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Plant Knowledge

🌽 Mais · Popcornmais · Zea mays

Mais ist ein einjähriges, wärmeliebendes Gras, das innerhalb weniger Monate aus einem einzelnen Korn eine mehrere Meter hohe Pflanze entwickeln kann.

Für einen guten Ertrag benötigt er viel Sonne, einen warmen Boden, ausreichend Nährstoffe und vor allem eine erfolgreiche Windbestäubung.

Diese Seite behandelt Mais allgemein, legt den Schwerpunkt aber auf Popcornmais. Anders als Zuckermais wird Popcornmais nicht saftig und jung, sondern vollständig ausgereift und getrocknet geerntet.

Eine einzelne Maispflanze kann eindrucksvoll wachsen. Für einen vollständig gefüllten Kolben braucht sie jedoch Gesellschaft – oder zumindest sehr gewissenhafte Hilfe bei der Bestäubung.

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Schnellübersicht

Die wichtigsten Anforderungen auf einen Blick

Grundbedingungen für gesunden und ertragreichen Mais
Bereich Empfehlung
Standort Vollsonnig, warm und möglichst vor starkem Wind geschützt.
Boden Tiefgründig, humos, nährstoffreich, gleichmäßig feucht und gut drainiert.
pH-Wert Leicht sauer bis neutral, ungefähr pH 5,8–7,0.
Aussaat Direkt ins Freiland säen, sobald der Boden ausreichend warm ist. Popcornmais keimt besonders zuverlässig bei Bodentemperaturen um etwa 15 °C.
Pflanzabstand Je nach Sorte ungefähr 20–40 cm zwischen den Pflanzen. Nicht als einzelne lange Reihe, sondern als kompakten Block anbauen.
Bestäubung Windbestäubung. Mehrere dicht benachbarte Reihen verbessern die Befruchtung der Kolben.
Wasser Gleichmäßig feucht halten, besonders während Rispenbildung, Narbenaustritt und Kolbenfüllung.
Düngung Mais hat einen hohen Stickstoffbedarf. Vor der Aussaat Kompost einarbeiten und während des Wachstums bei Bedarf nachdüngen.
Stützung Meist nicht notwendig. Bei windiger Lage Erde um die Basis anhäufeln oder den gesamten Pflanzenblock seitlich sichern.
Zuckermais Ernten, wenn die Körner prall sind und beim Anstechen eine milchige Flüssigkeit austritt.
Popcornmais Vollständig ausreifen lassen. Ernten, wenn Hüllblätter trocken und die Körner hart und glänzend sind.
Trocknung Kolben luftig nachtrocknen und regelmäßig probepoppen. Ideal sind ungefähr 13–14 % Kornfeuchtigkeit.

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Inhalt

  1. Wuchs und Aufbau
  2. Maisarten unterscheiden
  3. Sortenwahl und Reifezeit
  4. Aussaat und Keimung
  5. Pflanzabstand und Anordnung
  6. Lage, Sonne und Wärme
  7. Erde und Bodenvorbereitung
  8. Gießen und Mulchen
  9. Nährstoffe und Düngung
  10. Pflege und Standfestigkeit
  11. Blüte und Bestäubung
  12. Kreuzbestäubung vermeiden
  13. Mais im Topf
  14. Zuckermais ernten
  15. Popcornmais ernten und trocknen
  16. Krankheiten und Schädlinge
  17. Wetter- und Pflegeprobleme
  18. Saatgut gewinnen
  19. Fruchtfolge und Mischkultur
  20. Pflegekalender
  21. Probleme erkennen
  22. Kurzcheck

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1. Wuchs und Aufbau

Mais gehört zur Familie der Süßgräser. Aus jedem ausgesäten Korn entsteht normalerweise ein kräftiger Hauptstängel mit langen, parallelnervigen Blättern.

Je nach Sorte, Standort und Nährstoffversorgung können die Pflanzen ungefähr einen bis über drei Meter hoch werden.

Wurzeln

Mais bildet ein faseriges Wurzelsystem. Ein großer Teil der aktiven Wurzeln liegt relativ oberflächennah.

Später entstehen an den unteren Stängelknoten zusätzliche Stützwurzeln. Sie verankern die hohe Pflanze und sollten nicht abgeschnitten oder durch tiefes Hacken beschädigt werden.

Männliche Blüten

An der Spitze der Pflanze entsteht die männliche Blütenrispe, auch Fahne oder Tassel genannt. Sie produziert große Mengen leichten Pollens.

Weibliche Blüten

Die weiblichen Blütenstände sitzen tiefer am Stängel und entwickeln sich später zu Kolben.

Aus dem oberen Ende der Hüllblätter wachsen lange Fäden, die Narbenfäden oder Silks. Jeder einzelne Faden führt zu einer möglichen Kornanlage.

Ein fehlendes Korn im Kolben ist botanisch gesehen meist kein geheimnisvolles Loch, sondern ein Narbenfaden, den kein Pollenkorn rechtzeitig erreicht hat.

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2. Maisarten unterscheiden

Zuckermais

Zuckermais wird jung geerntet, solange die Körner weich, saftig und zuckerreich sind.

Nach der Ernte wird ein Teil des Zuckers rasch in Stärke umgewandelt. Frisch geernteter Zuckermais schmeckt deshalb am besten, wenn er möglichst bald verarbeitet wird.

Popcornmais

Popcornmais besitzt kleine, besonders harte Körner. Im Inneren befindet sich eine geringe Menge gebundenes Wasser.

Beim Erhitzen entsteht Wasserdampf. Der Druck steigt, bis die harte Schale aufbricht und die weiche Stärke schlagartig nach außen quillt.

Körner- und Mehlmais

Diese Maistypen werden vollständig ausgereift und trocken geerntet. Die Körner dienen beispielsweise als Tierfutter, Stärkequelle, Maisgrieß oder Mehl.

Babymais

Babymais wird sehr jung geerntet, bevor die Körner sichtbar anschwellen.

Er ist kein eigener botanischer Zwergmais. Häufig werden geeignete Sorten einfach sehr früh und dichter gepflanzt geerntet.

Ziermais

Ziermaissorten werden wegen ihrer auffälligen Kornfarben und Kolbenformen angebaut.

Manche Sorten sind zugleich Popcorn-, Mehl- oder Hartmaistypen. Ob sie kulinarisch geeignet sind, sollte anhand der Sortenbeschreibung geprüft werden.

Mais ist nicht gleich Mais. Der gewünschte Erntezeitpunkt wird bereits mit der Sortenwahl festgelegt – nicht erst mit dem Blick auf den fertigen Kolben.

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3. Sortenwahl und Reifezeit

Mais braucht eine lange, warme Vegetationsperiode. Die Sortenwahl sollte daher zum lokalen Klima und zum verfügbaren Standort passen.

Für kühle oder kurze Sommer

Popcornmais benötigt je nach Sorte häufig ungefähr 90–120 Tage bis zur vollständigen Reife.

Samenfeste Sorten

Samenfeste Sorten können grundsätzlich für die eigene Saatgutgewinnung verwendet werden, sofern keine unerwünschte Kreuzbestäubung stattgefunden hat.

Hybridsorten

F1-Hybriden können sehr einheitlich wachsen und bestimmte Resistenzen besitzen. Aus selbst gewonnenem Saatgut entstehen jedoch häufig sehr unterschiedliche Nachkommen.

Bei Popcornmais ist „früh“ keine nebensächliche Werbeaussage. Eine prächtige Pflanze mit halbreifen Körnern ist am Ende vor allem sehr aufwendig erzeugtes Vogelfutter.

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4. Aussaat und Keimung

Mais wird am zuverlässigsten direkt am endgültigen Standort ausgesät, sobald der Boden warm genug ist.

Popcornmais keimt langsamer als viele Zuckermaissorten und sollte nicht in kalte, nasse Erde gelegt werden.

Zeitpunkt

In vielen Regionen Österreichs ist eine Aussaat ab Mitte oder Ende Mai sinnvoll. Entscheidend sind Bodentemperatur und Frostgefahr.

Der Boden sollte mindestens ungefähr 10 °C, für Popcornmais besser etwa 15 °C erreicht haben.

Saattiefe

In schwerem Boden werden die Körner ungefähr 2,5–3 cm tief gelegt. In lockerem, sandigem Boden können sie etwa 4–5 cm tief gesät werden.

Aussaat vorbereiten

  1. Boden gründlich lockern und von mehrjährigen Unkräutern befreien.
  2. Reifen Kompost oberflächlich einarbeiten.
  3. Saatstellen als Block oder Raster markieren.
  4. Je Saatstelle ein bis zwei Körner ablegen.
  5. Mit Erde bedecken und vorsichtig angießen.
  6. Bei mehreren Keimlingen später den kräftigsten stehen lassen.

Vorkultur

In kühlen Lagen kann Mais wenige Wochen im Haus vorgezogen werden. Verwendet werden einzelne, ausreichend tiefe Töpfe, damit die Wurzeln beim Auspflanzen möglichst wenig gestört werden.

Die Jungpflanzen werden nach Ende der Frostgefahr langsam abgehärtet und mitsamt möglichst ungestörtem Wurzelballen ausgepflanzt.

Zu frühe Aussaat gewinnt keinen Vorsprung, wenn das Korn zwei Wochen in kalter, nasser Erde liegt und dabei hauptsächlich Pilzen beim Frühstück hilft.

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5. Pflanzabstand und Anordnung

Mais wird durch den Wind bestäubt. Die räumliche Anordnung ist deshalb ebenso wichtig wie der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen.

Als Block pflanzen

Statt einer einzigen langen Reihe wird Mais in einem kompakten Quadrat oder Rechteck aus mehreren kurzen Reihen angebaut.

Für Popcornmais sind mindestens vier benachbarte Reihen günstig. Dadurch kann Pollen aus mehreren Windrichtungen auf die Narbenfäden gelangen.

Abstand

Für Popcornmais sind ungefähr 20–30 cm Abstand zwischen den Pflanzen und etwa 45–60 cm zwischen den Reihen ein guter Ausgangspunkt.

Sehr kräftige Sorten erhalten mehr Raum. Kompakte Sorten können etwas dichter stehen.

Zu dichter Stand

Zu lockerer Stand

Stehen nur wenige Pflanzen weit voneinander entfernt, kann die Bestäubung unvollständig bleiben.

Bei sehr kleinen Beständen kann die Bestäubung von Hand unterstützt werden.

Mais möchte gleichzeitig Platz und Nachbarn. Das ist kein Widerspruch, sondern die praktische Konsequenz einer Pflanze, die ihren Pollen dem Wind anvertraut.

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6. Lage, Sonne und Wärme

Sonne

Mais benötigt einen vollsonnigen Standort mit mindestens sechs, besser acht oder mehr Stunden direkter Sonne.

Im Halbschatten werden die Pflanzen häufig hoch und dünn, bilden kleinere Kolben und reifen später aus.

Wärme

Mais ist eine ausgeprägte Wärmekultur. Wachstum und Kornentwicklung beschleunigen sich bei warmen Tagen und ausreichend warmen Nächten.

Kühle Phasen verlangsamen das Wachstum und können dazu führen, dass späte Sorten vor dem Herbst nicht vollständig ausreifen.

Wind

Leichte Luftbewegung ist für die Bestäubung notwendig. Starke Böen können hohe Pflanzen jedoch umknicken oder entwurzeln.

Ideal ist deshalb ein sonniger, luftiger, aber nicht sturmexponierter Standort.

Wärmespeichernde Umgebung

Ein Beet vor einer Süd- oder Südwestwand kann in kühleren Lagen vorteilhaft sein. Die Wand speichert Wärme und bietet Schutz vor starkem Wind.

Der Wind soll den Pollen tragen, nicht die ganze Pflanze in das Nachbarbeet.

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7. Erde und Bodenvorbereitung

Mais wächst am besten in einem tiefgründigen, humosen und nährstoffreichen Boden.

Die Erde sollte Feuchtigkeit speichern können und zugleich so locker sein, dass überschüssiges Wasser abläuft und die Wurzeln ausreichend Sauerstoff erhalten.

Vor der Aussaat

pH-Wert

Ein leicht saurer bis neutraler Boden zwischen ungefähr pH 5,8 und 7,0 ist günstig.

Schwere Böden

Schwere Lehmböden speichern viel Wasser und Nährstoffe, können sich im Frühjahr aber nur langsam erwärmen.

Kompost und strukturstabile mineralische Bestandteile verbessern die Bodenstruktur.

Sandige Böden

Sandige Erde erwärmt sich schnell, trocknet aber ebenfalls rasch aus. Humus, Kompost und Mulch erhöhen die Wasserspeicherfähigkeit.

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8. Gießen und Mulchen

Mais bildet innerhalb kurzer Zeit eine große Blattmasse und hat entsprechend hohen Wasserbedarf.

Trockenstress ist besonders während der Blüte und der anschließenden Kolbenfüllung problematisch.

Richtig gießen

Besonders kritische Phasen

Wassermangel während des Narbenaustritts kann dazu führen, dass die Fäden zu spät erscheinen und ein Teil des Pollens bereits verloren ist.

Mulchen

Eine Mulchschicht aus Stroh, angetrocknetem Grasschnitt oder anderem geeigneten organischen Material hält die Erde gleichmäßiger feucht und unterdrückt Beikräuter.

Direkt an der Stängelbasis bleibt ein kleiner Bereich frei.

Ein hoher Maisbestand kann erstaunlich viel Wasser verdunsten. Große Blätter sind im Grunde sehr effiziente Solarpaneele mit angeschlossener Wasserrechnung.

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9. Nährstoffe und Düngung

Mais zählt zu den stark zehrenden Kulturen. Besonders wichtig ist eine ausreichende Stickstoffversorgung.

Grundversorgung

Vor der Aussaat wird reifer Kompost in die obere Bodenschicht eingearbeitet.

Frischer Mist sollte nicht unmittelbar vor der Aussaat verwendet werden. Er kann die jungen Wurzeln belasten und enthält möglicherweise keimfähige Unkrautsamen.

Nachdüngung

Wenn die Pflanzen ungefähr 25–40 cm hoch sind, kann bei schwachem Wachstum eine zusätzliche stickstoffbetonte Düngung sinnvoll sein.

Der Dünger wird nicht direkt an den Stängel gelegt, sondern mit etwas Abstand oberflächlich eingearbeitet und anschließend eingegossen.

Stickstoffmangel

Typisch sind blasse Pflanzen und eine V-förmige Vergilbung, die an der Spitze älterer Blätter beginnt und sich entlang der Mittelrippe nach unten ausbreitet.

Überdüngung

Zu viel Stickstoff fördert sehr weiches, dunkles Blattwachstum, kann die Standfestigkeit verschlechtern und die Reife verzögern.

Phosphor und Kalium

Phosphor und Kalium werden am sinnvollsten nach einer Bodenanalyse ergänzt. Eine vorsorgliche hohe Dosierung bringt nicht automatisch bessere Kolben.

Mais braucht viele Nährstoffe, aber keine mathematische Eskalation. Ein kräftiger Bestand wird durch passende Versorgung erzeugt, nicht durch das vollständige Entleeren des Düngersacks.

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10. Pflege und Standfestigkeit

Unkrautkontrolle

Junge Maispflanzen reagieren empfindlich auf Konkurrenz um Wasser, Licht und Nährstoffe.

Der Boden wird regelmäßig flach gelockert. Tiefes Hacken ist zu vermeiden, weil viele Maiswurzeln nahe der Oberfläche verlaufen.

Anhäufeln

Sobald die Pflanzen größer werden, kann etwas lockere Erde um die Stängelbasis angehäufelt werden.

Dadurch werden die unteren Stützwurzeln bedeckt und die Pflanze besser im Boden verankert.

Stützen

In geschützten Lagen benötigt Mais normalerweise keine einzelne Stütze.

Bei starkem Wind können rund um den gesamten Block stabile Pfähle gesetzt und mit Schnüren verbunden werden. So wird der Bestand gemeinsam gestützt.

Seitentriebe

Manche Maissorten bilden Seitentriebe aus der Basis. Diese sogenannten Bestockungstriebe müssen normalerweise nicht entfernt werden.

Das Abschneiden erzeugt Wunden und verbessert den Hauptertrag nicht zuverlässig.

Mehrere Kolben

Je nach Sorte und Bedingungen bildet eine Pflanze einen oder mehrere Kolben.

Kleine zusätzliche Kolben müssen nicht vorsorglich entfernt werden. Die Pflanze reguliert einen Teil ihrer Belastung selbst.

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11. Blüte und Bestäubung

Mais ist einhäusig: Männliche und weibliche Blüten befinden sich getrennt voneinander auf derselben Pflanze.

Männliche Blütenrispe

Die Rispe an der Spitze öffnet sich zuerst und gibt bei trockenem Wetter große Mengen Pollen ab.

Narbenfäden

Kurz danach treten aus den jungen Kolben lange, glänzende Fäden aus.

Jeder Faden ist mit einer einzelnen Kornanlage verbunden. Wird er bestäubt, kann an dieser Stelle ein Korn entstehen.

Windbestäubung

Der Pollen wird nicht hauptsächlich von Bienen, sondern durch Luftbewegung verbreitet.

Ein kompakter Pflanzenblock erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Pollen aus mehreren Richtungen auf die Narbenfäden fällt.

Bestäubung von Hand

Bei wenigen Pflanzen oder windstiller Lage kann die Bestäubung unterstützt werden.

  1. An einem trockenen Vormittag warten, bis die Rispen sichtbar Pollen abgeben.
  2. Pflanzen vorsichtig schütteln oder gegen den Stängel klopfen.
  3. Alternativ Pollen in einem sauberen Papierbeutel auffangen.
  4. Den frischen Pollen unmittelbar über die herausragenden Narbenfäden streuen.
  5. Vorgang an mehreren Tagen wiederholen, solange neue Fäden erscheinen.

Schlechte Kornfüllung

Fehlende oder unregelmäßig verteilte Körner entstehen häufig durch unvollständige Bestäubung.

Mögliche Ursachen sind zu wenige Pflanzen, Hitze, Trockenstress, starker Regen während der Pollenabgabe oder zeitlich schlecht abgestimmte Blüte.

Die Bestäubung dauert nur wenige Tage. Genau in dieser Phase entscheidet sich, ob aus einer imposanten Pflanze auch ein ordentlich gefüllter Kolben wird.

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12. Kreuzbestäubung vermeiden

Verschiedene Maistypen können sich durch den Wind gegenseitig bestäuben.

Das ist nicht nur für die Saatgutgewinnung relevant. Bei Mais kann fremder Pollen auch Eigenschaften der Körner am aktuell wachsenden Kolben beeinflussen.

Zuckermais und Popcornmais

Wird Zuckermais durch Popcorn- oder Körnermais bestäubt, können die Körner härter und weniger süß werden.

Bei Popcornmais kann eine Kreuzung die Gleichmäßigkeit und spätere Poppeigenschaft beeinträchtigen.

Räumliche Trennung

Unterschiedliche Maistypen sollten möglichst weit voneinander entfernt angebaut werden.

In kleinen Gärten ist eine vollständige räumliche Isolation oft nicht realistisch.

Zeitliche Trennung

Alternativ werden Sorten so gewählt oder zeitversetzt ausgesät, dass ihre männlichen Blütenrispen zu unterschiedlichen Zeiten Pollen abgeben.

Zwischen den erwarteten Blütezeiten sollte ein deutlicher Abstand liegen. Wenige Tage reichen bei wechselndem Wetter nicht zuverlässig aus.

Nur eine Sorte anbauen

Die einfachste Lösung besteht darin, in einem Jahr nur einen Maistyp oder eine Sorte anzubauen.

Ein Gartenzaun ist für Maispollen eher eine höfliche Empfehlung als eine tatsächliche Grenze.

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13. Mais im Topf und auf dem Balkon

Mais wächst am zuverlässigsten im Beet. Eine Kultur in großen Gefäßen ist jedoch möglich, besonders mit kompakten Sorten.

Gefäßgröße

Der Topf sollte möglichst groß und standfest sein. Für mehrere Pflanzen eignet sich ein breiter Pflanzkasten oder Kübel mit mindestens ungefähr 40–60 Liter Volumen.

Sehr hohe Popcornsorten benötigen deutlich mehr Wurzelraum und sind für kleine Töpfe ungeeignet.

Mehrere Pflanzen zusammen

Einzelne Pflanzen werden im Topf schlecht bestäubt. Mehrere Pflanzen sollten deshalb als kleine Gruppe oder in mehreren nebeneinanderstehenden Gefäßen kultiviert werden.

Bewässerung

Große Maispflanzen verbrauchen an heißen Tagen sehr viel Wasser. Kübel werden deshalb täglich kontrolliert.

Das Gefäß benötigt trotzdem ausreichend große Abzugslöcher. Dauerhafte Staunässe schädigt die Wurzeln.

Düngung

Im Topf werden Nährstoffe rasch verbraucht. Nach dem Anwachsen wird regelmäßig mit einem geeigneten Gemüsedünger versorgt.

Standfestigkeit

Das Gefäß muss schwer genug sein, um die hoch aufragenden Pflanzen auch bei Wind zu halten.

Bei Bedarf wird der gesamte Bestand an einer stabilen Konstruktion gesichert.

Mais im Topf ist möglich, aber keine besonders platzsparende Kultur. Die Pflanze interpretiert „Balkongemüse“ eher großzügig.

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14. Zuckermais ernten

Zuckermais wird geerntet, bevor die Körner vollständig ausgereift und hart geworden sind.

Reifezeichen

Milchreife testen

Ein kleines Stück des Hüllblatts wird vorsichtig geöffnet und ein Korn mit dem Fingernagel angestochen.

Ernten

Der Kolben wird nach unten gebogen, gedreht und vom Stängel abgebrochen.

Zuckermais wird möglichst unmittelbar nach der Ernte gekocht, gegrillt, eingefroren oder anderweitig verarbeitet.

Der beste Zuckermais liegt nicht lange im Kühlschrank. Er wandert idealerweise vom Beet beinahe direkt in den Topf.

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15. Popcornmais ernten und trocknen

Popcornmais wird vollständig ausgereift geerntet. Die Körner müssen hart sein und bereits einen großen Teil ihrer Feuchtigkeit verloren haben.

Reifezeichen

So lange wie möglich ausreifen lassen

Die Kolben bleiben möglichst lange an der Pflanze, damit sie dort weiter trocknen können.

Vor längerem Regen, starkem Frost oder beginnender Fäulnis werden sie geerntet und im Haus fertig getrocknet.

Nachtrocknung

  1. Trockene Hüllblätter vollständig entfernen.
  2. Beschädigte oder schimmelige Stellen aussortieren.
  3. Kolben in Netzen oder luftigen Körben lagern.
  4. Warm, trocken und gut belüftet aufstellen oder aufhängen.
  5. Kolben regelmäßig drehen und kontrollieren.

Probepoppen

Die ideale Kornfeuchtigkeit liegt ungefähr zwischen 13 und 14 %.

Ohne Messgerät wird die passende Feuchtigkeit durch regelmäßige Popptests bestimmt.

  1. Etwa 20 Körner von einem Kolben lösen.
  2. Körner wie gewohnt erhitzen.
  3. Ergebnis und Zahl der ungeplatzten Körner beurteilen.
  4. Test nach einigen Tagen oder einer Woche wiederholen.

Noch zu feucht

Das Popcorn wird klein, zäh, unregelmäßig oder besitzt harte Ränder. Die Kolben müssen weiter trocknen.

Zu trocken

Viele Körner bleiben ungeplatzt, weil im Inneren nicht mehr genügend Wasserdampf entstehen kann.

Körner auslösen

Sobald das Popcorn gut aufspringt, werden die Körner mit einem festen Handschuh vom Kolben gerieben.

Lagerung

Die ausgelösten Körner werden in luftdichten Behältern kühl, trocken und dunkel gelagert.

Der luftdichte Behälter verhindert, dass das Popcorn während der Lagerung weiter austrocknet.

„Vollständig trocken“ ist bei Popcorn nicht ganz wörtlich zu nehmen. Ohne einen kleinen Rest Wasser im Korn gibt es beim Erhitzen keinen Druck – und ohne Druck nur enttäuschte Körner.

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16. Krankheiten und Schädlinge

Maisbeulenbrand

Helle, später grau bis schwarz werdende, tumorartige Wucherungen an Blättern, Stängeln, Rispen oder Kolben können auf Maisbeulenbrand hindeuten.

Befallene Pflanzenteile werden entfernt, bevor die Wucherungen aufplatzen und schwarze Sporen freisetzen.

Stark befallenes Material wird nicht im normalen Gartenkompost entsorgt.

Maisrost

Rostfarbene, staubige Pusteln oder Streifen auf den Blättern können durch Maisrost verursacht werden.

Resistente Sorten, ausreichender Pflanzabstand und das Entfernen stark befallener Pflanzenreste reduzieren den Krankheitsdruck.

Blattflecken

Verschiedene Pilze können längliche oder unregelmäßige braune Flecken hervorrufen.

Dauerhaft nasse Blätter, dichter Stand und infizierte Pflanzenreste begünstigen viele Blattkrankheiten.

Maiszünsler

Die Raupen des Maiszünslers können sich in Stängel und Kolben bohren. Befallene Pflanzen knicken leichter ab.

Raupen am Kolben

Verschiedene Raupen können über die Kolbenspitze eindringen und an jungen Körnern fressen.

Beschädigte Bereiche werden bei der Ernte großzügig entfernt.

Blattläuse

Blattläuse sitzen häufig an jungen Blättern und Blütenrispen. Ein leichter Befall wird oft durch Nützlinge kontrolliert.

Schnecken

Schnecken können junge Keimlinge und Blätter stark beschädigen. Besonders gefährdet ist der Mais kurz nach dem Auflaufen.

Vögel und Mäuse

Vögel und Nagetiere können frisch ausgesäte Körner ausgraben. Eine vorübergehende Abdeckung schützt das Beet bis zum Auflaufen.

Vorbeugung

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17. Wetter- und Pflegeprobleme

Kalte Erde

In kaltem, nassem Boden keimt Mais langsam oder ungleichmäßig. Körner können faulen, bevor sie die Oberfläche erreichen.

Kühle Nächte

Junge Pflanzen können bei kalten Temperaturen gelblich oder violett werden und ihr Wachstum vorübergehend einstellen.

Trockenheit während der Blüte

Wassermangel kann dazu führen, dass Narbenfäden verspätet erscheinen oder vertrocknen, bevor genügend Pollen angekommen ist.

Extreme Hitze

Sehr hohe Temperaturen und trockene Luft können die Lebensdauer des Pollens verkürzen und die Kornfüllung verschlechtern.

Starker Regen

Dauerregen während der Pollenabgabe kann Pollen auswaschen und die Bestäubung beeinträchtigen.

Windbruch

Hohe, weich gewachsene oder schlecht verwurzelte Pflanzen können bei Sturm kippen oder abbrechen.

Lagerung

„Lager“ bezeichnet das flächige Umknicken eines Bestands. Ursachen können Wind, aufgeweichter Boden, schwache Wurzeln oder übermäßige Stickstoffversorgung sein.

Mais wächst schnell, aber er holt verlorene Wochen nicht beliebig nach. Besonders Popcornmais braucht am Ende nicht nur Höhe, sondern genügend warmen Herbst für vollständig harte Körner.

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18. Saatgut gewinnen

Saatgut kann von samenfesten Sorten gewonnen werden. Dafür müssen die Pflanzen vollständig ausreifen.

Kreuzungen beachten

Mais wird über weite Strecken durch den Wind bestäubt. Wachsen andere Sorten in der Nähe und blühen gleichzeitig, ist das Saatgut möglicherweise verkreuzt.

Auswahl

Saatkolben werden von mehreren gesunden, kräftigen und sortentypischen Pflanzen genommen.

Saatgut nur von einem einzigen Kolben zu gewinnen, verengt die genetische Basis stark.

Trocknung

Die Kolben werden vollständig getrocknet. Anschließend werden gesunde Körner ausgelöst und trocken, kühl und dunkel gelagert.

Popcorn als Saatgut

Unbehandeltes, keimfähiges Popcorn kann grundsätzlich erneut ausgesät werden. Für eine verlässliche Sortenechtheit muss der Bestand jedoch vor fremdem Pollen geschützt gewesen sein.

Ein schönster Kolben ist noch keine stabile Saatgutpopulation. Mais braucht für langfristig gesundes Saatgut mehrere Eltern, nicht nur einen fotogenen Einzelstar.

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19. Fruchtfolge und Mischkultur

Fruchtfolge

Mais sollte nicht dauerhaft am selben Standort angebaut werden. Ein Wechsel mit Pflanzen aus anderen Familien reduziert die Anreicherung spezialisierter Schädlinge und Krankheitserreger.

Nach der Ernte

Stängel, Wurzeln und Blätter werden zerkleinert und nur dann kompostiert, wenn sie gesund sind.

Kranke Pflanzenteile werden getrennt entsorgt.

Untersaat

Zwischen noch jungen Maispflanzen können schnell wachsende, niedrige Kulturen angebaut werden. Sie müssen geerntet sein, bevor der Mais den Boden vollständig beschattet.

Die drei Schwestern

In traditionellen Mischkulturen werden Mais, Bohnen und Kürbis gemeinsam angebaut.

Der Mais muss jedoch bereits kräftig genug sein, bevor Kletterbohnen an seiner Basis ausgesät werden. Stark wachsende Bohnen können junge Maispflanzen zu Boden ziehen.

Die Stickstoffbindung der Bohnen steht dem Mais während derselben Saison außerdem nicht automatisch vollständig zur Verfügung.

Mischkultur ist ein System, kein dekoratives Zusammenstellen von Saatguttüten. Zeitpunkt, Sorte, Platz und Wuchsstärke müssen zueinander passen.

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20. Pflegekalender

Die Zeitpunkte verschieben sich je nach Sorte, Wetter, Höhenlage und lokaler Bodentemperatur.

Mais durch das Gartenjahr
Zeitraum Arbeiten
Jänner Sorten auswählen und besonders bei Popcornmais auf eine ausreichend frühe Reife achten.
Februar Saatgut prüfen, Anbaufläche planen und räumliche Trennung zu anderen Maissorten berücksichtigen.
März Bodenanalyse und Beetplanung durchführen. Für eine Aussaat im Freiland ist es noch zu kalt.
April Boden vorbereiten und Kompost einarbeiten. In sehr kühlen Lagen gegen Monatsende mit kurzer Vorkultur beginnen.
Mai Nach Erwärmung des Bodens blockweise aussäen oder abgehärtete Jungpflanzen nach Ende der Frostgefahr auspflanzen.
Juni Bestand ausdünnen, Unkraut flach entfernen, mulchen und bei schwachem Wachstum nachdüngen.
Juli Gleichmäßig gießen, Pflanzen bei Bedarf anhäufeln und auf erste Blütenrispen sowie Schädlinge achten.
August Bestäubung beobachten und bei kleinen Beständen unterstützen. Während der Kolbenfüllung Trockenstress vermeiden.
September Zuckermais ernten. Popcornmais weiter an der Pflanze ausreifen und trocknen lassen.
Oktober Reife Popcornkolben vor anhaltendem Regen oder starkem Frost ernten und luftig nachtrocknen.
November Popptests durchführen, ausreichend getrocknete Körner auslösen und luftdicht lagern.
Dezember Ertrag, Reifezeit und Poppeigenschaften dokumentieren. Saatgut trocken und kühl lagern.

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21. Häufige Probleme erkennen

Symptome, mögliche Ursachen und erste Maßnahmen
Beobachtung Mögliche Ursache und Maßnahme
Körner keimen nicht Boden zu kalt oder zu nass, altes Saatgut, Vogelfraß oder Fäulnis. Bodentemperatur und Saatgut prüfen.
Junge Blätter gelb oder violett Kälte, Wurzelstress oder zeitweise schlechte Phosphoraufnahme. Auf wärmeres Wetter warten und Staunässe vermeiden.
Ältere Blätter mit gelber V-Zeichnung Möglicher Stickstoffmangel. Bodenversorgung prüfen und bei Bedarf maßvoll nachdüngen.
Pflanzen bleiben klein Zu wenig Sonne, kalter Boden, Nährstoffmangel, Wurzelkonkurrenz oder Trockenstress.
Pflanzen kippen um Wind, lockerer oder vernässter Boden, schwache Wurzeln oder übermäßige Stickstoffversorgung. Anhäufeln und Bestand sichern.
Kolben haben viele leere Stellen Unvollständige Bestäubung. Künftig blockweise pflanzen, ausreichend gießen und Bestäubung von Hand unterstützen.
Nur die Kolbenspitze bleibt leer Teilweise unvollständige Bestäubung oder Trockenstress während des späten Narbenaustritts.
Narbenfäden vertrocknen sehr früh Hitze oder Wassermangel. Boden gleichmäßig feucht halten.
Kolben bleiben klein Zu dichter Stand, Nährstoffmangel, Trockenstress, schlechte Bestäubung oder zu wenig Sonne.
Wucherungen an Kolben oder Stängeln Möglicher Maisbeulenbrand. Wucherungen vor der Sporenreife entfernen und nicht normal kompostieren.
Orangebraune, staubige Flecken Möglicher Maisrost. Stark befallene Blätter entfernen und künftig resistente Sorten wählen.
Popcorn ist zäh und unregelmäßig Körner enthalten noch zu viel Feuchtigkeit. Weiter luftig trocknen und später erneut testen.
Viele Popcornkörner platzen nicht Körner möglicherweise zu trocken, beschädigt, unvollständig ausgereift oder ungeeignet verkreuzt.
Körner oder Kolben schimmeln Zu feucht geerntet oder schlecht belüftet gelagert. Betroffene Körner vollständig entsorgen.

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22. Kurzcheck für gesunden Mais

Mais ist keine komplizierte, aber eine konsequente Pflanze: Wärme zum Start, Wasser und Nährstoffe für das Wachstum, Nachbarn für die Bestäubung und genügend Zeit für die Reife. Fehlt einer dieser Punkte, lässt sich das am Kolben meist erstaunlich genau ablesen.

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Sources & further reading

General cultivation, pollination, harvest and drying references

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