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Plant Knowledge

🥒 Zucchini · Gartenkürbis · Cucurbita pepo

Zucchini sind schnell wachsende, wärmeliebende und frostempfindliche Kürbisgewächse. Eine einzelne gesunde Pflanze kann innerhalb weniger Wochen einen beträchtlichen Platz beanspruchen und über den Sommer hinweg zahlreiche Früchte bilden.

Für einen guten Ertrag benötigen Zucchini viel Sonne, humusreiche Erde, gleichmäßige Feuchtigkeit, ausreichend Nährstoffe und eine erfolgreiche Bestäubung der weiblichen Blüten.

Zucchini wachsen nicht langsam in ihre Umgebung hinein. Sie übernehmen sie. Der großzügig bemessene Pflanzabstand vom Frühjahr wirkt im Juli meist plötzlich sehr vernünftig.

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Schnellübersicht

Die wichtigsten Anforderungen auf einen Blick

Grundbedingungen für gesunde und ertragreiche Zucchini
Bereich Empfehlung
Standort Vollsonnig, warm, luftig und möglichst vor starkem Wind geschützt.
Temperatur Frostempfindlich. Erst dauerhaft ins Freie pflanzen, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.
Boden Humos, tiefgründig, nährstoffreich, gleichmäßig feucht und gut drainiert.
pH-Wert Leicht sauer bis neutral, ungefähr pH 6,0–7,0.
Pflanzabstand Je nach Sorte ungefähr 80–120 cm. Rankende Sorten benötigen noch mehr Raum.
Wasser Gleichmäßig feucht halten. Direkt am Boden und möglichst morgens gießen.
Düngung Vor der Pflanzung Kompost einarbeiten und während der Wachstums- und Erntezeit regelmäßig nachdüngen.
Blüten Männliche und weibliche Blüten befinden sich getrennt auf derselben Pflanze.
Bestäubung Durch Bienen und andere Insekten. Bei schwacher Bestäubung kann von Hand nachgeholfen werden.
Ernte Jung und regelmäßig ernten, meist bei etwa 15–20 cm Fruchtlänge.
Topfkultur Mindestens ungefähr 40–60 Liter pro Pflanze, für kräftige Sorten besser noch mehr.
Häufige Probleme Echter Mehltau, Blütenendfäule, unzureichende Bestäubung, Schnecken und Trockenstress.

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Inhalt

  1. Wuchs und Lebensweise
  2. Sorten und Wuchsformen
  3. Aussaat und Keimung
  4. Jungpflanzen und Abhärtung
  5. Auspflanzen und Pflanzabstand
  6. Lage, Sonne und Wärme
  7. Erde und Bodenvorbereitung
  8. Gießen und Mulchen
  9. Nährstoffe und Düngung
  10. Männliche und weibliche Blüten
  11. Bestäubung und Fruchtansatz
  12. Pflege und Schnitt
  13. Ernte und Verwendung
  14. Zucchini im Topf
  15. Krankheiten und Schädlinge
  16. Pflegebedingte Störungen
  17. Fruchtfolge und Mischkultur
  18. Saatgut gewinnen
  19. Pflegekalender
  20. Probleme erkennen
  21. Kurzcheck

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1. Wuchs und Lebensweise

Zucchini gehören zur Art Cucurbita pepo. Zur selben Art zählen unter anderem verschiedene Gartenkürbisse, Patissons und einige Zierkürbisse.

Die meisten Zucchinisorten wachsen buschförmig. Sie bilden einen kurzen, kräftigen Haupttrieb mit großen, lang gestielten Blättern.

Einige Sorten entwickeln längere, rankende Triebe und benötigen deutlich mehr Platz.

Blätter

Zucchiniblätter sind groß, rau und häufig silbrig gemustert. Helle Zeichnungen entlang der Blattadern sind bei vielen Sorten normal und nicht automatisch ein Anzeichen für Mehltau.

Stängel

Stängel und Blattstiele sind hohl, saftig und leicht verletzlich. Beim Arbeiten rund um die Pflanze sollte deshalb vorsichtig vorgegangen werden.

Wurzeln

Zucchini bilden ein weitreichendes, relativ oberflächennahes Wurzelsystem. Tiefes Hacken in unmittelbarer Nähe der Pflanze kann zahlreiche Wurzeln beschädigen.

Wachstum

Bei warmem Wetter, guter Wasserversorgung und ausreichend Nährstoffen wachsen Zucchini sehr schnell.

Vom kleinen Fruchtansatz bis zur erntereifen Zucchini können im Hochsommer nur wenige Tage vergehen.

Eine übersehene Zucchini verbringt das Wochenende nicht untätig. Am Montag besitzt sie häufig bereits das Format eines nautischen Fenderkörpers.

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2. Sorten und Wuchsformen

Grüne Zucchini

Klassische grüne Sorten bilden längliche, dunkel- bis hellgrüne Früchte. Manche besitzen Streifen oder helle Sprenkel.

Gelbe Zucchini

Gelbe Sorten sind bei der Ernte besonders leicht zwischen den Blättern zu erkennen. Geschmack und Pflege unterscheiden sich kaum von grünen Sorten.

Runde Zucchini

Runde Sorten eignen sich besonders gut zum Füllen. Sie werden geerntet, solange die Schale noch zart und die Frucht ungefähr apfel- bis grapefruitgroß ist.

Buschförmige Sorten

Buschzucchini bleiben relativ kompakt und eignen sich für Beete und große Kübel.

Auch kompakte Sorten benötigen deutlich mehr Platz, als ihre kleine Jungpflanze zunächst vermuten lässt.

Rankende Sorten

Rankende Zucchini bilden längere Triebe und können an einem stabilen Gerüst geführt werden.

Früchte und Triebe müssen dabei regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls gestützt werden.

Resistente Sorten

In feuchten oder mehltaugefährdeten Lagen können Sorten mit erhöhter Widerstandsfähigkeit gegen Echten Mehltau sinnvoll sein.

„Kompakt“ ist bei Zucchini ein relativer Begriff. Gemeint ist meistens: etwas weniger ausladend als eine kleinere Satellitenschüssel.

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3. Aussaat und Keimung

Zucchini können im Haus vorgezogen oder nach Ende der Frostgefahr direkt ins Freiland gesät werden.

Vorkultur

Die Vorkultur beginnt meist ungefähr drei bis vier Wochen vor dem geplanten Auspflanzen.

Eine zu frühe Aussaat führt schnell zu großen Pflanzen, die im Haus viel Platz benötigen und empfindlich auf das spätere Umpflanzen reagieren.

Aussaat in Töpfen

  1. Pro Topf ein Samenkorn verwenden.
  2. Samenkorn ungefähr 2–3 cm tief einsetzen.
  3. Lockeres, leicht nährstoffhaltiges Substrat verwenden.
  4. Erde vorsichtig anfeuchten.
  5. Warm und hell aufstellen.

Keimtemperatur

Bei ungefähr 20–25 °C keimen Zucchinisamen meist innerhalb weniger Tage bis etwa zwei Wochen.

Nach der Keimung werden die Pflanzen sehr hell und etwas kühler gestellt, damit sie kompakt und kräftig wachsen.

Direktsaat

Nach Ende der Frostgefahr können die Samen direkt an ihren endgültigen Standort gesät werden.

Der Boden sollte warm und nicht vernässt sein. Pro Pflanzstelle können zwei Körner gesät und später nur der kräftigere Keimling stehen gelassen werden.

Zucchini müssen nicht im Februar auf einer Fensterbank auf das Leben vorbereitet werden. Drei kräftige Wochen Vorkultur sind meist wertvoller als drei lichtarme Monate.

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4. Jungpflanzen und Abhärtung

Im Haus vorgezogene Zucchini sind direktes Sonnenlicht, Wind und starke Temperaturschwankungen nicht gewohnt.

Vor dem Auspflanzen werden sie deshalb über ungefähr eine Woche langsam abgehärtet.

Abhärten

Umpflanzen

Zucchini reagieren empfindlich auf beschädigte Wurzeln. Sie werden deshalb mit möglichst vollständigem Wurzelballen ausgepflanzt.

Torffreie Anzuchttöpfe, feste Erdballen oder vorsichtig aufgeschnittene Kunststofftöpfe erleichtern das Umpflanzen.

Gesunde Jungpflanzen

Eine gute Jungpflanze ist kompakt, besitzt einen kräftigen Stängel und mehrere gesunde, dunkelgrüne Blätter.

Sehr große, bereits blühende Pflanzen sind nicht automatisch besser. Sie können nach dem Auspflanzen stärker unter Wurzelstress leiden.

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5. Auspflanzen und Pflanzabstand

Zucchini dürfen erst dauerhaft ins Freie, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.

In vielen Regionen Österreichs ist eine Pflanzung ab Mitte Mai möglich. In höheren oder kühleren Lagen kann ein späterer Zeitpunkt sicherer sein.

Pflanzabstand

Buschförmige Sorten erhalten ungefähr 80–120 cm Abstand. Rankende Sorten benötigen je nach Führung noch mehr Platz.

Zu enger Stand führt zu schlechter Luftzirkulation, erschwert die Ernte und erhöht das Risiko von Mehltau und Fäulnis.

Pflanzen

  1. Großzügiges Pflanzloch ausheben.
  2. Reife Komposterde mit der Gartenerde mischen.
  3. Pflanze vorsichtig aus dem Topf lösen.
  4. Auf derselben Höhe wie zuvor einsetzen.
  5. Erde leicht andrücken.
  6. Gründlich angießen.
  7. Wurzelbereich anschließend mulchen.

Windschutz

Junge Pflanzen besitzen große Blätter und relativ weiche Blattstiele. Ein vorübergehender Windschutz erleichtert das Anwachsen.

Eine Zucchini wird nicht tiefer gesetzt wie eine Tomate. Der empfindliche Stängelansatz bleibt oberhalb der Erde.

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6. Lage, Sonne und Wärme

Sonne

Zucchini benötigen einen vollsonnigen Standort mit mindestens sechs, besser acht Stunden direkter Sonne.

Bei zu wenig Licht wachsen die Pflanzen weich, bilden weniger Blüten und setzen weniger Früchte an.

Wärme

Zucchini wachsen am besten bei warmem Sommerwetter. Längere kühle Phasen verlangsamen Wachstum, Blüte und Fruchtentwicklung.

Hitze

Sehr hohe Temperaturen können zu welkenden Blättern und Blütenabwurf führen.

Hängen die Blätter nur während der heißesten Tageszeit und richten sich am Abend wieder auf, ist dies nicht zwingend ein Grund für zusätzliches Gießen.

Wind

Starker Wind kann die großen Blätter zerreißen und Blattstiele abbrechen.

Ein geschützter, aber luftiger Standort ist deshalb günstiger als eine völlig offene, sturmexponierte Fläche.

Ein paar eingerissene Blätter sind meist kein Drama. Die Pflanze braucht Photosynthese, keine Teilnahme an einem botanischen Schönheitswettbewerb.

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7. Erde und Bodenvorbereitung

Zucchini sind Starkzehrer. Sie bevorzugen einen humosen, tiefgründigen und nährstoffreichen Boden.

Die Erde muss Feuchtigkeit speichern können, darf aber nach starkem Regen nicht dauerhaft vernässt bleiben.

Vor der Pflanzung

Kompost

Eine großzügige, aber reife Kompostgabe verbessert sowohl die Nährstoffversorgung als auch die Wasserspeicherfähigkeit.

Frischer, noch heißer Kompost oder unverrotteter Mist gehört nicht direkt an die jungen Wurzeln.

pH-Wert

Ein leicht saurer bis neutraler Boden zwischen ungefähr pH 6,0 und 7,0 ist günstig.

Zucchini wachsen gerne auf dem Kompost – gemeint ist allerdings ein gut gereifter Komposthaufen, nicht die thermisch aktive Kernzone einer laufenden Verrottungsanlage.

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8. Gießen und Mulchen

Zucchini bilden große Blätter und wasserreiche Früchte. Ihr Wasserbedarf ist entsprechend hoch.

Besonders während Blüte und Fruchtentwicklung darf die Erde nicht vollständig austrocknen.

Richtig gießen

Warum nicht über die Blätter gießen?

Nasse Blätter bleiben bei dichtem Wuchs lange feucht. Dadurch können Pilzkrankheiten begünstigt werden.

Außerdem gelangt beim oberflächlichen Beregnen häufig weniger Wasser in den eigentlichen Wurzelbereich.

Mulchen

Eine Mulchschicht aus Stroh, angetrocknetem Grasschnitt, Laubkompost oder anderem geeigneten Material hält die Erde gleichmäßiger feucht.

Mulch verhindert außerdem, dass Früchte direkt auf nasser Erde liegen und beim Gießen Erde auf Blätter und Blüten spritzt.

Rund um die Stängelbasis bleibt ein kleiner Bereich frei, damit der Pflanzenhals gut abtrocknen kann.

Gleichmäßige Feuchtigkeit ist wichtiger als möglichst viel Wasser. Eine Zucchini möchte weder verdursten noch in einem liebevoll gepflegten Sumpf stehen.

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9. Nährstoffe und Düngung

Zucchini benötigen während ihrer kurzen, intensiven Wachstumsperiode viele Nährstoffe.

Grundversorgung

Vor der Pflanzung wird reifer Kompost in den Boden eingearbeitet. Bei gut versorgtem Gartenboden genügt dies für die ersten Wochen.

Nachdüngung

Sobald die Pflanze kräftig wächst und regelmäßig Früchte bildet, kann sie alle zwei bis vier Wochen mit einem organischen Gemüse- oder Kürbisdünger versorgt werden.

Flüssigdünger im Topf wird nach Herstellerangabe meist häufiger, aber schwächer dosiert gegeben.

Stickstoff

Stickstoff fördert Blatt- und Triebwachstum. Ein Überschuss führt zu sehr großen Blättern, weichem Wachstum und möglicherweise weniger Blüten und Früchten.

Kalium

Kalium unterstützt Blütenbildung, Fruchtentwicklung und Wasserhaushalt.

Überdüngung erkennen

Mangel erkennen

Blasse Pflanzen, schwaches Wachstum und kleine Früchte können auf Nährstoffmangel hinweisen.

Vor einer zusätzlichen Düngung sollten jedoch auch Licht, Erdfeuchtigkeit, Wurzeln und Temperaturen geprüft werden.

Mehr Dünger erzeugt nicht automatisch mehr Zucchini. Manchmal erzeugt er lediglich ein beeindruckendes Dach aus Blättern über einem erstaunlich leeren Erntekorb.

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10. Männliche und weibliche Blüten

Zucchini bilden getrennte männliche und weibliche Blüten auf derselben Pflanze.

Männliche Blüten

Männliche Blüten sitzen auf langen, dünnen Stielen. Unterhalb der Blüte ist keine kleine Fruchtverdickung sichtbar.

Im Zentrum befindet sich der mit Pollen bedeckte Staubbeutel.

Weibliche Blüten

Weibliche Blüten besitzen direkt unterhalb der Blüte einen deutlich erkennbaren kleinen Fruchtknoten.

Dieser sieht bereits wie eine winzige Zucchini aus. Im Inneren der Blüte befindet sich die mehrteilige Narbe.

Warum erscheinen zuerst nur männliche Blüten?

Junge Zucchinipflanzen bilden häufig zunächst mehrere männliche Blüten.

Erst wenn die Pflanze größer und kräftiger geworden ist, erscheinen vermehrt weibliche Blüten.

Auch kühles Wetter, starke Hitze oder Stress können das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Blüten beeinflussen.

Blüten essen

Zucchiniblüten sind essbar. Für die Küche werden bevorzugt männliche Blüten geerntet, nachdem genügend andere männliche Blüten für die Bestäubung vorhanden sind.

Die Blüten werden morgens geerntet und zeitnah verwendet.

Eine Blüte auf langem Stiel ist männlich. Eine Blüte mit kleiner Zucchini darunter ist weiblich. Die Pflanze liefert die Beschriftung also direkt in dreidimensionaler Form mit.

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11. Bestäubung und Fruchtansatz

Damit eine weibliche Blüte eine vollständige Frucht entwickelt, muss Pollen von einer männlichen Blüte auf ihre Narbe gelangen.

Die Bestäubung übernehmen vor allem Bienen, Hummeln und andere blütenbesuchende Insekten.

Blüten öffnen nur kurz

Zucchiniblüten öffnen sich meist am Morgen und schließen sich bereits gegen Mittag oder am frühen Nachmittag.

Für die Bestäubung steht daher nur ein relativ kurzes Zeitfenster zur Verfügung.

Unzureichende Bestäubung erkennen

Der kleine Fruchtansatz beginnt zunächst zu wachsen, bleibt dann aber stehen, wird gelb, weich oder braun und fällt schließlich ab.

Häufig ist dies keine Krankheit, sondern eine unvollständige Bestäubung.

Von Hand bestäuben

  1. Am Morgen eine vollständig geöffnete männliche Blüte auswählen.
  2. Blüte abschneiden und Blütenblätter vorsichtig entfernen.
  3. Pollen tragenden Staubbeutel freilegen.
  4. Staubbeutel vorsichtig über die Narbe einer geöffneten weiblichen Blüte streichen.
  5. Alternativ einen weichen Pinsel verwenden.

Mehrere Pflanzen

Zwei oder mehr Zucchinipflanzen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass gleichzeitig männliche und weibliche Blüten geöffnet sind.

Für die Bestäubung können grundsätzlich auch männliche Blüten einer anderen Zucchinisorte derselben Art verwendet werden.

Eine kleine Frucht unter der Blüte bedeutet noch nicht, dass die Bestäubung erfolgreich war. Sie ist zunächst nur die Bewerbung um einen Platz im Erntekorb.

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12. Pflege und Schnitt

Zucchini müssen normalerweise nicht regelmäßig zurückgeschnitten werden.

Gesunde Blätter liefern Energie für Wachstum und Fruchtbildung und sollten nicht vorsorglich entfernt werden.

Welche Blätter werden entfernt?

Richtig schneiden

Blattstiele werden mit einer sauberen, scharfen Schere nahe am Haupttrieb abgeschnitten, ohne den Hauptstängel zu verletzen.

Es sollten niemals gleichzeitig große Mengen gesunder Blätter entfernt werden.

Rankende Sorten

Rankende Zucchini können an einem stabilen Spalier geführt werden.

Die Triebe werden mit weichem Material locker befestigt. Größere Früchte benötigen gegebenenfalls ein Netz oder eine andere Stütze.

Früchte vom Boden fernhalten

Ein Brett, eine Fliese, Stroh oder anderes trockenes Material unter der Frucht schützt vor dauerhaftem Bodenkontakt und Fäulnis.

Eine Zucchini wird nicht luftiger, indem man sie vorsorglich entlaubt. Sie wird vor allem hungriger.

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13. Ernte und Verwendung

Zucchini werden jung geerntet, solange Schale, Fruchtfleisch und Samen noch weich sind.

Ideale Größe

Längliche Sorten werden meist bei ungefähr 15–20 cm Länge geerntet.

Kleinere Früchte sind besonders zart. Größere Früchte können ebenfalls verwendet werden, besitzen aber eine festere Schale, gröbere Samen und weniger feines Fruchtfleisch.

Regelmäßig ernten

Während warmer Perioden werden die Pflanzen täglich oder spätestens jeden zweiten Tag kontrolliert.

Regelmäßiges Ernten fördert die Bildung weiterer Blüten und Früchte.

Richtig abschneiden

Die Frucht wird mit einer sauberen Schere oder einem Messer abgeschnitten. Ein kurzer Stielansatz bleibt an der Frucht.

Drehen und Reißen kann die Pflanze oder den hohlen Fruchtstiel beschädigen.

Sehr große Zucchini

Übersehene Früchte können geschält, entkernt und für Suppen, Saucen, Chutneys, Kuchen oder gefüllte Gerichte verwendet werden.

Lagerung

Bittere Zucchini

Ungewöhnlich bitter schmeckende Zucchini dürfen nicht gegessen werden.

Bitterkeit kann auf einen erhöhten Gehalt an Cucurbitacinen hinweisen. Die Frucht wird ausgespuckt und vollständig entsorgt. Auch Kochen zerstört diese Bitterstoffe nicht zuverlässig.

Eine normale Zucchini schmeckt mild. Deutliche Bitterkeit ist kein exotisches Aroma, sondern ein klares Stoppsignal.

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14. Zucchini im Topf und auf dem Balkon

Zucchini können in großen Gefäßen kultiviert werden. Kompakte Buschsorten sind dafür besser geeignet als stark rankende Sorten.

Topfgröße

Pro Pflanze werden mindestens ungefähr 40–60 Liter Substrat empfohlen.

Ein größeres Gefäß speichert Wasser und Nährstoffe gleichmäßiger und bietet der schweren Pflanze mehr Standfestigkeit.

Gefäß

Substrat

Geeignet ist eine hochwertige Gemüse- oder Kübelpflanzenerde, ergänzt mit reifem Kompost und strukturstabilen mineralischen Bestandteilen.

Gießen

Topfzucchini können an heißen Sommertagen täglich oder sogar zweimal täglich Wasser benötigen.

Der gesamte Wurzelballen wird durchfeuchtet, überschüssiges Wasser muss anschließend vollständig ablaufen.

Düngung

Im begrenzten Topfvolumen werden Nährstoffe rasch verbraucht. Sobald die Pflanze gut angewachsen ist, wird regelmäßig mit einem Gemüse- oder Tomatendünger nach Herstellerangabe gedüngt.

Bestäubung auf dem Balkon

Auf hohen, windigen oder insektenarmen Balkonen kann die Bestäubung schwächer ausfallen.

Weibliche Blüten werden dann am Morgen von Hand bestäubt.

Eine Zucchini im Zehn-Liter-Topf ist keine platzsparende Lösung. Sie ist eine sehr große Pflanze mit sehr kleinem Wasservorrat.

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15. Krankheiten und Schädlinge

Echter Mehltau

Echter Mehltau zeigt sich als weißer, mehlartiger und zunächst abwischbarer Belag auf den Blattoberseiten.

Er tritt häufig im späteren Sommer auf und wird durch Temperaturschwankungen, trockene Wurzeln und dichten Wuchs begünstigt.

Falscher Mehltau

Gelbliche, kantige Flecken auf der Blattoberseite und ein grauer bis violetter Belag auf der Unterseite können auf Falschen Mehltau hindeuten.

Feuchte Witterung und lange Blattnässe fördern die Erkrankung.

Grauschimmel und Fruchtfäule

Abgestorbene Blütenreste und Früchte auf nassem Boden können faulen und grauen Pilzbelag entwickeln.

Verblühte Blütenreste können vorsichtig entfernt werden, sobald sie sich leicht lösen.

Mosaikviren

Unregelmäßige gelbe und grüne Muster, verformte Blätter und gestauchte Früchte können auf eine Viruserkrankung hindeuten.

Befallene Pflanzen werden entfernt. Blattläuse können einige dieser Viren übertragen.

Blattläuse

Blattläuse sitzen vor allem an jungen Blättern, Triebspitzen und Blattunterseiten.

Sie können Blätter verformen und klebrigen Honigtau ausscheiden.

Spinnmilben

Feine helle Sprenkel, bronzefarbene Blätter und zarte Gespinste deuten auf Spinnmilben hin.

Sie treten besonders bei heißem, trockenem und windstillem Wetter auf.

Schnecken

Schnecken fressen junge Pflanzen, Blätter, Blüten und bodennahe Früchte.

Besonders gefährdet sind frisch gepflanzte Zucchini.

Vorbeugung

Helle silbrige Muster entlang der Blattadern sind bei vielen Sorten normal. Mehltau liegt wie ein Belag auf dem Blatt und breitet sich mit der Zeit aus.

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16. Pflegebedingte Störungen

Blütenendfäule

Am Ende der Frucht entsteht eine dunkle, eingesunkene und später lederartige Stelle.

Ursache ist eine lokale Calciumunterversorgung des wachsenden Fruchtgewebes.

Häufig ist genügend Calcium im Boden vorhanden, kann aber wegen ungleichmäßiger Wasserversorgung oder geschädigter Wurzeln nicht ausreichend in die Frucht transportiert werden.

Kleine Früchte werden gelb und faulen

Häufig liegt eine unvollständige Bestäubung vor. Die kleine Frucht beginnt zunächst zu wachsen, entwickelt sich aber nicht weiter.

Viele Blüten, aber keine Früchte

Möglicherweise sind bisher nur männliche Blüten vorhanden. Bei jungen Pflanzen ist dies häufig normal.

Auch Kälte, Hitze, Trockenstress und ein Mangel an bestäubenden Insekten können den Fruchtansatz beeinträchtigen.

Blätter hängen in der Mittagshitze

Große Blätter können an heißen Tagen vorübergehend welken, obwohl der Boden noch ausreichend feucht ist.

Erholen sie sich am Abend, sollte nicht automatisch zusätzlich gegossen werden.

Gelbe ältere Blätter

Einzelne ältere Blätter sterben im Verlauf der Saison natürlicherweise ab.

Zahlreiche gelbe Blätter können auf Nährstoffmangel, Staunässe, Trockenstress oder Wurzelschäden hinweisen.

Früchte sind unförmig

Unregelmäßig verdickte oder schmal bleibende Früchte entstehen häufig durch unvollständige Bestäubung.

Nicht jedes Problem braucht Dünger. Bei Zucchini sind Wasser, Wurzeln und Bestäubung mindestens ebenso häufig die eigentlichen Ursachen.

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17. Fruchtfolge und Mischkultur

Zucchini gehören zu den Kürbisgewächsen. Zur selben Pflanzenfamilie zählen Kürbis, Gurke, Melone und Patisson.

Fruchtfolge

Kürbisgewächse sollten nicht mehrere Jahre hintereinander am selben Standort angebaut werden.

Eine Anbaupause von ungefähr drei bis vier Jahren reduziert den Aufbau spezialisierter Krankheitserreger und Schädlinge.

Gute Nachbarn

Geeignet sind niedrig wachsende Pflanzen, die der Zucchini weder Licht noch Wurzelraum entziehen.

Platz berücksichtigen

Mischkulturpartner sollten früh geerntet werden oder außerhalb des späteren Blattbereichs wachsen.

Die ausgewachsene Zucchini beschattet einen großen Teil ihrer Umgebung.

Blüten für Bestäuber

Borretsch, Phacelia, Ringelblumen und andere nektarreiche Pflanzen können bestäubende Insekten in den Garten locken.

Mischkultur funktioniert nur, solange die Nachbarn noch Licht sehen. Eine Zucchini versteht unter guter Nachbarschaft häufig eher großräumige Raumplanung.

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18. Saatgut gewinnen

Saatgut kann von samenfesten Zucchinisorten gewonnen werden. F1-Hybriden ergeben meist keine einheitlichen Nachkommen.

Kreuzbestäubung

Zucchini können sich mit anderen Sorten und verschiedenen Formen von Cucurbita pepo kreuzen.

Dazu zählen unter anderem Patissons, einige Kürbisse und bestimmte Zierkürbisse.

Die im selben Jahr geerntete Frucht bleibt äußerlich sortentypisch. Die Kreuzung zeigt sich erst in der nächsten Generation.

Kontrollierte Bestäubung

  1. Am Vorabend eine noch geschlossene männliche und weibliche Blüte auswählen.
  2. Beide Blüten mit einem feinen Beutel oder Band verschließen.
  3. Am nächsten Morgen Blüten öffnen.
  4. Weibliche Blüte mit Pollen der ausgewählten männlichen Blüte bestäuben.
  5. Weibliche Blüte anschließend wieder verschließen.
  6. Frucht markieren und vollständig ausreifen lassen.

Samenreife

Eine Saatzucchini bleibt weit über die normale Erntereife hinaus an der Pflanze.

Die Schale wird hart und die Frucht erreicht ihre vollständige botanische Reife.

Samen entnehmen

  1. vollständig reife Frucht öffnen
  2. Samen aus dem Fruchtfleisch lösen
  3. gründlich mit Wasser reinigen
  4. flach ausbreiten
  5. mehrere Wochen vollständig trocknen lassen
  6. trocken, dunkel und kühl lagern

Bitterkeit vermeiden

Saatgut sollte nur von zuverlässig essbaren Sorten und kontrolliert bestäubten Pflanzen gewonnen werden.

Samen aus unbekannten Kreuzungen mit Zierkürbissen oder bitteren Kürbisgewächsen werden nicht für den Verzehrsanbau verwendet.

Für die Küche wird jung geerntet. Für Saatgut wird die Frucht botanisch erwachsen – und damit groß, hart und kulinarisch eher unkooperativ.

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19. Pflegekalender

Die Zeitpunkte verschieben sich je nach Wetter, Höhenlage, Sorte und Anbaumethode.

Zucchini durch das Gartenjahr
Zeitraum Arbeiten
Jänner Sorten auswählen und den späteren Platzbedarf realistisch einplanen.
Februar Saatgut prüfen und Beete beziehungsweise große Pflanzgefäße planen. Noch nicht aussäen.
März Kompost vorbereiten und Beet von mehrjährigen Wurzelunkräutern befreien.
April Gegen Monatsende mit der Vorkultur beginnen. Sehr hell und warm keimen lassen.
Mai Jungpflanzen abhärten und nach Ende der Frostgefahr auspflanzen. Alternativ direkt ins Beet säen.
Juni Gleichmäßig gießen, mulchen, auf Schnecken kontrollieren und erste Blüten beobachten.
Juli Hauptwachstumszeit. Regelmäßig düngen, bestäuben und junge Früchte beinahe täglich ernten.
August Weiter regelmäßig ernten, auf Mehltau achten und abgestorbene Blätter entfernen.
September Ernte fortsetzen, Düngung reduzieren und Früchte bei kühlen Nächten rechtzeitig ernten.
Oktober Vor dem ersten Frost alle verwertbaren Früchte ernten und kranke Pflanzenreste entfernen.
November Gesunde Pflanzenreste zerkleinern und kompostieren. Beet mulchen oder mit einer Folgekultur bepflanzen.
Dezember Anbau dokumentieren, erfolgreiche Sorten notieren und Saatgut trocken lagern.

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20. Häufige Probleme erkennen

Symptome, mögliche Ursachen und erste Maßnahmen
Beobachtung Mögliche Ursache und Maßnahme
Nur männliche Blüten Bei jungen Pflanzen häufig normal. Wärme, Wasser und Nährstoffversorgung stabil halten und abwarten.
Kleine Früchte werden gelb und fallen ab Meist unvollständige Bestäubung. Weibliche Blüten morgens von Hand bestäuben.
Frucht wächst nur an einer Seite Unvollständige Bestäubung. Mehrere Pollenkontakte über die gesamte Narbe verbessern die Fruchtentwicklung.
Dunkler Fleck am Fruchtende Mögliche Blütenendfäule. Bodenfeuchtigkeit stabilisieren und Wurzelschäden vermeiden.
Weißer, mehlartiger Belag Wahrscheinlicher Echter Mehltau. Luftzirkulation verbessern und stark befallene Blätter entfernen.
Silberne Muster entlang der Blattadern Bei vielen Sorten normale Blattzeichnung. Kein abwischbarer Belag und keine fortschreitende Nekrose.
Gelbliche, kantige Blattflecken Möglicher Falscher Mehltau. Blätter trocken halten und befallene Teile entfernen.
Blätter hängen mittags Hitze und hohe Verdunstung. Bodenfeuchtigkeit prüfen; erholt sich die Pflanze am Abend, nicht automatisch zusätzlich gießen.
Blätter hängen trotz nasser Erde Mögliche Staunässe oder Wurzelschäden. Wasserabzug kontrollieren.
Viele große Blätter, wenige Früchte Zu viel Stickstoff, wenig Licht oder schwache Bestäubung. Düngung und Standort prüfen.
Pflanze wächst kaum Kälte, Wurzelschaden, Nährstoffmangel, zu kleiner Topf oder zu wenig Sonne.
Früchte faulen an der Blüte Abgestorbene Blütenreste, Nässe oder unvollständige Bestäubung. Frucht und Blütenrest kontrollieren.
Blätter sind durchlöchert Schnecken oder andere Fraßschädlinge. Pflanze besonders nachts kontrollieren.
Zucchini schmeckt stark bitter Frucht sofort ausspucken und vollständig entsorgen. Nicht weiterverarbeiten oder probieren.

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21. Kurzcheck für gesunde Zucchini

Zucchini sind produktiv, wenn ihre Grundbedingungen stimmen: Wärme, Platz, Wasser, Nährstoffe und Bestäubung. Die größte Herausforderung besteht häufig weniger darin, überhaupt Früchte zu bekommen, als sie rechtzeitig zu entdecken.

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Sources & further reading

General cultivation, pollination and plant-health references

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