vor allem viel Sonne, sommerliche Wärme, einen durchlässigen Boden und einen zurückhaltenden Schnitt.

Eine Feige mit viel Blattmasse ist nicht automatisch ertragreich. Zu viel Dünger, zu viel Wasser und ein zu großer Wurzelraum können kräftiges Wachstum fördern, während die Früchte auf sich warten lassen.

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Schnellübersicht

Die wichtigsten Anforderungen auf einen Blick

Grundbedingungen für gesunde und fruchtende Feigen
Bereich Empfehlung
Standort Vollsonnig, warm, luftig und vor kaltem Wind geschützt. Ideal ist eine Süd- oder Südwestlage.
Licht Mindestens sechs, besser acht Stunden direkte Sonne während des Sommers.
Boden Locker, mineralisch-humos, gut drainiert und mäßig nährstoffreich. Keine dauerhafte Staunässe.
pH-Wert Leicht sauer bis alkalisch; ungefähr pH 6,0–7,5 ist meist gut geeignet.
Wasser Während Wachstum und Fruchtreife gleichmäßig feucht halten, zwischen den Wassergaben leicht abtrocknen lassen.
Düngung Im Frühjahr mäßig düngen. Im Topf während der Wachstumszeit regelmäßig, aber nicht stickstofflastig.
Bestäubung Die üblichen selbstfruchtbaren Kulturfeigen benötigen keine zweite Pflanze und keine Feigenwespe.
Ernte Je nach Sorte, Standort und Witterung meist von Juli bis Oktober.
Schnitt Zurückhaltend im Spätwinter oder Frühjahr schneiden. Totes, beschädigtes und zu dichtes Holz entfernen.
Topfkultur Großer, standfester Topf mit freiem Wasserabzug. Ein gewisser begrenzter Wurzelraum kann die Fruchtbildung fördern.
Winter Ausgepflanzte Pflanzen und besonders junge Triebe schützen. Kübelfeigen kühl und frostgeschützt überwintern.

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Inhalt

  1. Wuchs und Fruchtbildung
  2. Sorten und Bestäubung
  3. Lage, Sonne und Klima
  4. Erde und Pflanzung
  5. Gießen und Mulchen
  6. Nährstoffe und Düngung
  7. Richtig zurückschneiden
  8. Strauch, Baum oder Fächer
  9. Fruchtansatz verstehen
  10. Reife und Ernte
  11. Feigen im Topf
  12. Überwinterung
  13. Krankheiten und Schädlinge
  14. Vermehrung
  15. Pflegekalender
  16. Probleme erkennen
  17. Kurzcheck

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1. Wuchs und Fruchtbildung verstehen

Die Echte Feige wächst je nach Sorte und Klima als mehrstämmiger Strauch oder kleiner Baum. Ohne regelmäßige Begrenzung kann sie mehrere Meter hoch und breit werden.

Botanisch betrachtet ist eine Feige keine einzelne Frucht, sondern ein fleischiger, nach innen geschlossener Blütenstand. Die zahlreichen kleinen Blüten und späteren Einzelfrüchte liegen im Inneren.

Einjähriges und älteres Holz

In kühleren Klimazonen sind besonders jene kleinen Fruchtansätze wichtig, die sich im Spätsommer in den Blattachseln bilden und ungefähr erbsengroß überwintern.

Überstehen sie den Winter, können sie im folgenden Sommer vergleichsweise früh ausreifen. Ein starker Winterschnitt kann genau diese Fruchtansätze entfernen.

Weitere Früchte können am neuen Austrieb desselben Jahres entstehen. Ob diese noch ausreifen, hängt stark von Sorte, Wärme, Standort und Länge der Vegetationsperiode ab.

Bei Feigen entscheidet nicht nur, wie viel Holz vorhanden ist, sondern welches Alter es hat und welche Fruchtansätze bereits daran überwintern.

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2. Sorten und Bestäubung

Für den Anbau in Österreich und anderen Regionen ohne Feigenwespe sollten selbstfruchtbare Kulturfeigen gewählt werden. Diese können Früchte ohne vorherige Bestäubung entwickeln.

Eine einzelne geeignete Pflanze genügt daher grundsätzlich für eine Ernte.

Geeignete Eigenschaften für kühle Regionen

Sortennamen mit Vorsicht betrachten

Feigensorten werden seit Jahrhunderten über Stecklinge weitergegeben. Dadurch existieren zahlreiche regionale Namen, Synonyme und gelegentlich falsch bezeichnete Pflanzen.

Für die Praxis sind deshalb beobachtbare Eigenschaften oft wichtiger als ein besonders exotisch klingendes Etikett: Reifezeit, Winterhärte, Fruchtfarbe, Größe und Ertrag.

„Selbstfruchtbar“ bedeutet nicht, dass jede beliebige Feigensorte überall ohne Bestäubung Früchte bildet. Für Mitteleuropa sollte ausdrücklich eine geeignete Kulturfeige gewählt werden.

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3. Lage, Sonne und Klima

Sonne

Feigen benötigen einen sehr hellen und warmen Standort. Mindestens sechs, besser acht Stunden direkte Sommersonne fördern kompaktes Wachstum, Fruchtansatz und Ausreifung.

In lichtarmem Halbschatten kann die Pflanze zwar wachsen, bildet aber häufig lange weiche Triebe und deutlich weniger reife Früchte.

Geeignete Lage

Besonders günstig sind geschützte Süd- oder Südwestlagen vor einer wärmespeichernden Mauer. Die Wand reduziert Wind, speichert tagsüber Wärme und gibt sie in der Nacht langsam ab.

Wind

Junge Feigentriebe sind weich und können bei starkem Wind abbrechen. Große Blätter erhöhen außerdem die Verdunstung.

Der Standort sollte daher luftig, aber nicht dauerhaft zugig sein. Kübelpflanzen müssen standsicher aufgestellt werden.

Hitze

Gut eingewurzelte Feigen vertragen sommerliche Hitze. In dunklen Kunststofftöpfen kann sich der Wurzelballen jedoch stark aufheizen.

Der Topf kann beschattet, in ein größeres Übergefäß gestellt oder mit einem hellen Material umwickelt werden.

Spätfrost

Der junge Austrieb ist frostempfindlicher als das ruhende ältere Holz. Ein Spätfrost kann neue Blätter und bereits aktive Triebspitzen schädigen.

Bei angekündigten kalten Nächten werden kleine Pflanzen mit Vlies geschützt oder Kübel vorübergehend an einen geschützten Ort gestellt.

Feigen brauchen Wärme, aber keine Sauna. Sonne, Luftbewegung und ein kühler, gesunder Wurzelraum müssen zusammenpassen.

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4. Erde und Pflanzung

Geeigneter Boden

Feigen sind hinsichtlich der Bodenart vergleichsweise tolerant. Entscheidend ist ein zuverlässiger Wasserabzug.

Ideal ist ein lockerer, mineralisch-humoser Boden, der Feuchtigkeit speichern kann, aber nach starkem Regen nicht über längere Zeit vernässt bleibt.

Bodenverbesserung

Pflanzzeit

In kühleren Regionen ist das Frühjahr die sicherste Pflanzzeit. Die Feige hat dann eine vollständige Vegetationsperiode, um vor dem ersten Winter neue Wurzeln zu bilden.

In sehr milden Lagen ist auch eine frühe Herbstpflanzung möglich, sofern die Pflanze anschließend gut geschützt wird.

Pflanztiefe

Die Feige wird ungefähr so tief gesetzt, wie sie zuvor im Topf stand. Der Wurzelhals sollte nicht tief unter der Erde verschwinden.

Pflanzabstand

Frei wachsende Feigen können mehrere Meter breit werden. Je nach Sorte und geplanter Erziehungsform sollten mindestens etwa 2,5–3 m Abstand zu anderen großen Gehölzen und empfindlichen Bauwerken eingeplant werden.

Eine Feige lässt sich durch Schnitt klein halten. Das ersetzt jedoch keine vernünftige Standortplanung.

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5. Gießen und Mulchen

Feigen gelten als trockenheitsverträglich, benötigen für einen guten Fruchtansatz und saftige Früchte aber eine verlässliche Wasserversorgung.

Besonders junge Pflanzen und Kübelfeigen dürfen während des aktiven Wachstums nicht vollständig austrocknen.

Richtig gießen

Während der Fruchtreife

Starke Wechsel zwischen Trockenheit und sehr viel Wasser können zu Fruchtfall, schlechter Ausreifung oder aufgeplatzten Früchten beitragen.

Die Erde sollte deshalb während der Fruchtentwicklung gleichmäßig, aber nicht übermäßig feucht bleiben.

Mulchen

Eine lockere Mulchschicht reduziert Verdunstung und schützt die oberen Wurzeln. Geeignet sind beispielsweise Laubkompost, gehäckseltes Pflanzenmaterial oder eine dünne Kompostschicht.

Direkt rund um Stamm und Wurzelhals bleibt etwas Abstand, damit die Rinde abtrocknen kann.

Trockenheitsverträglich bedeutet nicht durstlos. Eine Feige kann Trockenheit überleben und gleichzeitig jede Frucht abwerfen.

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6. Nährstoffe und Düngung

Feigen benötigen nur eine mäßige Nährstoffversorgung. Zu viel Stickstoff führt häufig zu langen, weichen Trieben und großen Blättern, während Fruchtbildung und Winterhärte zurückgehen.

Düngung im Beet

Bei normalem Wachstum genügt im Frühjahr meist eine dünne Kompostgabe oder eine maßvolle Düngung mit einem ausgewogenen organischen Langzeitdünger.

Zeigt die Pflanze bereits kräftigen jährlichen Zuwachs, ist oft keine zusätzliche Düngung erforderlich.

Düngung im Topf

Im begrenzten Erdvolumen werden Nährstoffe schneller verbraucht und mit dem Gießwasser ausgewaschen.

Kübelfeigen können vom Frühjahr bis zum Hochsommer regelmäßig schwach gedüngt werden. Sobald Früchte wachsen, eignet sich ein kaliumbetonter Obst- oder Tomatendünger.

Ab Spätsommer wird die Düngung beendet, damit neue Triebe vor dem Winter ausreifen können.

Überdüngung erkennen

Eine gestresste Feige wird nicht durch zusätzlichen Dünger gesund. Zuerst Wasserhaushalt, Wurzeln, Temperatur und Licht prüfen.

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7. Richtig zurückschneiden

Feigen sind gut schnittverträglich, reagieren auf starke Rückschnitte aber häufig mit besonders kräftigem vegetativem Wachstum.

Das Ziel ist daher ein überschaubarer, luftiger Aufbau – kein alljährliches Massaker.

Geeigneter Zeitpunkt

Der Hauptschnitt erfolgt im Spätwinter oder frühen Frühjahr, sobald die strengsten Fröste vorüber sind und bevor der starke Austrieb beginnt.

Frostgeschädigte Triebspitzen sollten erst entfernt werden, wenn erkennbar ist, bis wohin das Holz tatsächlich abgestorben ist.

Was wird entfernt?

Höhe begrenzen

Zu hohe Äste werden nicht irgendwo in der Mitte gekappt, sondern möglichst auf einen tiefer stehenden, nach außen gerichteten Seitenast abgeleitet.

Dadurch bleibt die natürliche Verzweigung erhalten und die Krone wird weniger dicht.

Starken Rückschnitt vermeiden

Ein radikaler Schnitt kann viele überwinternde Fruchtansätze entfernen und anschließend einen Wald aus kräftigen, schlecht ausreifenden Neutrieben erzeugen.

Größere Verjüngungen sollten deshalb über mehrere Jahre verteilt werden.

Sommerschnitt

Sehr lange, weiche Neutriebe können im Sommer eingekürzt oder nach fünf bis sechs Blättern entspitzt werden, sofern sie nicht für den künftigen Aufbau benötigt werden.

Dadurch wird das weitere Längenwachstum begrenzt und die Bildung von Seitentrieben sowie neuen Fruchtansätzen gefördert.

Milchsaft beachten

Beim Schneiden tritt weißer Milchsaft aus. Dieser kann Haut und Augen reizen. Beim Schnitt sind Handschuhe sinnvoll; anschließend sollten Hände und Werkzeug gereinigt werden.

Vor jedem Schnitt prüfen, ob an dem Trieb bereits kleine überwinternde Fruchtansätze sitzen. Die Feige hat ihre Pläne oft früher gemacht als der Gärtner.

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8. Strauch, Baum oder Fächer

Mehrstämmiger Strauch

Die natürliche und in kühleren Regionen oft praktischste Form ist ein mehrstämmiger Strauch.

Friert ein einzelner Stamm zurück, können andere Grundtriebe erhalten bleiben oder neue Triebe aus der Basis aufgebaut werden.

Kleiner Baum

Für eine Baumform wird ein kräftiger Hauptstamm ausgewählt und auf der gewünschten Höhe eine lockere Krone aufgebaut.

Diese Form wirkt ordentlich und erleichtert die Pflege unter der Pflanze, ist bei starkem Frost aber weniger regenerationsfähig als ein mehrstämmiger Strauch.

Fächer an einer Wand

An einer warmen Süd- oder Südwestwand kann die Feige als flacher Fächer erzogen werden.

Mehrere Hauptäste werden schräg an Drähten befestigt. Dadurch erhalten Blätter und Früchte viel Licht, während die Pflanze wenig Tiefe beansprucht.

Die Bindungen müssen regelmäßig kontrolliert und erweitert werden, damit sie nicht in das dicker werdende Holz einschneiden.

Die beste Erziehungsform ist jene, die sich ernten, schützen und schneiden lässt. Eine sechs Meter hohe Feige besitzt viel Würde, aber wenig Balkonkompatibilität.

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9. Fruchtansatz verstehen

Überwinternde Fruchtansätze

In Spätsommer und Herbst können sich kleine Früchte in den Blattachseln bilden. Jene, die im Herbst etwa erbsengroß sind, können den Winter überstehen und im folgenden Sommer ausreifen.

Diese frühen Fruchtansätze müssen vor starkem Frost geschützt werden. Werden sie zerstört oder im Frühjahr abgeschnitten, fällt die frühe Ernte aus.

Späte Früchte

Größere, im Herbst noch unreife Früchte reifen in kühlen Regionen meist nicht mehr aus und überstehen den Winter häufig nicht.

Sie können nach dem Laubfall entfernt werden. Kleine, fest sitzende Fruchtansätze bleiben dagegen erhalten.

Warum bildet meine Feige keine Früchte?

Eine Feige kann gleichzeitig gesund, kräftig und völlig unkooperativ in der Fruchtfrage sein. Meist liegt das nicht an einem einzelnen Mangel, sondern an Licht, Wärme, Schnitt und Wuchsstärke gemeinsam.

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10. Reife und Ernte

Feigen reifen nicht zuverlässig nach. Sie sollten daher möglichst vollständig reif am Baum geerntet werden.

Reife erkennen

Richtig pflücken

Reife Feigen werden vorsichtig mit einem kurzen Stück Stiel abgedreht oder mit einer sauberen Schere abgeschnitten.

Wegen des reizenden Milchsaftes sind Handschuhe sinnvoll. Früchte sollten nicht gequetscht oder in hohen Behältern übereinandergestapelt werden.

Lagerung

Frische Feigen sind sehr empfindlich und nur kurz lagerfähig. Sie werden möglichst rasch gegessen oder verarbeitet.

Unreife Früchte vor dem Winter

Vollständig grüne, harte Feigen werden nach der Ernte nicht mehr süß. Sie sollten nicht mit bereits beginnend reifen Tomaten verwechselt werden – die Feige kennt diese Form der Nachsicht nicht.

Eine reife Feige wirkt beinahe überreif. Wer auf die Festigkeit eines Supermarktapfels wartet, erntet zuverlässig zu früh.

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11. Feigen im Topf und auf dem Balkon

Feigen eignen sich gut für die Kübelkultur. Der begrenzte Wurzelraum hält die Pflanze kompakter und kann die Fruchtbildung fördern.

Topfgröße

Junge Pflanzen werden schrittweise in größere Gefäße umgesetzt. Ein zu großer Topf speichert lange Feuchtigkeit und kann übermäßiges Wurzel- und Triebwachstum fördern.

Für eine dauerhaft kultivierte Feige ist schließlich ein standfester Topf mit ungefähr 40–60 Litern oder mehr sinnvoll. Die geeignete Größe hängt von Sorte, gewünschter Endhöhe und Bewässerung ab.

Substrat

Geeignet ist eine strukturstabile Mischung aus hochwertiger Kübelpflanzenerde, mineralischem Material und etwas reifem Kompost.

Bims, Lava, grober Sand oder Perlit verbessern Luftführung und Wasserabzug.

Drainage

Umtopfen

Junge Feigen werden bei Bedarf im Frühjahr in einen nur wenig größeren Topf gesetzt.

Ältere Pflanzen können mehrere Jahre im selben Gefäß bleiben. Dann wird im Frühjahr die obere Erdschicht erneuert und bei Bedarf ein Teil des Wurzelballens zurückgeschnitten.

Standfestigkeit

Große Blätter fangen viel Wind. Der Topf muss schwer und stabil sein; hohe Triebe werden gegebenenfalls an einer Wand oder einem Gerüst gesichert.

Wurzelbegrenzung soll das Wachstum mäßigen, nicht die Pflanze langsam erdrosseln. Ein vollständig verdichteter Wurzelballen braucht frische Erde oder einen kontrollierten Wurzelschnitt.

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12. Überwinterung

Feigen werfen im Herbst ihre Blätter ab und gehen in Winterruhe. Sie sollten nicht wie tropische Zimmerpflanzen dauerhaft warm und hell im Wohnraum weiterkultiviert werden.

Ausgepflanzte Feigen

Besonders gefährdet sind junge Pflanzen, lange weiche Neutriebe und die kleinen überwinternden Fruchtansätze.

Feigen im Kübel

Kübelfeigen können nach dem Laubfall kühl und frostgeschützt überwintert werden. Geeignet sind beispielsweise ein unbeheiztes, frostfreies Stiegenhaus, eine Garage oder ein kühler Keller.

Da die Pflanze laublos ist, benötigt sie während der tiefen Winterruhe nur wenig Licht. Warm sollte das Quartier jedoch nicht sein, damit sie nicht verfrüht austreibt.

Gießen im Winter

Der Wurzelballen darf nicht vollständig austrocknen, bleibt aber deutlich trockener als im Sommer.

Gegossen wird sparsam, sobald die Erde im Inneren des Topfes weitgehend trocken ist. Gedüngt wird während der Winterruhe nicht.

Früher Austrieb

Treibt die Feige im Winterquartier sehr früh aus, steht sie wahrscheinlich zu warm. Der neue Austrieb ist weich, lichtbedürftig und besonders empfindlich gegenüber späterem Frost.

Ein früher Austrieb ist kein Vorsprung, wenn die Pflanze danach wochenlang zwischen Wohnzimmer, Balkon und Frostwarnung pendeln muss.

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13. Krankheiten und Schädlinge

Spinnmilben

Spinnmilben treten besonders an warmen, trockenen und geschützten Standorten auf.

Typische Anzeichen sind feine helle Sprenkel, bronzefarbene Blätter und zarte Gespinste auf den Blattunterseiten.

Schildläuse und Wollläuse

An Kübelfeigen und überwinterten Pflanzen können Schild- oder Wollläuse auftreten. Sie sitzen häufig an Trieben, Blattunterseiten und Verzweigungen.

Feigenrost und Blattflecken

Gelbliche bis braune Flecken sowie vorzeitiger Blattfall können durch pilzliche Blattkrankheiten verursacht werden.

Befallenes Falllaub wird entfernt. Eine offene Krone und trockene Blätter reduzieren den Infektionsdruck.

Feigenmosaik

Unregelmäßige gelbliche oder hellgrüne Muster, verformte Blätter und schwaches Wachstum können auf das Feigenmosaik hinweisen.

Ähnliche Muster können jedoch auch durch Nährstoffprobleme, Milben oder Witterungsstress entstehen. Eine sichere Diagnose ist allein nach dem Blattbild schwierig.

Wurzelfäule

Schlaffe Blätter trotz feuchter Erde, Blattfall und dunkel verfärbte Wurzeln können auf Staunässe und Wurzelfäule hindeuten.

Betroffene Kübelpflanzen werden ausgetopft, faule Wurzeln entfernt und in frisches, durchlässiges Substrat gesetzt.

Vögel, Wespen und Ameisen

Vollreife Feigen ziehen Vögel und Insekten an. Häufiges Ernten verhindert, dass überreife oder aufgeplatzte Früchte lange an der Pflanze bleiben.

Vorbeugung

Ein einzelnes fleckiges Blatt ist noch keine Katastrophe. Entscheidend sind Ausbreitung, Verteilung und das Gesamtbild der Pflanze.

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14. Vermehrung

Feigen lassen sich leicht vegetativ vermehren. Dadurch bleiben die Eigenschaften der Mutterpflanze erhalten.

Steckholz im Winter

  1. gesunden einjährigen Trieb auswählen
  2. ungefähr 15–25 cm langes Stück schneiden
  3. unteres Ende direkt unter einer Knospe schneiden
  4. Steckholz zu etwa zwei Dritteln in lockeres Substrat setzen
  5. gleichmäßig leicht feucht und frostfrei halten

Stecklinge während der Wachstumszeit

Junge, noch nicht vollständig verholzte Triebe können ebenfalls bewurzelt werden. Große Blätter werden dabei teilweise eingekürzt, damit der Steckling weniger Wasser verliert.

Absenker

Ein niedriger, biegsamer Trieb kann zum Boden gebogen und an einer Stelle mit Erde bedeckt werden. Sobald sich dort Wurzeln gebildet haben, wird er von der Mutterpflanze getrennt.

Stecklinge sollten nur von gesunden, gut tragenden Pflanzen genommen werden. Sonst vermehrt man nicht nur die Sorte, sondern möglicherweise auch ihr Problem.

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15. Pflegekalender

Die genauen Zeitpunkte verschieben sich je nach Sorte, Witterung, Höhenlage und Überwinterungsform.

Feigen durch das Gartenjahr
Zeitraum Arbeiten
Jänner Winterruhe. Kübelfeigen sparsam gießen und auf Schädlingsbefall kontrollieren. Nicht düngen.
Februar Winterschutz kontrollieren. Mit dem Hauptschnitt noch warten, solange starke Fröste möglich sind.
März Nach den strengsten Frösten totes und beschädigtes Holz entfernen. Kübelfeigen bei Bedarf umtopfen.
April Austrieb beobachten, langsam an Sonne gewöhnen und bei Spätfrost schützen. Erste leichte Düngung möglich.
Mai Kübelfeigen dauerhaft ins Freie stellen, sobald keine Nachtfröste mehr drohen. Gleichmäßig gießen.
Juni Triebe anbinden, Wasserschosse reduzieren und bei Bedarf lange Neutriebe vorsichtig entspitzen.
Juli Früh reifende Feigen kontrollieren und ernten. Bei Hitze auf gleichmäßige Wasserversorgung achten.
August Hauptreifezeit vieler Sorten. Düngung allmählich reduzieren und reife Früchte regelmäßig ernten.
September Späte Früchte beobachten. Düngung beenden, damit neue Triebe ausreifen können.
Oktober Reife Früchte ernten. Nach dem Laubfall große unreife Früchte entfernen, kleine Fruchtansätze belassen.
November Kübelfeigen ins Winterquartier bringen und ausgepflanzte Pflanzen nach den ersten Frösten schützen.
Dezember Winterruhe. Nur sparsam gießen und kontrollieren, ob Winterschutz sowie Wasserabzug funktionieren.

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16. Häufige Probleme erkennen

Symptome, mögliche Ursachen und erste Maßnahmen
Beobachtung Mögliche Ursache und Maßnahme
Viele große Blätter, aber keine Früchte Zu viel Stickstoff, zu wenig Sonne, zu großer Wurzelraum, junge Pflanze oder ungeeignete Sorte.
Früchte fallen klein und hart ab Trockenstress, Kälte, ungeeigneter Feigentyp oder gestörter Fruchtansatz.
Früchte bleiben bis zum Herbst grün Sorte reift zu spät, Standort ist zu kühl oder die Früchte wurden erst spät im Jahr angelegt.
Früchte platzen auf Starke Feuchtigkeitsschwankungen oder Regen während der Reife. Gleichmäßiger gießen und reife Früchte rasch ernten.
Blätter hängen trotz feuchter Erde Staunässe, Wurzelschaden oder überhitzter Wurzelballen. Wasserabzug und Wurzeln kontrollieren.
Braune, trockene Blattränder Trockenstress, Wind, Salzschaden oder Wurzelüberhitzung. Bewässerung, Standort und Düngung prüfen.
Gelbe Blätter bei nasser Erde Mögliche Staunässe oder geschädigte Wurzeln. Nicht sofort nachdüngen, sondern den Wasserabzug prüfen.
Helle Sprenkel und feine Gespinste Wahrscheinlicher Spinnmilbenbefall. Blattunterseiten kontrollieren und Pflanze früh behandeln.
Unregelmäßige gelbe Blattmuster Möglich sind Feigenmosaik, Milben, Nährstoffstörung oder Witterungsstress. Entwicklung und Gesamtbild beobachten.
Triebspitzen sind nach dem Winter schwarz Frostschaden. Erst nach Beginn des Austriebs bis ins eindeutig lebende Holz zurückschneiden.
Pflanze treibt im Winterquartier aus Standort ist zu warm. Kühler und möglichst hell stellen, Austrieb langsam an Außenbedingungen gewöhnen.
Feige wirft im Herbst alle Blätter ab Normaler Beginn der Winterruhe, sofern keine weiteren auffälligen Symptome vorhanden sind.

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17. Kurzcheck für gesunde Feigen

Feigen brauchen weniger Fürsorge, als ihre exotische Erscheinung vermuten lässt – aber mehr Geduld. Sonne, ein gesunder Wurzelraum, maßvolles Wasser und ein zurückhaltender Schnitt erledigen den größten Teil der Arbeit.

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Sources & further reading

General cultivation, pruning and overwintering references

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